Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“

„Monster verstecken sich im Schatten, nicht in der Sonne.“

Mit Blick auf seine Gestalt ist dieser Vogel ein Winzling, gerade mal rund 20 Zentimeter groß. Doch furchtlos wagt er sich auf den mächtigen Leib der Krokodile, um dort nach Nahrung zu suchen. Für das gefährliche Reptil ist diese Form der Körperpflege willkommen.  Eine tierische „Freundschaft“ der besonderen Art, wie es sie viele unter der Bezeichung „Symbiose“ in der Natur gibt. Doch seinen Namen hat der in Afrika heimische Krokodilwächter aus einem ganz anderen Grund: Er warnt mit seinem Ruf vor Gefahren. Die Dänin Katrine Engberg hat ihr Krimidebüt nach dem Vogel benannt. Und das nicht ohne Grund. Denn diese speziellen Beziehung zwischen dem vermeintlichen David und Goliath gibt es auch in der Welt der Menschen.  Abhängig – Katrine Engberg „Krokodilwächter“ weiterlesen

Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“

„Blind zu sein hat auch Vorzüge.“

Ihre Rückkehr beschließt sie in der Stille Schwedens. Hier hat sich Jenny Aaron nach ihrem letzten Einsatz zurückgezogen, um sich an der Seite von Lissek, dem einstigen Chef der Spezialeinheit, zu kurieren – seelisch wie körperlich. Vor wenigen Wochen hat die blinde Ermittlerin ihren Partner Niko verloren, und fast ihr Leben. Doch für ihre Genesung bleibt wenig Zeit: Erneut meldet sich die Vergangenheit zurück, und ihr früheres Team fordert ihre besonderen Fähigkeiten – wie bereits im letzten Fall, mit dem Andreas Pflüger die Reihe über die charismatische wie außergewöhnliche Ermittlerin mit dem Band „Endgültig“ beginnen ließ.  Echo der Vergangenheit – Andreas Pflüger „Niemals“ weiterlesen

Blut – Jo Nesbø „Durst“

Es ist der Herbst des Jo Nesbø. In den deutschen Kinos läuft aktuell die Verfilmung seines Romans „Schneemann“, da liegt auch schon der neue Fall des charismatischen Ermittlers Harry Hole in den Auslagen der Buchläden. „Durst“ heißt das neue Buch, das dem Leser die Abgründe des Menschen, von Mörder wie Ermittler gleichermaßen, aufzeigt. Denn wer Hole kennt, weiß um seinen gebrochenen Charakter. Auf der einen Seite erfolgreich hat der Ermittler mit seiner Alkoholsucht, seinem dunklen Wesen und seiner extremen Arbeitswut zu kämpfen. Blut – Jo Nesbø „Durst“ weiterlesen

Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“

„Die Zeit, die nach allem greift, letztlich ist sie es, die dafür sorgt, dass nichts bleibt, dass alles sich wandelt.“

Ein Fotograf bleibt hinter der Kamera, ist konzentrierter Beobachter der Geschehnisse vor sich. Seine Passivität macht ihn zugleich auch in gewisser Weise hilflos. Dieses Gefühl erlebt Franz Mathys auf vielen seinen Reisen. Er fliegt als preisgekrönter Kriegsfotograf rund um die Welt, bereist Krisenregionen, in denen ein Menschenleben nicht viel wert ist, von einer Sekunde auf die nächste ausgelöscht wird. Durch Gewalt, durch Katastrophen. Als sein Vater von zwei jungen Männern grundlos zusammengeschlagen wird, sinnt er auf Rache. Willi Achtens Roman „Nichts bleibt“ ist ein spannendes wie tiefsinniges Buch über Verluste und eine fatale Jagd.  Auf Jagd – Willi Achten „Nichts bleibt“ weiterlesen

Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“

„Niemand kann aufgeben, bevor er Gewissheit hat.“

Obwohl dieses Bild, dieser Vergleich, in Skandinavien gibt es Krimi-Autoren wie Sand am Meer, etwas übertrieben scheint, liegt wohl auch ein Körnchen Wahrheit darin. Gefühlt besetzen Titel aus dem hohen Norden den überwiegenden Teil der Krimi-Auslagen in den Buchhandlungen. Und in regelmäßiger Beständigkeit erscheinen neue Namen, neue Romane. Mit „…und morgen werde ich dich vermissen“ betritt Heine Bakkeid die Bühne der Spannungsliteratur. Wrack – Heine Bakkeid „… und morgen werde ich dich vermissen“ weiterlesen