Jugendliteraturpreis wird 60

Wenn sich vom 19. bis 23. Oktober Frankfurt am Main wieder zum Buch-Mekka verwandelt, werden auf der Buchmesse nicht nur die beiden Ländern Niederlande und Flandern als Ehrengäste thematisch besonders im Fokus stehen. Zwei runde Jubiläen stehen im Jahr 2016 an und verlangen nach Aufmerksamkeit: Auf 50 Jahre Geschichte kann die Stiftung Buchkunst zurückblicken. Und seit bereits 60 Jahren wird alljährlich der Deutsche Jugendliteraturpreis vergeben, die bedeutendste Auszeichnung im Bereich Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. 

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Das Plakat des diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreises hat David Wiesner entworfen. Der amerikanische Autor und Illustrator erhielt den Preis 2015 für das Werk „Herr Schnuffels“

Bereits mit mehreren Veranstaltungen wurde dieser runde Jahrestag in den vergangenen Monaten begangen. Zur Frankfurter Buchmesse wird am 21. Oktober schließlich der diesjährige Jugendliteraturpreis im feierlichen Rahmen übergeben; in den insgesamt vier Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Eine Jury aus neun Juroren verschiedenster Professionen wie Wissenschaftler und Pädagogen sowie unter dem Vorsitz von Birgit Müller-Bardoff, Kulturredakteurin bei der Augsburger Allgemeinen, entscheidet über die Sieger. Zudem verleiht eine Jugendjury, in der sechs Leseclubs ihre Stimmen abgeben können, einen eigenständigen Preis. Hinzu kommt der Sonderpreis, den ein deutscher Künstler ob Autor, Übersetzer oder Illustrator für sein Lebenswerk erhält. Im kommenden Jahr soll zudem erstmals der Preis „Neue Talente“ gestiftet werden.  Insgesamt ist der Preis, der in früheren Jahren „Deutscher Jugendbuchpreis“ genannt wurde, in jeder Kategorie mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert; ausgenommen der Sonderpreis in Höhe von 12.000 Euro. Das Geld stammt dabei aus Bundesmitteln, denn Preisgeber ist seit Beginn an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Auszeichnung soll vor allem eine Orientierungshilfe im Büchermarkt bieten, so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Für die Organisation zeichnet sich jedoch der Arbeitskreis für Jugendliteratur verantwortlich, der im Jahr 1955 ins Leben gerufen wurde. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt indes nicht nur die Vorbereitung der Preisvergabe. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds vergibt der Arbeitskreis die Kranichsteiner Jugendliteratur Stipendien jährlich an zwei Autoren. Zudem setzt er sich im Bereich Leseförderung ein.

Blickt man nun auf die Liste der Preisträger in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten, gibt es die eine oder andere Wiederbegegnung mit bekannten Namen, deren Werke heute zu den Kinderbuch-Klassikern zählen und im Unterricht gelesen werden, wie „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang (Preisträger 1988), „Krabat“ von Otfried Preußler (1972), „Sofies Welt“ von Jostein Gaarder oder Michael Endes Erfolgsroman „Momo“ (1974). Apropos: Momo. Die berühmte Heldin aus dem gleichnamigen Buch wird in Gestalt einer Bronzestatue an den Sieger in jeder Kategorien verliehen. Aber auch weniger bekannte Namen und Titel finden sich in den Listen, die damit sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen einen Anreiz bieten, Werke wieder zu entdecken.

Nominiert werden Bücher von deutschsprachigen Autoren sowie internationale Werke, die in Deutschland bereits in Übersetzung vorliegen. In diesem Jahr sind nominiert – unter Nennung des Autors, Illustrators und Übersetzers: