Die wenigsten halten es aus – in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit einer Insel, die, umgeben vom Meer und abseits vom Festland, wie eine Welt für sich erscheint. So ist San Miguel. Inmitten des Pazifiks liegend, Kilometer von der kalifornischen Küste entfernt, leben nur ein Handvoll Menschen: Marantha, ihr Mann Will und die adoptierte Tochter Edith sowie Helfer, die der Familie bei der Bewirtschaftung des Hofes und der Schafherde unter die Arme greifen. Eigentlich soll der Rückzug auf die Insel Marantha von ihrer Schwindsucht befreien. Doch die Freude auf ein Abenteuer, eine neue Herausforderung wird schnell getrübt. Das Herrenhaus entpuppt sich schon am ersten Tag als „feuchte Hütte“, in denen die Mäuse auf den Tischen tanzen, das Eiland zeigt sich mit den regelmäßigen Wetterkapriolen von seiner herben und ungemütlichen Seite. Nur ein Schiff, das die Vorräte transportiert, bildet die einzige Verbindung zum Festland.
Kategorie: Über den großen Teich
Das sich selbst besingende Land – Wolfgang Büscher "Hartland. Zu Fuß durch Amerika"
„‚Wo bist Du her?‘, ‚Aus Berlin, das liegt in Deutschland.‘ Die Großmutter krächzte laut auf, es war ihre Art zu lachen, sie fand es lustig, plötzlich einen Marsmenschen im Auto zu haben.“
Es ist Winter, als er seinen ersten Fuß in das Land setzt. Es ist kalt, und Schnee ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch nicht die Wettereskapaden halten ihn an der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Es ist ein Mann an der Grenzstation, der nicht glauben will, dass einer zu Fuß über den Kontinent läuft, dem es merkwürdig erscheint, dass jener auch noch Stempel als Andenken von Aufenthalten in China und Jordanien im Pass hat. Doch schließlich ist Wolfgang Büscher drüben. Und nach dem ersten Schritt werden Hundertausende folgen – quer durch die Staaten, quer durch das Hartland, zu Fuß durch Amerika, wie der Autor sein Reise- und Erinnerungsbuch benannt hat. Von einer Tour, die am Ende einen besonderen Lohn nach unzähligen Strapazen bereithält: Nicht nur ein Land gesehen, sondern auch in sein Innerstes geschaut zu haben. Doch sollten wir an dieser Stelle nicht schon vom Finale berichten, wenn auf den Herausforderer in Outdoor-Kluft und einen Rucksack im Rücken noch viele Anstrengungen warten. „Das sich selbst besingende Land – Wolfgang Büscher "Hartland. Zu Fuß durch Amerika"“ weiterlesen
Draußen – Joshua Ferris "Ins Freie"
„Die Welt ist viel zu alt. Seele ist Geist ist Hirn ist Körper. Ich bin du, und du bist es, und es wird immer Sieger bleiben.“
Er könnte ein glückliches, erfolgreiches und zufriedenes Leben führen. So viele positiven Eigenschaften und Möglichkeiten verbinden sich mit Tim Farnsworths Leben. Als Anwalt und Partner einer New Yorker Kanzlei wird er geachtet. Seine Frau Jane und seine Tochter Becka lieben ihn. Gemeinsam wohnen sie in einem großen Haus im Grünen. Doch die Idylle kippt mit der Sucht des Mannes. Oder ist es ein eigener innerer Antrieb? Tims unerklärlichen Märsche, die plötzlich beginnen und in unbekannte Viertel und Straßen führen, bleiben unerklärlich. Er läuft und läuft und läuft. Viele Kilometer lässt der Held im Roman „Ins Freie“ von Joshua Ferris zurück. Bis zur Erschöpfung ist er unterwegs, bis er schließlich in einen Schlaf fällt. Wenn er aufwacht, weiß er meist nicht, wo er sich befindet. Denn Strecke und ihr Zielpunkt sind immer wieder verschieden. Mal ist auf einem Friedhof Schluss, mal auf einer Parkbank, an Müllcontainern oder im Fahrerhaus eines Lieferwagens. Das Wetter spielt keine Rolle. Es kann regnen, schneien, Hitze herrschen – Tim ist unterwegs. Weder ein wichtiger Termin kann ihn stoppen noch die Bitten seiner Familie. „Draußen – Joshua Ferris "Ins Freie"“ weiterlesen
Rache für Hobbes – Gerard Donovan "Winter in Maine"
„Vielleicht gibt es für viele Dinge gar keinen Grund, und sie passieren nur, weil die Menschen sie tun.“
Julius Winsome ist ein Einzelgänger. Zurückgezogen lebt er in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Die Wände des kleinen Hauses sind mit Bücherregalen tapeziert. Die Zeit der Einsamkeit verbringt Winsome mit Lesen. Vor allem die Werke Shakespeare und dessen Sprache sind es immer wieder, die ihn beschäftigen. Er hat eine Wörterliste angelegt, um jeden shakespearschen Wort eine heutige Bedeutung zuzuweisen.
