Blut für Blut – Jo Nesbø „Macbeth“

„Dies ist die ird’sche Welt, wo Böses tun oft löblich ist, und Gutes tun zuweilen schädliche Torheit heißt.“ (William Shakesspeare „Macbeth“)

Aus meiner Leseerinnerung heraus ist „Macbeth“ das wohl düsterste und blutigste Drama William Shakespeares. Eines, das von der Gier nach Macht und über Mord, aber auch von Loyalität erzählt. Um 1606 geschrieben, ist es neben „Hamlet“ die bekannteste Tragödie aus der Feder des berühmten Engländers, der die Weltliteratur bis heute und darüber hinaus bestimmt. Anlässlich seines 400. Todestages initiierte der Verlag The Hogarth Press ein besonderes internationales Projekt, mit dem eine Handvoll Werke Shakespeares in ein neues modernes literarisches Gewand gekleidet werden. Knaus verlegte die deutschen Übertragungen.

Blut für Blut – Jo Nesbø „Macbeth“ weiterlesen

On the road – Bill Beverly „Dodgers“

„(…) jedes bisschen Luft ein Rätsel, jede Person ein zukünftiges Ereignis.“

Man ist sogleich mittendrin: Der Hubschrauber kreist in der Luft, ein Heer aus Polizeiwagen rast heran. Ein Mädchen ist zur falschen Zeit am falschen Ort und wird diesen Tag nicht überleben. Ungläubig beobachtet East diese Zusammenballung merkwürdiger Ereignisse, die ihn zu einem Gejagten machen. East ist gerade mal 15 Jahre alt und kein großer, aber auch kein kleiner Fisch im Drogengeschäft von Los Angeles. Bis zu jener Razzia, die sein Leben verändern wird. In seinem eindrucksvollen Debüt hat der Amerikaner Bill Beverly einen ambivalenten Helden geschaffen, den man so schnell nicht vergisst.    On the road – Bill Beverly „Dodgers“ weiterlesen

Über Grenzen hinweg – Jørn Lier Horst „Winterfest“

„Was ist das gute Leben?“

Keinen Krimiautoren sollte man mit einem anderen vergleichen; selbst wenn es nach meinen Erfahrungen in einigen Online-Foren oder Social-Media-Kanälen häufig praktiziert wird. Allein mit Blick auf den Umfang der Titel, die alljährlich erscheinen, den Handlungsort, die Herkunft des Autors  und auf die Art und Weise des Schreibstils zeigt sich dieses Genre ungemein vielfältig.  Womöglich liegt auch darin dessen Faszination. Und nicht jeder Skandinavien-Krimi lässt sich in eine solche Schublade stecken. Der Roman „Winterfest“ des Norwegers Jørn Lier Horst ist nicht der klassische nordische Krimi, aber in seiner unaufgeregten Spannung und seinem politisch-gesellschaftlichen Hintergrund ein starkes Buch. Über Grenzen hinweg – Jørn Lier Horst „Winterfest“ weiterlesen

Was uns der Herbst so bringt – Einblick in die Vorschauen

Während der Mai sich als heißer Frühsommer offenbarte, wird bereits im Juli der Herbst eingeläutet – der Leseherbst. Denn zahlreiche Verlage bringen die ersten neuen Titel ihres kommenden Programms auf den Markt. Obwohl auch ich noch nicht das Frühjahrsprogramm „abgearbeitet“ habe und mir zudem vornehme, weiterhin mehr Titel aus den Backlisten zu lesen, konnte ich es mir nicht verkneifen, in die Vorschauen der kleinen und großen Vorlage zu lunschen. In den letzten Tagen und Wochen ist eine ansehnliche Liste aus Titeln entstanden, die ich sicherlich nicht gänzlich alle lesen kann und werde. Aber kein Buchnerd kann bekanntlich ohne seine Wunschliste leben, und vielleicht findet Ihr auch das eine oder andere Buch für Euch selbst. Was uns der Herbst so bringt – Einblick in die Vorschauen weiterlesen

Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“

„Monster verstecken sich im Schatten, nicht in der Sonne.“

Mit Blick auf seine Gestalt ist dieser Vogel ein Winzling, gerade mal rund 20 Zentimeter groß. Doch furchtlos wagt er sich auf den mächtigen Leib der Krokodile, um dort nach Nahrung zu suchen. Für das gefährliche Reptil ist diese Form der Körperpflege willkommen.  Eine tierische „Freundschaft“ der besonderen Art, wie es sie viele unter der Bezeichung „Symbiose“ in der Natur gibt. Doch seinen Namen hat der in Afrika heimische Krokodilwächter aus einem ganz anderen Grund: Er warnt mit seinem Ruf vor Gefahren. Die Dänin Katrine Engberg hat ihr Krimidebüt nach dem Vogel benannt. Und das nicht ohne Grund. Denn diese speziellen Beziehung zwischen dem vermeintlichen David und Goliath gibt es auch in der Welt der Menschen.  Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“ weiterlesen

