Petra Klabouchová – „An der Moldauquelle“

„Das stärkste Band war das Schuldgefühl.“

Es ist ein Januartag. Ein besonderer Tag. Es ist der 27. Januar, der Holocaust-Gedenktag. Ein kleiner Junge verschwindet. Als die Suche eingestellt wird, weil das Kind glücklicherweise wieder auftaucht, stoßen die Suchmannschaften derweil im Böhmerwald nahe der Kleinstadt Vimperk auf die Leiche eines Mädchens. Nicht nur der tote Körper inmitten der Kälte lässt die Leute erschauern. Das Mädchen trägt einen gestreiften Pyjama, der an die Kluft von KZ-Häftlingen erinnert. An der Kleidung des Kindes befindet sich darüber hinaus ein Davidstern.

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Christoffer Carlsson – „Hinter dem Nebel“

„Es gibt Wahrheiten, die man nur durch Fiktion vermitteln kann.“

Im Speisesaal einer Pension wird der Schriftsteller Johan Oskarsson erhängt aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus, nur ein einstiger Freund, ebenfalls Autor, glaubt nicht daran und zweifelt an der Theorie. Er bekommt einen Anruf des Ermittlers Vidar Jörgensson, denn er war der letzte, den Oskarsson vor seinem Tod kontaktiert hatte. Der Autor macht seine eigenen Recherchen über seinen Freund, der zuletzt an einer Biografie der bekannten Schriftstellerin Ingrid Klinga gearbeitet hat.

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Rachel Kushner – „See der Schöpfung“

„H. sapiens braucht Hilfe. Aber er will keine.“

Wir müssen die Zeit weit zurückdrehen für diesen Roman, der in der Gegenwart angesiedelt ist. Vor etwa 40.000 Jahren existierte der letzte Neandertaler. In Europa und Asien ansässig, lebten die urzeitlichen Menschen mit dem kräftigen Körperbau und dem markanten Schädel zuletzt an der Seite ihres „Verwandten“ – unseres Vorfahrens, des Homo sapiens. Doch was wäre, wenn der Neandertaler nicht ausgestorben wäre? Wäre die Welt eine bessere – nicht Kriegen und Umweltzerstörung ausgesetzt? Dieser Frage geht Rachel Kushner in ihrem neuesten Roman „See der Schöpfung“ nach, der auf faszinierende wie eindrückliche Weise das Gestern mit dem Heute sowie Spannung mit Philosophie und Geschichte verknüpft.

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Zach Williams – „Es werden schöne Tage kommen“

„Das Universum muss eine Illusion sein, irgendwie.“

Ob der Sturm über das Land fegt, Dunkelheit und Feuchte in das Zimmer kriechen, seine Lieblingspuppe übel zugerichtet ist oder er aus dem Wasser herausgezogen wird und nach Luft schnappt. Auf die Frage seiner Mutter sagt der kleine Max das immer selbe Wort: „Unheimich“. Das Wort könnte über all jenen zehn Stories stehen, mit denen der US-Amerikaner Zach Williams reichlich Begeisterung bei Kritikern und Lesen auslöst(e) – in Übersee und mittlerweile auch hierzulande. „Es werden schöne Tage kommen“ heißt sein  Band, der Menschen in Extremsituationen zeigt, skurrile Szenen beschreibt und beim Leser das Gefühl weckt, in schräge Zwischenwelten gelandet zu sein.

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Hervé Le Corre – „Durch die dunkelste Nacht“

„Er war in Winkel vorgedrungen, in denen der Tod Chaos gesät hatte (…).“

Bordeaux. Die Weinhauptstadt Frankreichs. Unzählige Touristen flanieren durch die Altstadt oder unternehmen eine Flussfahrt auf der Garonne, den Atlantik in Reichweite. Wer den Roman „Durch die dunkelste Nacht“ des Franzosen Hervé Le Corre liest, wird diese idyllischen Bilder indes zur Seite schieben (müssen). Polizeikommandant Jourdan, Held des Romans, wird immer wieder mit den Folgen erbarmungsloser wie brutaler Gewalt konfrontiert. Und dann treibt auch noch ein Serienmörder sein Unwesen in der Stadt. „Hervé Le Corre – „Durch die dunkelste Nacht““ weiterlesen →

Anthony McCarten – „Going Zero“

„Es gibt keine Geheimnisse mehr. Wir alle stehen heute nackt im grellen Scheinwerferlicht.“

Noch vor einigen Jahren recht naiv, wunderte ich mich über Online-Werbung. Ich hatte zu Hause an einem Abend nach einer neuen Waschmaschine gegoogelt. Tags darauf konnte ich mich vor Angeboten nicht retten, als ich im Büro das Internet öffnete. Überall schwirrten Anzeigen auf den Seiten, die ich aufrief. Zweifellos: Wir sind gläsern. Alles, was wir tun, was wir in das weltweite Netz hineintragen, wird gesammelt. Nicht nur Krimi-Serien zeigen uns, was mittlerweile Behörden an Daten selbst rein legal zusammentragen können. Weit beängstigender sind die Möglichkeiten und Wege der Tech-Konzerne. Ein erschreckendes Bild zeigt uns der Neuseeländer Anthony McCarten in seinem neuen Roman „Going Zero“ auf, wobei er das Thema der Überwachung mit einem weiteren größeren Problem auf beeindruckende Weise verknüpft.

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