Ohne Keks keine Krümel – Vorsicht, ich faste!

Zugegeben, ich mache da auch mit. Einmal im Jahr, sieben Wochen, 49 Tage. Die Stunden rechne ich nicht extra aus. An alle, die mich angesichts meiner Fastenzeit noch nach meinem Befinden fragen werden – mir geht es gut.  Okay, es war in den vergangenen Tagen mit diesem Eiscaféfreisitz-Wetter verdammt schwer, an den Lokalitäten unbeschwert vorbei zu gehen und die Kinder mit ihren Eistüten zu sehen, bei denen mehr von der klebrigen und süßen Substanz um den Mund herum als schließlich in jenem welchen war. Von dem angeregten Geschnatter der Eisbecher vertilgenden Erwachsenen ganz zu schweigen. Aber ich habe es geschafft. Bisher. Kein Kuchen, kein Eis. Ohne Keks gab es zudem auch keine Krümel auf dem Sofa. Gut, ich muss gestehen: Einmal gab es Nutella zum Frühstück und ab und an einen süßen Nachtisch. Dies ist meine Sündenliste.

Aber da ist noch die andere Sache. Fleisch ist ebenfalls tabu. Dafür kommen vielmehr Fisch und Gemüse auf den Tisch. So ganz ohne Fleisch – das ist manchmal schwerer, als aufs Süße zu verzichten. Bis auf eine herrliche Gemüsesuppe mit Fleischzugabe bei einem Pressetermin im Kloster Memleben habe ich auch dies im Griff. Noch. Um die Dönerbude mache ich einen großen Bogen.

Warum das Ganze werde ich oft gefragt. Neulich zeigte mir eine Kollegin eine tolle Karte mit dem Spruch: Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot. Aber ich bin indes der festen Überzeugung, man sollte mit einer gewissen Zeit die Dinge einmal mit anderen Augen sehen. Da hilft die Fastenzeit, man setzt sich im Kalender einen Abschnitt, in dem man Gewohnheiten über den Haufen wirft. Dinge, die man häufig achtlos zu sich nimmt, sind dann passé, und man merkt, dass der Verzicht einem nicht weh tut. Die nicht verzehrte Schokoladenpackung im Küchenschrank zweite Schublade Mitte hat mich jedenfalls noch nicht in die Finger gezwickt, wenn ich zu den Teebeuteln gegriffen habe. Mir geht es also gut. Disziplin hat immer etwas mit Selbstachtung und einem Bewusstsein für das Wichtige zu tun. Es ist immer schön, wenn eine Fastenzeit weiter wirkt. Ich würde es mir wünschen. Ab und an kann man ja die Fastenzeit fasten. Aber nur ganz selten. Sieben Wochen können Spuren hinterlassen. Vor allem im Kopf.

PS: Ohne im Besitz einer Waage zu sein, kann ich die Auswirkungen der Fastenzeit auf meinen Körper nicht mit konkreten Daten belegen. Mal sehen, was Mutti am Sonnabend sagt, wenn ich zu einem Besuch bei ihr weile. Wenn sie sagt „Kind, du hast keinen Po in der Hose“ ist das ein gutes Zeichen.

Foto: wrw/pixelio.de

1 Comment

  1. Liebe Constanze, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ja, es ist nicht leicht, aber irgendwann macht es sogar Spaß. Spätestens am nächsten Morgen, wenn man sich freut „Wieder einen Tag geschafft und konsequent geblieben.“
    Spaß macht auch die Überlegung „Was könnte ich stattdessen tun?“ Hier wirds richtig interessant.
    Dir wünsche ich noch die letzten erfolgreichen Tage bis Karfreitag und eine guten Blick von Mutti. Ich bin mir sicher, sie wird es sehen.

    LG Heide

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