Müllbehälter mit literarischem Namen

Recht anspruchsvoll geht es auf dem Naumburger Weihnachtsmarkt zu. „Professor Unrat“ steht auf den Deckeln der stinknormalen Müllbehälter. Wie wohl der große Heinrich Mann auf die Nutzung des Titels seines bekannten Werkes reagieren würde? Womöglich würde er auch anderweitig wohl klingendere, weil literarische Namen vergeben. Ein Straßenmusikant sorgt für die „Dreigroschenoper“ (Bertolt Brecht). So manche Behörde erscheint kafkaesk wie das „Schloss“, ein nicht funktionierender und daraufhin von Fäusten traktierter Parkscheinautomat in Naumburg dagegen als „Blechtrommel“ (Günter Grass). Das wirre Treiben auf den Kirschfestwiesen erweist sich als „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ (William Makepeace Thackeray), ein untalentierter und für einen Wasserschaden sorgender Klempner-Azubi dafür als „Zauberlehrling“ (Johann Wolfgang Goethe). Und was wäre ein unfähiger Lokalpolitiker? „Der Mann ohne Eigenschaften“ (Robert Musil).

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