Das Böse – Ian McGuire „Nordwasser“

„Wunder geschehen. Wenn das große Böse existiert, warum nicht auch das große Gute.“

Zu Beginn ein Geständnis. Ich bin kein Freund von Horrorfilmen. Wenn ein solcher zur Sneak Preview im Kino läuft, verlasse ich trotz der Vorfreude hastig den Saal. Es bringt bekanntlich nichts, sich hinter dem Sessel der Vorreihe zu verstecken, um die blutig-grausigen Szenen nicht sehen zu müssen. Kinobesuch bedeutet nunmal, auf die Leinwand zu schauen. Und auch in drastischen Krimis blende ich für mich so manche Bilder der Gewalt aus, in dem ich die Augen schließe oder auf der Couch sitzend mir ein Kissen vor’s Gesicht halte. Wenigstens vorübergehend. Und dann kommt „Nordwasser“. Ein Buch in Blau und Weiß gehalten mit der Schwanzflosse eines Wals auf dem Cover als Blickfang, für dessen Lektüre man starke Nerven braucht und man nicht gar so ängstlich sein sollte.  Doch obwohl furchtsam gegenüber exzessiven Gewaltszenen habe ich trotzdem den Roman des britischen Schriftstellers Ian McGuire gelesen, weil es sich einem speziellen Thema widmet, das mich seit einigen Jahren ungemein fasziniert: dem ewigen Eis.

Das Böse – Ian McGuire „Nordwasser“ weiterlesen

Dunkles Kapitel der NVA – Gespräch mit Krimi-Autorin Claudia Rikl

Obwohl seit der politischen Wende und folgend der Wiedervereinigung Deutschlands bereits 28 Jahre vergangen sind, gibt es noch immer Themen aus der DDR-Geschichte, die in der Öffentlichkeit nicht so sehr präsent und kaum bekannt sind. In ihrem Romandebüt „Das Ende des Schweigens“ erzählt die Leipzigerin Claudia Rikl von einem dunklen Kapitel der Nationalen Volksarmee (NVA) und dem Mord an einem einstigen Offizier Jahre nach der Wende. Mit der Leipziger Autorin sprach Zeichen & Zeiten.

Wie hat alles mit dem Schreiben angefangen?

RiklClaudia Rikl: Bereits während meines Studiums fiel mir ein Buch zum Thema kreatives Schreiben in die Hände, das mich fasziniert hat. Als ich nach dem Studium meinem Professor meine Ideen für eine Dissertation darlegte, sagte er: Prima, damit können Sie sich die nächsten Jahre gut beschäftigen. Da wurde mir klar: Wenn ich so viel Lebenszeit in eine Sache investieren muss, dann geht das nur mit Herzblut. Wenige Wochen später begann ich den vorliegenden Roman und merkte gleich: Das ist es, was ich tun will. Ich schrieb, schrieb um, korrigierte, schrieb neu. Während eines Seminars in Köln lernte ich schließlich die Schriftstellerin Gisa Klönne kennen, sie glaubte an das Projekt, wurde meine Mentorin und schaute mir bei der Endfassung über die Schulter. Damit bewarb ich mich bei Agenturen und wurde angenommen. Ein paar Wochen später konnte ich den Vertrag mit Rowohlt unterschreiben.

Wie ist die Idee zur Geschichte entstanden?

Wir haben selbst eine Datsche als Wochenendhaus. Eine solche bildet im Roman ja den Tatort, an dem die Leiche gefunden wurde. Es war mir schnell klar, dass sich das Buch um eine privilegierte Person drehen musste, die in der DDR eine solche besessen hatte.

Es geht in Ihrem Roman um die NVA, um Schikanen, Selbstmorde und die Stasi. Haben Sie dafür intensiv recherchiert?

Die Militärgeschichte der DDR ist bereits sehr gut erforscht. Der Ch. Links Verlag hat dazu einiges veröffentlicht, so auch den Band „Tausend Tage bei der Asche“. Im Archiv des „Spiegels“ fanden sich zudem Beiträge rund um die illegalen Waffenverkäufe. Über Schicksale und Zahlen von Opfern hat auch die Zeitschrift „Horch und Guck“ berichtet. In jeder Kaserne hat es Abwehroffiziere gegeben, auch die Stasi hat also viel dokumentiert. Ich erinnerte mich auch an Berichte einer Lehrerin über Schikanen in der NVA.

bty

Der heutige Blick auf die DDR ist sehr verschieden, je nachdem, was man auch selbst erfahren hat. Was war Ihnen wichtig zu erzählen?

