Chris Pavone – „Der Portier“

„In dieser Welt gibt es unzählige Gründe, zornig zu werden, und die Straße der Millionäre symbolisierte so viele davon.“

Hier leben die Reichen und Schönen unter einem Dach. 94 Luxus-Wohnungen befinden sich im ehrwürdigen Bohemian. Ein Apartment-Blick auf den nahe gelegenen Central Park – unbezahlbar für die meisten von uns. Wer hier wohnt, weiß oft nicht mehr, wie er sein ganzes Geld ausgeben könnte. Chicky arbeitet seit 28 Jahren als Portier im Bohemian. Er empfängt die Bewohner, kümmert sich um ihre Wünsche. Allzeit pünktlich, freundlich, zuverlässig. Er weiß, wer kommt und wer geht. Die persönliche Welt des hoch verschuldeten Ex-Marine ist allerdings eine ganz andere. Der New Yorker Autor Chris Pavone lässt in seinem Kriminalroman beide Welten aufeinanderprallen und verwandelt Central Park West in ein Pulverfass.

„Chris Pavone – „Der Portier““ weiterlesen

Patrick Ryan – „Buckeye“

„Die Welt drehte sich weiter, sammelte die Trümmer auf.“

Manchmal kann ein Unglück später auch ein Glück bedeuten. Cal Salt kommt mit einem fünf Zentimeter kürzeren Bein zur Welt. Es wird ihn Spott, Demütigung und Mitleid einbringen. Doch er bleibt 21 Jahre später verschont, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt, Millionen junger Männer zur Waffe gerufen werden, um an den Fronten in Europa, Asien und Afrika, auf dem Land, zu Wasser und in der Luft zu kämpfen. Wie Felix Jenkins, der den Untergang eines vom Torpedo versenkten Versorgungsschiffes als einer der wenigen Besatzungsmitglieder überlebt – aber für immer versehrt bleibt.

„Patrick Ryan – „Buckeye““ weiterlesen

Sherwood Anderson – „Winesburg, Ohio“

„Wie die anderen in Winesburg war er verwirrt und wusste nicht, was er tun sollte.“

Am Anfang ist der Schriftsteller, ein alter Mann mit weißem Schnurrbart, am Ende der junge Mann, der vom Schreiben träumt, die Stadt hinter sich lässt und sich von einer möglichen Liebe verabschiedet. Dazwischen liegen gut 20 Geschichten, die miteinander verwoben sind, ein dichtes Netz bilden. In einer Kleinstadt wie Winesburg, und sei sie eben fiktiv, ist das wohl eben so, denn jeder kennt jeden, machen Ereignisse und Entscheidungen schnell die Runde.

„Sherwood Anderson – „Winesburg, Ohio““ weiterlesen

Eric Puchner – „Weißes Licht“

„Das Leben war eine Reise, und Schmerz füllte die Segel.“

Es braucht nicht viel, um eine Hochzeit zu sprengen: ein fieses Virus, eine folgenreiche Begegnung und eine E-Mail mit einem Bekenntnis. Garrett gesteht Cece, die er erst seit wenigen Tagen kennt, mit nur wenigen Zeilen seine Gefühle. Sie ist die Verlobte seines besten College-Freundes Charlie. Das Paar aus Los Angeles plant eine idyllische Hochzeit an einem Sommertag in Montana, zu der Familie und Freunde aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen. Charlie kann da noch nicht ahnen, dass sein Leben und das seiner eigentlich zukünftigen Braut eine herbe Wendung nehmen wird.

„Eric Puchner – „Weißes Licht““ weiterlesen

Josephine Johnson – „Ein Jahr in der Natur“

„Einmal mehr manifestierte sich das seltsame Wunder. Eine stille, wartende Welt der reinen Verzauberung.“

Josephine Johnson (1910-1990) war gerade mal 24 Jahre alt, als sie als bis heute jüngste Preisträgerin 1935 für ihren Debütroman „Die November-Schwestern“ mit dem renommierten Pulitzerpreis geehrt wurde. Nach der deutschen Erstausgabe des preisgekrönten Buches 2023 im Aufbau Verlag kann nun auch ihr mehr als 30 Jahre später erschienenes Werk „Ein Jahr in der Natur“ wiederentdeckt werden – in einer zugleich wunderbar illustrierten Ausgabe.

„Josephine Johnson – „Ein Jahr in der Natur““ weiterlesen

Barbara Kingsolver – „Die Unbehausten“

„Die Welt zerfällt in zwei Lager: die Forscher und die Versüßer.“

Von der kleinsten Hütte bis zum prunkvollen Präsidentenpalast: Häuser erzählen immer wieder Geschichten. Von der Zeit, in der sie bestehen, von den Menschen, die ob kurz oder lang in ihnen wohnen. In ein schon etwas marodes Haus in New Jersey und in zwei Jahrhunderte führt die Amerikanerin Barbara Kingsolver in ihrem Roman „Die Unbehausten“, in dem die Vergangenheit einem vertrauter erscheint, als einem lieb ist.

„Barbara Kingsolver – „Die Unbehausten““ weiterlesen