Carl-Johan Vallgren – „Deine Zeit wird kommen“

„Trauer durchfuhr ihn in Dunkelgeschwindigkeit.“

Es ist eine ruhige Gegend. Wenige Menschen leben hier. Die Polizei hat in Sachen Gewaltverbrechen wenig zu tun. Doch dann werden Kommissar Björling und sein jüngerer Kollege Håkansson in ein Waldstück gerufen. In einem Fluss liegt die furchtbar zugerichtete Leiche einer jungen, noch unbekannten Frau. Ihr Körper ist ausgemergelt und mit Hämatomen übersät, der Kopf rasiert. Noch kann Björling nicht ahnen, dass dieser Fall ihn an die Grenzen bringen und sein Leben für immer verändern wird.

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Heike Geißler – „Michaela Kohlhaas“

„Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht.“

1810 erscheint erstmals vollständig in einem Band mit Erzählungen die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist (1777-1811). Erzählt wird darin die Geschichte des gleichnamigen Pferdehändlers, der für erfahrenes Unrecht zur Selbstjustiz greift, zum Mörder und Räuber wird. Mehr als 200 Jahre später holt Heike Geißler die Geschichte ins Hier und Jetzt – mit einer Frau als Hauptfigur, die allerdings einen etwas anderen Weg geht.

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Svenja Leiber – „Nelka“

„Man hat aufgehört, die Leben zu zählen.“

In nur wenigen Momenten nimmt ihre unbeschwerte Jugend ein bitteres Ende. Nach dem Einmarsch deutscher Soldaten 1941 wird Nelkas Vater an einem Julitag in Lemberg auf offener Straße erschossen. Sie selbst wird wenige Tage später auf dem Weg zur Bäckerei „einkassiert“ und mit nur 16 Jahren und zahlreichen weiteren Mädchen nach Norddeutschland verschleppt, wo sie fortan als Zwangsarbeiterin auf einem Gutshof schuften muss. Svenja Leiber erzählt in ihrem neuen Roman am Beispiel ihrer Protagonistin von der Ausbeutung und dem Leid unzähliger Frauen während des Zweiten Weltkriegs.

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Christoph Hein – „Das Narrenschiff“

„Das neue Leben muss anders werden als dieses Leben, als diese Zeit.“

Alles beginnt mit einer Begegnung: Das kleine schüchterne Schulmädchen Kathinka trifft auf den großen Präsidenten Wilhelm Pieck. Verewigt auf einer Postkarte, die Jahrzehnte später die nunmehr erwachsene Kathinka zerreißen und im Papierkorb entsorgen wird. Da ist das Land namens DDR fast von der Karte verschwunden – und das Leben vieler meist nicht mehr, wie es einst war. Egal aus welcher Schicht sie stammten, ob sie Arbeiter oder eben jene Funktionäre waren, denen sich Christoph Hein in seinem neuesten voluminösen Roman „Das Narrenschiff“ zuwendet.

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Nina Bußmann – „Drei Wochen im August“

Ein großes Haus am Meer, für drei Wochen im Sommer – und ohne einen einzigen Cent zu bezahlen. Wer würde da wohl Nein sagen. Wer jedoch zuvor den neuen Roman von Nina Bußmann „Drei Wochen im August“ liest, könnte indes schnell ins Zweifeln kommen. Denn mit der anfänglichen Idylle ist es darin schnell vorbei. Alles kommt anders, als zuvor gedacht und erhofft. Statt einer Unbeschwertheit machen sich ein gewisses Unbehagen und Spannungen breit. Dann brennt noch der Wald, verschwindet ein 13-jähriges Mädchen spurlos …

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Ivy Pochoda – „Sing mir vom Tod“

„Wir sind nichts als unsere Narben.“

Nicht jede düstere Story muss in der Dunkelheit beginnen. Aber sie kann. Ein Frauengefängnis ist bekanntlich kein Ort der Freude und Harmonie. Hier herrscht das Recht der Stärkeren, der immergleiche Alltag. Gewalt, Drogen und Missbrauch sind an der Tagesordnung. Auch die Aufseher mischen mit oder schauen weg, wenn es brenzlig wird. Wir sind zu Beginn in Arizona – hinter Gittern. Florence „Florida“ Baum und Diosmary „Dios“ Sandoval verbüßen ihre Haft für unterschiedliche Delikte, beide waren einige Zeit Zellengenossinnen.

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