Iwan Heilbut – „Zugvögel“

„Werden wir jemals wieder ins Helle kommen?“

Ende Dezember 1940 geht der Autor Iwan Heilbut mit seiner Frau Charlotte und seinem kleinen Sohn Francis in Lissabon an Bord des Schiffes „Serpa Pinto“. Wie viele der Passagiere flüchtet er als Jude vor Krieg und Verfolgung. Am 9. Januar 1941 erreicht er in New York das rettende Ufer. Nach Jahren des Exils und des Lagerlebens. Seine traumatischen Erfahrungen hat er in seinem Roman „Zugvögel“ verarbeitet, das nun nach seiner Wiederentdeckung erstmals in einer deutschen Ausgabe gelesen werden kann.

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John Horne Burns – „Galleria Umberto“

„Die Bar war wie ein Zirkus mit tausend verschiedenen Manegen, die alle gleichzeitig bespielt wurden.“

Hier treffen sich die Fremden und die Einheimischen, die Sieger und Besiegten, die Soldaten und die Zivilisten, die Offiziere und die Prostituierten. Die prächtige Galleria Umberto in Neapels Altstadt ist ein turbulenter Magnet und zugleich ein Mikrokosmos der Gesellschaft. In John Horne Burns‘ (1916-1953) gleichnamigen Debüt ist sie als Schauplatz zugleich eine besondere Heldin, vom Krieg versehrt.

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Jacqueline Harpman – „Ich, die ich Männer nicht kannte“

„Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.“

Schon als kleines Kind lebte sie in einem unterirdischen Gefängnis, hier ist sie aufgewachsen. Weder hat sie Erinnerungen an das Davor, noch wird ihr irgendetwas gelehrt. Sie existiert nur, beobachtet, stellt Fragen. So vergehen Jahre, bis eines Tages ein unvorhergesehenes Ereignis geschieht. Gemeinsam mit den 39 weiteren Frauen unterschiedlichen Alters schafft es die Jüngste der Gruppe ans Tageslicht – und in die Freiheit.

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Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer“

„Der Tod schnatterte mir ins Ohr.“

Ob er in der heutigen Zeit womöglich überlebt hätte? 1954 gab es weder Handys für den schnellen Notruf noch Rettungshubschrauber. So stirbt Tony Aquista trotz eines Helfers, der ihn im Straßengraben am Highway aufliest, wenig später im Krankenhaus. Lew Archer, seines Zeichens Privatdetektiv, der eigentlich auf dem Weg nach Sacramento ist, sammelt den jungen Mann in der kalifornischen Pampa nahe der Kleinstadt Las Cruces auf. „Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer““ weiterlesen

Kent Haruf – „Das Band, das uns hält“

„Doch was für ein verschwendetes Leben.“

Colorado. Weites Land. Bergig im Westen, flach im Osten. Zwischen den Rocky Mountains und den Great Plains leben heute etwa 5,8 Millionen Menschen – und Kent Harufs Helden. Alle seine insgesamt sechs Romane hat der US-Amerikaner in der fiktiven Kleinstadt Holt angesiedelt. Mit seinem letzten Roman „Our Souls by Night“, 2017 in deutscher Übersetzung mit dem Titel „Unsere Seelen bei Nacht“ erschienen, setzte seitdem auch hierzulande eine Würdigung seines literarischen Schaffens ein. Zuletzt erschien nun mit „Das Band, das uns hält“ („That Tie that Bind“) sein Debüt aus dem Jahr 1984 in deutscher Übersetzung.

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Edith Anderson – „A Man’s Job“

„Wenn sie uns eins aufs Kinn geben, holen wir aus und schlagen zurück.“

Als nach dem Überfall auf Pearl Harbor die USA im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintritt, werden Millionen amerikanischer Männer für den Dienst in der Armee einberufen und rekrutiert. Fortan fehlen sie in entscheidenden Bereichen. Ihre Stellen nehmen fortan Frauen ein. Nicht nur in der Rüstungsindustrie, sondern beispielsweise auch bei der Eisenbahn. Über dieses besondere Kapitel amerikanischer Geschichte hat die in New York geborene Journalistin und Autorin Edith Anderson (1915-1999) einen Roman geschrieben, der 1956 erstaunlicherweise in Übersetzung erstmals in der DDR erschien und nun in einer Neuausgabe und -übersetzung wiederentdeckt werden kann.

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