Tove Alsterdal – „Sturmrot“

„Familie kann ein verdammt gefährlicher Ort sein.“ 

Er war es, ganz sicher. Die Bewohner von Ådalen haken den schrecklichen Fall für sich ab. Ein Schuldiger ist schnell gefunden. Doch als Olof seinen Vater Sven erstochen in dessen Haus findet, kehren die Erinnerungen an die einstigen Geschehnisse von vor 23 Jahren zurück. Denn Olof hatte damals gestanden, Lina vergewaltigt und ermordet zu haben. Nie wurde er vor ein Gericht gestellt ob seines jungen Alters, nie tauchte sein Name in der Presse, in den Akten auf. Der Junge war 14 Jahre alt, noch ein Teenager. Und nie konnte die Leiche des jungen Mädchens gefunden werden. Ist der Mord an seinem Vater eine späte Rache? Polizeimeisterin Eira Sjödin wird ins Ermittlerteam gerufen, um diesen Fall aufzuklären. Die junge Polizistin steht im Mittelpunkt einer neuen Trilogie der schwedischen Autorin Tove Alsterdal – und „Sturmrot“ ist ein spannender, atmosphärischer und komplexer Auftakt nach Maß. 

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Alex Schulman – „Verbrenn all meine Briefe“

„Hinter der einen Trauer verbirgt sich immer eine andere, es ist endlos.“ 

Sommer 1932: Karin lernt Olof kennen – und lieben, obwohl sie bereits mit Sven verheiratet ist, sie – die Übersetzerin und der Autor – gemeinsam ein schillerndes Paar inmitten der schwedischen Literaturszene abgeben. Nur für kurze Zeit leben Karin und Olof ihre tiefen Gefühle füreinander aus. Der Bruch ist brachial und hat immense Folgen. In die Familie, die Karin und Sven gründen, zieht die Wut ein. Eine Wut, die auch ihr Enkel, der Schriftsteller Alex Schulman, in sich spürt. Bereits vor seinem großen Erfolg „Die Überlebenden“ verarbeitet der Schwede in seinem Band „Verbrenn all meine Briefe“ Ereignisse aus der Geschichte seiner Familie. Und schon da auf berührende, spannende und vielschichtige Weise.

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Helga Flatland – „Zuunterst immer Wolle“

„Aufsässigkeit ist einfacher als Entschuldigung, harte, kalte Distanz einfacher als Scham und Angst.“

Ein einziger Anruf hebt das Leben von Sigrid aus den Angeln. Ihre Mutter Anne erzählt ihr, dass sie an Krebs erkrankt ist. In den kommenden Monaten wird die Ärztin nicht nur mit den furchtbaren Folgen der heimtückischen Krankheit ihrer Mutter konfrontiert. In die Gefühle zwischen Verzweiflung, Trauer und Hoffnung mischen sich schmerzvolle Erinnerungen an ihre Kindheit. In ihrem eindrücklichen Roman „Zuunterst immer Wolle“ nimmt die norwegische Schriftstellerin Helga Flatland das Leben und die vielschichtigen Beziehungen einer Familie mit sehr viel Feingefühl in den Fokus.

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Kristin Valla – „Das Haus über dem Fjord“

„Nur Papa sank, kam nie an die Oberfläche, hatte etwas in sich, das ihn schwer machte.“

Es sind nur wenige Sekunden, in denen die zehnjährige Elin ihren Vater und ihre beiden älteren Brüder Thomas und Vegard für immer verliert. Auf dem Weg zu einer Familienfeier kommen sie infolge eines Erdrutsches ums Leben. Das Mädchen und ihre Mutter sind an jenem Tag daheim geblieben. Mehr als 20 Jahre später und nach dem Tod der Mutter kommt die nunmehr erwachsene Elin einem streng gehüteten Geheimnis auf die Spur, das die gesamte Familiengeschichte nicht nur infrage stellt. In ihrem berührenden wie atmosphärischen Roman „Das Haus über dem Fjord“ erzählt die Norwegerin Kristin Valla von Trauer und Schmerz und welche Folgen die Geheimnisse der Eltern auf die nächste Generation haben können.

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Christoffer Carlsson – „Was ans Licht kommt“

„Vieles, was sichtbar ist, sieht man nicht, weil es zu schmerzhaft wäre.“ 

Es ist der Abend, als Olof Palme stirbt. Am 28. Februar 1986 wird der schwedische Ministerpräsident nach einem Kinobesuch auf offener Straße in Schwedens Hauptstadt Stockholm erschossen.  An jenem Tag in der Provinz Halland beobachtet ein Junge ein merkwürdiges Geschehen. Später wird dort in einem Auto die Leiche einer jungen Frau gefunden. In beiden Fällen tappt die Polizei bei ihren Ermittlungen lange im Dunklen, sind die Menschen geschockt von dem grausamen Verbrechen. Der schwedische Kriminalautor und Kriminologe Christoffer Carlsson erzählt in seinem Roman „Was ans Licht kommt“ von einer Mordserie in der schwedischen Provinz, vor allem aber von den Menschen, die dort leben.