Ich wollte einen Roman schreiben, in dem ich niemanden verurteile, auch nicht jene, die damals privilegiert waren. Kommissar Herzberg stellt jedoch einen starken Kontrast zu jenem NVA-Offizier dar, der getötet wird. Herzberg ist ja, einst im Stasi-Gefängnis in Bautzen inhaftiert, ein Opfer des Regimes. Der Fall, an dem er arbeitet, löst vieles wieder in ihm aus, was auch seine Ehe beeinflusst. Dass sich Figuren an Herausforderungen und Extremsituationen bewähren müssen, ist wichtig für die Handlung eines Buches, denke ich.

Der Klappentext des Buches kündigt bereits den zweiten Fall von Herzberg an.

Ja, ich arbeite gerade sehr intensiv daran. Es soll im Frühjahr kommenden Jahres erscheinen.

Wie muss man sich den Schreibprozess bei Ihnen vorstellen?

Eigentlich ist es wie ein Bürojob. Ich schreibe täglich von 9 bis 12 Uhr und nach einer Mittagspause einige weitere Stunden am Nachmittag; und das oft auch am Wochenende. Stephen King hat einmal erzählt, dass er täglich schreibt und liest. Diese Disziplin ist wichtig. Beim Schreiben entstehen ja erst die Ideen.

Haben Sie Vorbilder?

Ich liebe die Bücher von Fred Vargas, aber auch Åsa Larsson und Håkan Nesser schätze ich sehr.

Schaut man da auch schon einmal von den Kollegen ab?

Nein, es ist wichtig, den eigenen Stil zu finden. Man kann auch nicht abschreiben, das funktioniert einfach nicht. Ich will immer den Roman schreiben, den ich auch selbst gern lesen würde. Und das sind immer Romane, die eine Geschichte auf unverwechselbare, individuelle Weise erzählen und mir damit eine Facette der Welt zeigen, die ich so noch nicht kannte. Und das wiederum ist nur möglich, wenn ein Autor für sein Thema und seine Figuren brennt.

Sie sind in Naumburg/Saale geboren und aufgewachsen. Sind Sie noch verbunden mit der Stadt?

Als ich 1991 zum Studium ging, ist mir der Abschied schwer gefallen. Ich komme nach wie vor sehr gern her, Naumburg hat eine so schöne Umgebung, da kann Leipzig nicht mithalten. Mein Vater lebt ja auch hier, er ist sehr engagiert in seiner Stadt.

Wie hat sich Ihr Leben durch den Roman verändert?

Bisher nicht. Aber vielleicht verändert es sich jetzt gerade. Zur Buchmesse stehen einige Termine für Lesungen auch an prominenten Orten an. Autorin zu sein, gefällt mir schon.

Und welches Gefühl ist es, nun sein erstes Buch mit seinem Namen auf dem Cover zu sehen?

(schmunzelt) Das fertige Buch in den Händen zu halten und zu signieren, ist einfach großartig.

Claudia Rikl studierte Jura in Leipzig, später Literaturwissenschaft und Geschichte an der Fernuniversität Hagen. Die Autorin lebt ihrer Familie heute in Leipzig lebt. Ihr Romandebüt „Das Ende des Schweigens“ erschien bei Kindler im Rowohlt Verlag.

Die Premiere des Buches findet am 27. März ab 19 Uhr in der Stadtbibliothek Leipzig statt.

 

 

Verstrickt – Håkan Nesser „Der Fall Kallmann“

„(…), aber das ganze Leben ist eine ganze Aneinanderreihung unwahrscheinlicher Begebenheiten.“ 

Um es schon einmal vorwegzunehmen: Obwohl der Name Håkan Nesser auf dem Roman mit dem Titel „Der Fall Kallmann“ draufsteht, ist es kein typischer skandinavischer Krimi. Wer sich schon auf düstere Szenerien und die eine oder andere entsetzlich zugerichtete Leiche nebst einem eigenbrötlerischen Kommissar gefreut hat, sollte sich an anderer Stelle umsehen. Oder vielleicht doch weiter lesen!? Denn der berühmte wie geachtete schwedische Autor zeigt einmal mehr, dass er für Überraschungen gut ist, neue Wege beschreitet und aktuelle Themen literarisch umsetzt, ohne dass seine tiefgründigen wie psychologischen Romane an Spannung verlieren.  Verstrickt – Håkan Nesser „Der Fall Kallmann“ weiterlesen

