Ein Jahrhundert – Holger Siemann „Das Weiszheithaus“

„Wir sollen für das Haus sorgen wie für ein lebendiges Wesen, dann wird das Vertrauen wachsen, dann werden wir eine Familie sein, Brüder und Schwestern (…).“

Ein Haus bietet nicht nur seinen Bewohnern ein Dach und ein Zuhause. Es könnte auch erzählen – vom Lauf der Zeit mit all ihren Geschehnissen, Veränderungen und Erscheinungen sowie von den Geschichten über das Leben und Schaffen der Menschen. Wenn es nicht schon sie es sind, die berichten. In seinem neuen wunderbaren Roman „Das Weiszheithaus“ setzt Holger Siemann ein Mietshaus in Berlin in den Mittelpunkt des Geschehens und lässt dessen Bewohner sprechen – von lichten wie von dunklen Zeiten.  Ein Jahrhundert – Holger Siemann „Das Weiszheithaus“ weiterlesen

Begleiter – Gerbrand Bakker „Jasper und sein Knecht“

„Am schönsten ist das Gefühl, dass ich etwas zurückbekomme, das zerstört zu sein schien.“

Die aktuelle Literatur scheint einen neuen Trend zu pflegen: Schriftsteller schreiben über sich, ihr kreatives Leben und den Literaturbetrieb, ihre Bewährungsproben im Alltag, ihr Innerstes. Den Namen Karl Ove Knausgård braucht man an dieser Stelle wohl nicht zu erklären. Sowohl Fans als auch Kritiker werden sich in jenem Punkt einig sein, dass er mit seiner sechsbändigen „Min kamp“-Reihe – der letzte Teil soll im kommenden Jahr im Luchterhand Verlag erscheinen – die Form des autobiografischen Schreibens wieder in das Bewusstsein gebracht hat. Thomas Melles Buch „Die Welt im Rücken“ (Rowohlt) steht ein weiteres Werk mit autobiografischen Zügen auf der Shortlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises. Nun Gerbrand Bakker, der sich in diese kurze Aufzählung einreiht und der in seinem neuesten Band „Jasper und sein Knecht“ ebenfalls über seine Depression schreibt. Begleiter – Gerbrand Bakker „Jasper und sein Knecht“ weiterlesen