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Lene Therese Teigen – „Schatten der Erinnerung“

„Ich selbst bin es, der ich in deinem Schrei begegne.“

1905 entstanden, zeigt ein Öl-Gemälde den berühmten Künstler als Selbstporträt und seine Geliebte an seiner Seite. Längst war da die wechselvolle Beziehung in die Brüche gegangen. Gut drei Jahren waren Edvard Munch (1863 – 1944) und Mathilde „Tulla“ Larsen (1869 – 1942), die Frau mit den roten Haaren, ein Paar. Doch die Dominanz Munchs, der körperlich wie seelisch angeschlagen war und unter erheblichen Selbstzweifeln leidete, brachte auch Tulla Larsen an den Rand der Verzweiflung. Die norwegische Autorin, Dramatikerin und Regisseurin Lene Therese Teigen hat sich intensiv mit beiden und deren Beziehung beschäftigt. Entstanden ist ein faszinierender wie erhellender Roman, der nicht nur den Fokus auf die Sicht der Frau auf diese schwierige Partnerschaft lenkt, sondern auch von der fehlenden Anerkennung von Künstlerinnen in dieser Zeit erzählt.

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Marianna Kurtto – „Tristania“

„Und warum ist nichts genug, nimmt nichts die Sehnsucht weg?“

Es gibt Eilande der Sehnsucht. Und es gibt Tristan da Cunha. Die schroffe, vom Südatlantik umgebene Insel gilt als eine der entlegensten bewohnten Inseln der Welt. Die Gestade von Südamerika und Afrika liegen Tausende Kilometer entfernt. Die finnische Autorin Marianna Kurtto hat die Handlung ihres neuen Romans „Tristania“ auf Tristan da Cunha angesiedelt. Darin erzählt sie vom Zerbrechen einer Familie sowie einer realen Katastrophe, den Vulkanausbruch im Jahr 1961 – und das mit einer Sprache von großer Kraft. „Marianna Kurtto – „Tristania““ weiterlesen

Toril Brekke – „Ein rostiger Klang von Freiheit“

1968 – ein Jahr, das mit Ereignissen und Entwicklungen Geschichte geschrieben und den Lauf der Zeit maßgeblich geprägt hat. Ein politisches wie gesellschaftliches Rumoren, das auch Oslo erreicht, in dem die Jugend gegen den Vietnam-Krieg protestiert. Im Sommer 1968 steht Agathe vor ihrem letzten Schuljahr. In ihrem Drang nach Freiheit wechselt sie die Schule, verlässt die vertraute Umgebung, um sich der Gemeinschaft der neu gegründeten reformpädagogischen Summerhill-Schule anzuschließen. Doch ein Anruf sorgt bei Agathe und ihrem jüngeren Bruder Morten für Aufregung. In ihrem doppelbödigen Roman „Ein rostiger Klang von Freiheit“ erzählt die norwegische Schriftstellerin Toril Brekke von einer besonderen Zeit und einer Familie, deren Leben von mehreren Geheimnissen überschattet wird.

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Tove Ditlevsen – „Gesichter“

„Man darf nur ein Gesicht auf einmal haben.“

Die Wiederentdeckung der dänischen Autorin Tove Ditlevsen (1917 – 1976) mit ihrer autobiografischen Kopenhagen-Trilogie aus den Bänden „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“ bestehend und in den Jahren 1967 bis 1971 wenige Jahre vor ihrem Freitod erschienen, kam einer literarischen Sensation gleich. Nun kann auch ihr Roman „Gesichter“ entdeckt werden. Ein eindrückliches, aber auch herausforderndes Werk mit einem ebenfalls kurzen, prägnanten Titel, das auch in Zusammenhang mit ihrer Trilogie gelesen werden kann, vielleicht auch sollte. Denn auch darin gibt es, wenngleich fiktiv,  autobiografische Anklänge und Bezüge, wenn die Skandinavierin darin über das Thema Psyche und die Psychose einer Autorin schreibt.

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Heidi Sævareid – „Am Ende der Polarnacht“

„In der Polarkälte rast die Zeit davon. Jede Entscheidung zählt.“

Es ist kaltes Land. Im Winter klettert die Sonne nicht über den Horizont. Nur das flimmernde zuckende Polarlicht erhellt das Firmament auf nahezu magische Weise. Im Sommer wird die Nacht zum Tag. Die Arktis ist eine eigene Welt, in der Eisbär und Polarfuchs heimisch sind. Zu ihr gehört hoch im Norden auch das Archipel Svalbard mit der Hauptinsel Spitzbergen. Dorthin und zugleich in die 1950er-Jahren entführt die norwegische Autorin, Übersetzerin und Kritikerin Heidi Sævareid mit ihrem eindrücklichen Roman „Am Ende der Polarnacht“, mit dem sie auch die Geschichte ihrer Großeltern erzählt.

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