Vermisst – Jon McGregor „Speicher 13“

„Nichts, was sagen könnte, schien das Richtige zu sein.“

Es könnte so ein beschaulicher Ort sein. Landschaftlich reizvoll, umgeben von Bergen, einem Moor und mehreren Speicherseen, laufen die Uhren in dem mittelenglischen Dorf im eher ruhigen Takt – gezeichnet vom Alltag und dem eher unauffälligen Leben seiner Einwohner, nur durchbrochen vom Erscheinen einiger Touristen, die dann und wann in der Landschaft des Nationalparks Erholung suchen. Wie die Shaws, deren 13-jährige Tochter Rebecca jedoch eines Tages spurlos verschwindet. Ihre Eltern stehen unter Schock, das Ereignis macht schnell die Runde, die Polizei nimmt die Ermittlungen auf. Wie das Leben in dem Ort weitergeht und noch viel mehr, erzählt Jon McGregor in seinem aktuellen Werk „Speicher 13“, das nur auf den ersten Blick als ein Kriminalroman erscheint und das im vergangenen Jahr für den renommierten Booker Prize nominiert war.  Vermisst – Jon McGregor „Speicher 13“ weiterlesen

Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“

„Blind zu sein hat auch Vorzüge.“

Ihre Rückkehr beschließt sie in der Stille Schwedens. Hier hat sich Jenny Aaron nach ihrem letzten Einsatz zurückgezogen, um sich an der Seite von Lissek, dem einstigen Chef der Spezialeinheit, zu kurieren – seelisch wie körperlich. Vor wenigen Wochen hat die blinde Ermittlerin ihren Partner Niko verloren, und fast ihr Leben. Doch für ihre Genesung bleibt wenig Zeit: Erneut meldet sich die Vergangenheit zurück, und ihr früheres Team fordert ihre besonderen Fähigkeiten – wie bereits im letzten Fall, mit dem Andreas Pflüger die Reihe über die charismatische wie außergewöhnliche Ermittlerin mit dem Band „Endgültig“ beginnen ließ.  Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“ weiterlesen

Blut – Jo Nesbø „Durst“

Es ist der Herbst des Jo Nesbø. In den deutschen Kinos läuft aktuell die Verfilmung seines Romans „Schneemann“, da liegt auch schon der neue Fall des charismatischen Ermittlers Harry Hole in den Auslagen der Buchläden. „Durst“ heißt das neue Buch, das dem Leser die Abgründe des Menschen, von Mörder wie Ermittler gleichermaßen, aufzeigt. Denn wer Hole kennt, weiß um seinen gebrochenen Charakter. Auf der einen Seite erfolgreich hat der Ermittler mit seiner Alkoholsucht, seinem dunklen Wesen und seiner extremen Arbeitswut zu kämpfen. Blut – Jo Nesbø „Durst“ weiterlesen

Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“

„Die Zeit, die nach allem greift, letztlich ist sie es, die dafür sorgt, dass nichts bleibt, dass alles sich wandelt.“

Ein Fotograf bleibt hinter der Kamera, ist konzentrierter Beobachter der Geschehnisse vor sich. Seine Passivität macht ihn zugleich auch in gewisser Weise hilflos. Dieses Gefühl erlebt Franz Mathys auf vielen seinen Reisen. Er fliegt als preisgekrönter Kriegsfotograf rund um die Welt, bereist Krisenregionen, in denen ein Menschenleben nicht viel wert ist, von einer Sekunde auf die nächste ausgelöscht wird. Durch Gewalt, durch Katastrophen. Als sein Vater von zwei jungen Männern grundlos zusammengeschlagen wird, sinnt er auf Rache. Willi Achtens Roman „Nichts bleibt“ ist ein spannendes wie tiefsinniges Buch über Verluste und eine fatale Jagd.  Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“ weiterlesen

Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“

„Niemand kann aufgeben, bevor er Gewissheit hat.“

Obwohl dieses Bild, dieser Vergleich, in Skandinavien gibt es Krimi-Autoren wie Sand am Meer, etwas übertrieben scheint, liegt wohl auch ein Körnchen Wahrheit darin. Gefühlt besetzen Titel aus dem hohen Norden den überwiegenden Teil der Krimi-Auslagen in den Buchhandlungen. Und in regelmäßiger Beständigkeit erscheinen neue Namen, neue Romane. Mit „…und morgen werde ich dich vermissen“ betritt Heine Bakkeid die Bühne der Spannungsliteratur. Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“ weiterlesen