Julius‘ einziger Mitbewohner ist Hobbes, ein kleiner Pitbullterrier, der nicht von seiner Seite weicht. Es könnte alles so idyllisch sein in dem Roman „Winter in Maine“ von Gerard Donovan. Doch eines Tage findet Julius seinen treuen Begleiter angeschossen nicht vom Haus entfernt, der Hund stirbt wenig später. Seine letzte Ruhestätte findet er umringt von Blumen. Winsome sinnt nun auf Rache. Denn das Beste, was er hatte, ist von ihm genommen werden. Doch nicht nur eine harmlose Vergeltungsmaßnahme nimmt ihren Lauf, bei der der Täter nur erschreckt werden und seine Lehre daraus ziehen soll. Julius beginnt einen Rachefeldzug sondersgleichen, so viel sei an dieser Stelle verraten, doch nicht in welcher Form, denn dann würde der Roman viel von seiner Wirkung, seiner Wucht verlieren. Nur so viel noch: Gewalt scheint für Julius die einzige Antwort zu sein. Dass es dabei auch Unschuldige trifft, scheint ihn und seinem Gewissen nicht zu stören.
Zwischen seinen Taten kreuzt er dann und wann in der nahegelegenen Stadt auf, um mit einem Plakat nach dem Täter zu suchen und in aller Ruhe einzukaufen. Dabei trifft er auf Claire, jener Frau, die seine große Liebe war und mit der er sich ein gemeinsames Leben vorstellen konnte. Sie hat ihn auch den Vorschlag gemacht, sich doch einen Hund als Begleiter zu suchen. Allerdings endet die kurze Beziehung so schnell wie sie auch begonnen hat. Winsome blickt während all jener Zeit zurück auf sein Leben. Er erinnert sich an seine früh verstorbene Mutter, an den bücherversessenen Vater, der wie auch der Großvater die Schrecken des Krieg erlebt hatte und den Jungen allein aufgezogen hat. Winsomes Leben scheint so immer wieder von tragischen Ereignissen durchbrochen zu sein, die ihn zu einem Einzelgänger gemacht haben.
Donovan verwendet für die sehr poetische Schilderung der Handlung, die den unvorbereiteten Leser zu Beginn erst einmal in Schockstarre versetzen, als Erzähler die Hauptperson. Ein kluger Schachzug. So werden die Ereignisse nicht bewertet, nach Moral und Unmoral hinterfragt. Wichtig erscheinen nur die Ereignissen und die Beziehung von Winsome zu seiner Familie, zu Claire und natürlich zu Hobbes. An dem Leser ist es, die Taten des Einzelgängers und seine Person zu bewerten. Wer an dieser Auseinandersetzung zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit kein Interesse hat, kann hingegen das nur gut 200-seitige Buch als unheimlich spannenden Krimi lesen und sich nebenbei in eine Idylle im Norden der USA zurückziehen. Denn die bekommt kaum einen Kratzer – trotz der furchtbaren Ereignisse in ihrer Mitte. Dem irischen Autor ist ein atemberaubendes Meisterwerk gelungen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Kein Wunder, dass Donovans Werk 2008 von der englischen Zeitung „The Guardian“ zum Buch des Jahres gekürt wurde.
„Winter in Maine“ von Gerard Donovan erschien im Luchterhand-Verlag, später bei btb, in der Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Gunkel.
