„Werden wir jemals wieder ins Helle kommen?“ Ende Dezember 1940 geht der Autor Iwan Heilbut mit seiner Frau Charlotte und seinem kleinen Sohn Francis in Lissabon an Bord des Schiffes „Serpa Pinto“. Wie viele der… Mehr
Judith Fanto – „Der Betrachter“
„In mir war es Nacht.“
Es hätte eine Freundschaft für das ganze Leben werden können, als Hermann, Béla, Lotte, Bertl, Max und Franzi sich im Sommer 1917 in einer Jugendherberge in Altaussee kennenlernen. Eine eingeschworene und unzertrennliche Gemeinschaft entsteht in jenen sechs Sommern – trotz unterschiedlicher Herkunft, Interessen, Meinungen. Die gemeinsamen Aufenthalte in der Sommerschule in der Steiermark prägen sie für immer.
„Judith Fanto – „Der Betrachter““ weiterlesenHeike Geißler – „Michaela Kohlhaas“
„Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht.“
1810 erscheint erstmals vollständig in einem Band mit Erzählungen die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist (1777-1811). Erzählt wird darin die Geschichte des gleichnamigen Pferdehändlers, der für erfahrenes Unrecht zur Selbstjustiz greift, zum Mörder und Räuber wird. Mehr als 200 Jahre später holt Heike Geißler die Geschichte ins Hier und Jetzt – mit einer Frau als Hauptfigur, die allerdings einen etwas anderen Weg geht.
„Heike Geißler – „Michaela Kohlhaas““ weiterlesenPatrick Ryan – „Buckeye“
„Die Welt drehte sich weiter, sammelte die Trümmer auf.“
Manchmal kann ein Unglück später auch ein Glück bedeuten. Cal Salt kommt mit einem fünf Zentimeter kürzeren Bein zur Welt. Es wird ihn Spott, Demütigung und Mitleid einbringen. Doch er bleibt 21 Jahre später verschont, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt, Millionen junger Männer zur Waffe gerufen werden, um an den Fronten in Europa, Asien und Afrika, auf dem Land, zu Wasser und in der Luft zu kämpfen. Wie Felix Jenkins, der den Untergang eines vom Torpedo versenkten Versorgungsschiffes als einer der wenigen Besatzungsmitglieder überlebt – aber für immer versehrt bleibt.
„Patrick Ryan – „Buckeye““ weiterlesenDario Ferrari – „Die Pause ist vorbei“
„Manchmal hält man sich für unvollkommen und ist doch nur jung.“
Mit der Regelstudienzeit hält es Marcello nicht so sehr. Zehn Jahre brauchte er zum Master. Er genießt eher das Leben, hängt mit Freunden ab – und wohnt noch immer im Hotel Mama. Er verdient sich etwas Kohle beim Kellern. Gäbe es Wettbewerbe im Prokrastinieren, er würde in der ersten Liga mitspielen. Doch dann bekommt er unverhofft die Chance seines Lebens: die Möglichkeit, weiterzukommen. Er erhält ein mehrjähriges Stipendium für eine Doktorandenstelle. Sein Professor an der Uni Pisa schlägt ihn vor, über den Schriftsteller und Linksterroristen Tito Sella zu schreiben.
„Dario Ferrari – „Die Pause ist vorbei““ weiterlesenJulia Wong – „Zur anderen Seite des Ozeans“
„Alles im Kosmos ist miteinander verbunden.“
Sein Ruf als Universalgelehrter ist bis heute legendär, seine kosmopolitische Haltung vorbildhaft. Alexander von Humboldts (1769-1859) Name kennt wohl die ganze Welt, schon zu Lebzeiten genoss er großes Ansehen – erlangt durch seine Publikationen und mehrjährigen Forschungsreisen. Eine führte ihn Ende des 18. Jahrhunderts nach Südamerika. Ihr widmete sich Julia Wong, eine peruanische Schriftstellerin mit chinesischen Wurzeln, in ihrem Roman „Zur anderen Seite des Ozeans“, in der allerdings eine ganz andere Person die Hauptrolle übernimmt.
„Julia Wong – „Zur anderen Seite des Ozeans““ weiterlesenSherwood Anderson – „Winesburg, Ohio“
„Wie die anderen in Winesburg war er verwirrt und wusste nicht, was er tun sollte.“
Am Anfang ist der Schriftsteller, ein alter Mann mit weißem Schnurrbart, am Ende der junge Mann, der vom Schreiben träumt, die Stadt hinter sich lässt und sich von einer möglichen Liebe verabschiedet. Dazwischen liegen gut 20 Geschichten, die miteinander verwoben sind, ein dichtes Netz bilden. In einer Kleinstadt wie Winesburg, und sei sie eben fiktiv, ist das wohl eben so, denn jeder kennt jeden, machen Ereignisse und Entscheidungen schnell die Runde.
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