Sumpf – Larry Brown „Fay“

„Manchmal hatte er das Gefühl, als hätte er zwei Drittel seines Lebens hinterm Lenkrad verbracht, auf immer wieder denselben Straßen.“

Die Südstaaten der USA haben ihr eigenes Gesicht – geprägt von ihrer besonderen Geschichte als Teil der US-amerikanischen Historie, geprägt von ihren Gegebenheiten aufgrund der speziellen geografischen Lage. Der amerikanische Autor Larry Brown hat den Süden seines Landes in das Zentrum seiner Werke gesetzt. Vielen wird er hierzulande kaum bekannt sein, denn erst mit der deutschen Übersetzung seines vierten Romans „Fay“ wird er wohl einem breiteren Publikum vertraut werden. Den möglichen Erfolg wird Brown jedoch nicht erleben können: Er starb 2004 mit gerade mal 53 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes. Sumpf – Larry Brown „Fay“ weiterlesen

Nur Neulinge – Ein Blick in die Herbstvorschauen

Zugegeben: Den zweimal jährlich erscheinenden Vorschauen blicke ich mittlerweile mit Vorfreude, aber auch mit einigem Grausen entgegen. Klar, neuen Bücher haftet etwas Faszinierendes an, zugleich wird die Wunsch-Leseliste gefühlt um einiges länger, und die Titel der letzten Monate sind alles andere als „abgearbeitet“. Ich habe mich in den vergangenen Tagen mit den Programmen der Verlage trotzdem etwas näher beschäftigt. Doch während ich mich in den Vorausblicken der Vergangenheit sowohl mir bereits vertraute als auch mir noch unbekannte Autoren und ihre Werke aufgezählt habe, konzentriere ich mich diesmal nur auf die „Neulinge“, auf die ich mich besonders freue. Nur Neulinge – Ein Blick in die Herbstvorschauen weiterlesen

Mordwaffe Buch – Patrick McGinley „Bogmail“

„So vieles im Leben war eine Frage der Täuschung.“

Man nehme ein gewichtiges Lexikon, möglichst im umfänglichen Backstein-Format, etwas Wut im Bauch und eine Person, die man nicht nur gedanklich ins Jenseits befördern möchte. Und schon ist der Mord geschehen. Der Pub-Besitzer Roarty tötet seinen Mitarbeiter Eamonn Eales, den er aus vollstem Herzen hasst, weil er sich an dessen Tochter herangegraben hat, mit einem gezielten Schlag auf den Kopf. Die Mordwaffe: der 25. Band der Encyclopædia Britannica. An dieser Stelle könnte der Krimi ein Ende finden. Schließlich ist der Täter, der die Leiche ohne Skrupel später des Nachts im Moor versenkt, bekannt. Doch „Bogmail“ des irischen Schriftstellers Patrick McGinley, der sein Buch mit „Roman mit Mörder“ untertitelt, ist einfach anders. Mordwaffe Buch – Patrick McGinley „Bogmail“ weiterlesen

Verräter – Gard Sveen „Der letzte Pilger“

„Zufälle sind nicht anderes als Schicksal. und das Schicksal ist nicht mehr als eine Aneinanderreihung von Zufällen.“ 

Er galt als Kriegsheld, war erfolgreicher Immobilienhändler, einst sogar Handelsminister seines Landes. An einem Junitag wird Carl Oscar Krogh ermordet aufgefunden, seine mit unzähligen Messerstichen versehene Leiche lässt sogar eingefleischte Kriminalisten das Blut in den Adern gefrieren. Selbst Kommissar Tommy Bergmann sucht vorsorglich die Toilette des Hauses auf. Wer trachtete dem einstigen heroischen Widerstandskämpfer nach dem Leben? Bergmann stößt bei seinen Ermittlungen nicht nur auf Rätsel der Vergangenheit. Er ist sich auch sicher, dass der Fund dreier Skelette, die wenige Tage zuvor in der Nordmarka entdeckt worden waren, mit diesem Mord zu tun haben. Verräter – Gard Sveen „Der letzte Pilger“ weiterlesen

Blätterrascheln – Blick in die Herbstvorschauen

Ich muss gestehen: Meine Leseliste, erstellt nach einem Blick in die Frühjahrsvorschauen, habe ich nur ankratzen können. Viele Titel warten noch auf ihre Lektüre, und schon geben die Verlage die Programme für den kommenden Herbst und Winter heraus. Ergo: Die Wunschliste wird immer länger. Hier sind einige Titel, die mich neugierig machen oder deren Verfasser ich kenne und sehr schätze.  Blätterrascheln – Blick in die Herbstvorschauen weiterlesen