208 Seiten, 9,99 Euro
Durchleuchtet – Don DeLillo "Unterwelt"
„(…) die Sandkörnchenunendlichkeit der Dinge, die keiner zählen kann. Alles fällt unauslöschlich der Vergangenheit anheim.“
Wo und wie mit dem Nacherzählen der Geschichte beginnen, wenn diese sich als ein einziges Wollknäuel entpuppt, das nicht nur aus einem einzigen langen Faden besteht, sondern aus vielen, die mal länger, mal kürzer sind. Und wie ein Buch bewerten, wenn der Autor ein Meister seines Faches ist und man zu ihm mit Respekt und Bewunderung hinaufschaut? Ich entscheide mich, an dieser Stelle mal einen anderen Weg zu gehen, nicht die vielen Geschichten nachzuerzählen, sondern zu beschreiben, wie das Buch und ich die vergangenen zwei bis drei Wochen verbracht haben.
Es war schon mutig, aber auch blauäugig zu glauben, als ich den rund 1.000-seitigen Wälzer aus dem Buchregal nahm (in guter Nachbarschaft anderer Werke amerikanischer Autoren stehend), dass ich mühelos die Seiten durchpflügen würde. Der Beginn las sich wunderbar. Don DeLillo blickt auf ein berühmtes Baseball-Spiel 1951 zwischen den New York Giants und den Brooklyn Dodgers zurück, das nicht nur Persönlichkeiten wie Frank Sinatra und der FBI-Gründer J. Edgar Hoover live im Stadion verfolgten, dass auch mit dem überraschenden Sieg der Giants durch einen Homerun am Spielende Sportgeschichte schreiben sollte. DeLillo verknüpft schon in diesem Kapitel verschiedene Handlungsfäden zusammen und beschreibt das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven. Diese stilistische Besonderheit zieht sich schließlich durch das ganze Mammut-Werk, wobei in den ingesamt acht Teilen und dem Epilog zum Abschluss die Fäden ineinanderverwoben werden. So lerne ich die Brüder Nick und Matt kennen, deren Vater verschwunden sein soll, als beide Jungen noch Kinder waren. Während Matt später in der Wüste Nevadas in einem militärischen Forschungszentrum unter der Erde arbeitet, wird Nick in den kommenden Jahren zu einem Spezialisten in Sachen Müll. Die atomare Bedrohung und das Wettrüsten zwischen den USA und der Sowjetunion sowie die kläglichen, jedoch im Umfang riesigen Hinterlassenschaften der Menschheit sind Themen, die das ganze Buch durchziehen – wie auch jener Baseball, der einst von Thomson hoch hinaus geschlagen wurde und im Laufe der Jahre durch viele Hände gehen soll.
Mit der Lektüre reise ich nicht nur durch die Jahre und Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, meine literarische Tour führt mich auch durch die Staaten – von New York bis Arizona. Selbst das weit entfernte Kasachstan liegt am Schluss meiner Route. Von Kapitel zu Kapitel lerne ich nicht nur all die fiktiven Gestalten kennen, denen DeLillo Leben eingehaucht hat, immer wieder treffe ich auf bekannte Gesichter: Sinatra und Hoover, den legendären Komiker Lenny Bruce. Mit den Tagen und Wochen muss sich das dicke Werk indes ab und an in Geduld üben, manchmal sind nur wenige Seiten zu schaffen, manchmal jedoch pflüge ich wirklich durch die Passagen. Begeistert von der poetischen Prosa, den Szenen und Bildern voller Lebendigkeit und Eindringlichkeit, die einen bannen, festzurren, nicht mehr loslassen wollen. Immer wieder wird mir auch der Grund des Titel klar, finden sich doch markante Anspielungen: ein gleichnamiger, indes fiktiver Film des russischen Filmpioniers Sergej Eisenstein, der Blick von Dächern der New Yorker Wolkenkratzer hinab in die Straßenschluchten, die Bunker und unterirdische Gänge als vermeintlicher Schutz vor der atomaren Verstrahlung.
