Andreas Pflüger „Geblendet“

„Alle Narben an ihrem Körper gehören zu ihr, sie sind das Tagebuch eines Hochgeschwindigkeitslebens.“ 

Jenny Aaron steht an einem Scheideweg. Fünf Jahre sind seit ihrer schweren lebensbedrohlichen Verletzung während eines verheerenden Einsatzes in Barcelona vergangen, fünf Jahre lebte sie seitdem in völliger Dunkelheit, fünf Jahre hat sie ihre Fähigkeiten so trainiert, dass sie weiterhin der Sonderabteilung angehören kann und zu gefährlichen Einsätzen gerufen wird. Nun könnte ihr Leben indes eine entscheidende Wendung erfahren – dank einer neuartigen Therapie in der Klinik von Professor Thomas Reimer in Binz auf der Insel Rügen. Doch ein neuer Fall ruft, steht für Aaron eine wichtige Entscheidung an. Denn die Einheit um ihre Chefin Inan Demirci und ihren charismatischen Kopf Ulf Pavlik ist dem korrupten Senator Svoboda auf den Fersen. Im neuen Roman von Andreas Pflüger muss sich die taffe Heldin trotz der gefährlichen Ermittlungen vor allem mit sich selbst auseinandersetzen. Andreas Pflüger „Geblendet“ weiterlesen

Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies“

„Alle brauchen einen Ausweg.“

In der Kriminal- und Thrillerliteratur gibt es in der jüngsten Vergangenheit wohl kaum einen so kaputten Ermittler wie Thorkild Aske. Er ist ein Wrack, von körperlichen wie seelischen Wunden und Narben gezeichnet. Mit „Und morgen werde ich dich vermissen“ aus der Feder des Norwegers Heine Bakkeid hat er vor wenigen Jahren die Bühne der Spannungsliteratur betreten. Der erste Fall führte den Ermittler in den hohen, unwirtlichen Norden Norwegens, und auch im zweiten Fall kommt Aske nicht herum, den von ihm ungeliebten Teil des Landes erneut aufzusuchen. Denn ein Serienkiller treibt sein Unwesen, und es gilt, eine junge Frau aufzuspüren, die verschwunden ist. Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies“ weiterlesen

Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“

„Monster verstecken sich im Schatten, nicht in der Sonne.“

Mit Blick auf seine Gestalt ist dieser Vogel ein Winzling, gerade mal rund 20 Zentimeter groß. Doch furchtlos wagt er sich auf den mächtigen Leib der Krokodile, um dort nach Nahrung zu suchen. Für das gefährliche Reptil ist diese Form der Körperpflege willkommen.  Eine tierische „Freundschaft“ der besonderen Art, wie es sie viele unter der Bezeichung „Symbiose“ in der Natur gibt. Doch seinen Namen hat der in Afrika heimische Krokodilwächter aus einem ganz anderen Grund: Er warnt mit seinem Ruf vor Gefahren. Die Dänin Katrine Engberg hat ihr Krimidebüt nach dem Vogel benannt. Und das nicht ohne Grund. Denn diese speziellen Beziehung zwischen dem vermeintlichen David und Goliath gibt es auch in der Welt der Menschen.  Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“ weiterlesen

Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“

„Blind zu sein hat auch Vorzüge.“

Ihre Rückkehr beschließt sie in der Stille Schwedens. Hier hat sich Jenny Aaron nach ihrem letzten Einsatz zurückgezogen, um sich an der Seite von Lissek, dem einstigen Chef der Spezialeinheit, zu kurieren – seelisch wie körperlich. Vor wenigen Wochen hat die blinde Ermittlerin ihren Partner Niko verloren, und fast ihr Leben. Doch für ihre Genesung bleibt wenig Zeit: Erneut meldet sich die Vergangenheit zurück, und ihr früheres Team fordert ihre besonderen Fähigkeiten – wie bereits im letzten Fall, mit dem Andreas Pflüger die Reihe über die charismatische wie außergewöhnliche Ermittlerin mit dem Band „Endgültig“ beginnen ließ.  Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“ weiterlesen

Blut – Jo Nesbø „Durst“

Es ist der Herbst des Jo Nesbø. In den deutschen Kinos läuft aktuell die Verfilmung seines Romans „Schneemann“, da liegt auch schon der neue Fall des charismatischen Ermittlers Harry Hole in den Auslagen der Buchläden. „Durst“ heißt das neue Buch, das dem Leser die Abgründe des Menschen, von Mörder wie Ermittler gleichermaßen, aufzeigt. Denn wer Hole kennt, weiß um seinen gebrochenen Charakter. Auf der einen Seite erfolgreich hat der Ermittler mit seiner Alkoholsucht, seinem dunklen Wesen und seiner extremen Arbeitswut zu kämpfen. Blut – Jo Nesbø „Durst“ weiterlesen

Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“

„Die Zeit, die nach allem greift, letztlich ist sie es, die dafür sorgt, dass nichts bleibt, dass alles sich wandelt.“

Ein Fotograf bleibt hinter der Kamera, ist konzentrierter Beobachter der Geschehnisse vor sich. Seine Passivität macht ihn zugleich auch in gewisser Weise hilflos. Dieses Gefühl erlebt Franz Mathys auf vielen seinen Reisen. Er fliegt als preisgekrönter Kriegsfotograf rund um die Welt, bereist Krisenregionen, in denen ein Menschenleben nicht viel wert ist, von einer Sekunde auf die nächste ausgelöscht wird. Durch Gewalt, durch Katastrophen. Als sein Vater von zwei jungen Männern grundlos zusammengeschlagen wird, sinnt er auf Rache. Willi Achtens Roman „Nichts bleibt“ ist ein spannendes wie tiefsinniges Buch über Verluste und eine fatale Jagd.  Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“ weiterlesen

Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“

„Niemand kann aufgeben, bevor er Gewissheit hat.“

Obwohl dieses Bild, dieser Vergleich, in Skandinavien gibt es Krimi-Autoren wie Sand am Meer, etwas übertrieben scheint, liegt wohl auch ein Körnchen Wahrheit darin. Gefühlt besetzen Titel aus dem hohen Norden den überwiegenden Teil der Krimi-Auslagen in den Buchhandlungen. Und in regelmäßiger Beständigkeit erscheinen neue Namen, neue Romane. Mit „…und morgen werde ich dich vermissen“ betritt Heine Bakkeid die Bühne der Spannungsliteratur. Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“ weiterlesen