Große gesellschaftliche Fragen und Themen stehen ebenso auf dem Tableau wie das kleine Leben des Einzelnen gegenüber dem unausweichlichen Lauf der Geschichte. Alle entscheidenden Themen der Menschheit kommen hier in einem einzigartigen Panorama zusammen: die Macht der Wirtschaft, die Macht der Elite, die Klauen des Krieges und der Gewalt, die Kraft der Kunst. Vietnam ist hier ebenso Teil des menschlichen Handelns wie die riesigen Malereien auf längst vergessenen und ausrangierten Militärbombern in der Wüste Arizonas, ein Projekt der Künstlerin Klara Sax, die mit Nick einst eine kurze, aber heftige Affäre verband, die sich später auf die Suche nach einem jungen Graffiti-Künstler begibt, der am Ende des Romans im Ghetto sein kümmerliches Dasein fristet. Obwohl die Geschichten und Lebensläufe als ein nahezu undurchdringliches Netz erscheinen – zum Schluss fügen sie sich hingegen zu einem großen Mosaik zusammen, das einen indes randvoll mit Melancholie zurücklässt. Weil letztlich so viel Zerstörung geschehen ist und geschieht. Das dicke Buch hat tiefe Spuren hinterlassen und bleibt unvergessen. Und auch ich habe in ihm Spuren hinterlassen: unterstrichene Zeilen, Markierungen am Rande. Auf vielen Seiten, für all die mit Bedeutung und Poesie geladenen Wörter und Sätze.
Der Roman „Unterwelt“ von Don DeLillo erschien 1997 im amerikanischen Original mit dem Titel „Underworld“, 1998 im Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2000 als Taschenbuch bei Goldmann, in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Frank Heibert.
Über die Grenze – Richard Ford "Kanada"
„(…) und meinen Platz in der Welt zu finden, war mein sehnlichster Wunsch.“
Das Leben steht Kopf für Dell, als seine Eltern gemeinsam eine Bank ausrauben, nur wenig später von der Polizei verhaftet werden. Die tragische Wende der Familie überrascht den 15-jährigen Jungen und seine Zwillingsschwester Berner, die plötzlich allein zurechtkommen müssen. Die Eltern, der Vater ein hoch dekorierter ehemaliger Air-Force-Soldat, die Mutter als Lehrerin tätig, sitzen im Gefängnis und warten auf ihren Prozess. Während das Mädchen Hals über Kopf das Weite sucht, bringt Mildred, die Freundin der Mutter, den Jungen über die Grenze nach Kanada zu ihrem Bruder, damit er so dem Waisenhaus entfliehen kann. In einem schlichten Kissenbezug versammelt er weniger als die berühmten sieben Sachen. Für die nächste Zeit soll eine Hütte in einem heruntergekommenen Provinzkaff in der Provinz Saskatchewan sein neues Zuhause werden.
50 Jahre später lässt Richard Ford seinen Protagonisten von den damaligen Geschehnissen berichten. Dell blickt als Mann auf seine besondere Geschichte, der als Lehrer kurz vor seiner Pension steht und in Kanada sein Leben, die Liebe und – im Gegensatz zu seiner Schwester – das Lebensglück trotz der schrecklichen Bedingungen in der Jugend gefunden hat. „Kanada“ – so heißt auch der Roman des Amerikaners, der 1996 für sein Werk „Unabhängigkeitstag“ mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Und auch für seinen jüngsten Roman loben ihn die Kritiker in den höchsten Tönen. Und das nicht ohne Grund.
„Kanada“ ist ein Lebensbuch, eines jener Werke, die unbedingt in ein gut bestücktes Buchregal gehören. Denn Ford versammelt in seinem neuesten Roman eine Lebensweisheit, die sich erst im späteren Nachdenken über Personen und Handlung entfaltet. Nahezu unaufgeregt lässt Ford Dell von der plötzlichen Wende im Jahr 1960 erzählen, wie die Eltern verhaftet werden und er in Partreau, später in Fort Royal sich von seiner Familie, aber auch von seinen Träumen Stück für Stück löst. Dell will einfach nur zur Schule gehen, Schach spielen, die Imkerei erlernen. Daraus wird nichts. Aus die Maus – die kleinsten Wünsche zerbröseln angesichts der Ereignisse. Statt Schule arbeitet er im Hotel von Arthur Remlinger und geht Charley Quarters, eine verquere Gestalt eines Halbindianers, bei der Gänsejagd zur Hand. Was Dell indes noch nicht weiß: Auch dieses Zuhause wird nur von kurzer Dauer sein. Erneut tauchen Verbrechen und Gewalt in seinem Leben auf. Denn Remlinger, ein höflich erscheinender, aber eiskalter Mann, hat eine düstere Vergangenheit. Der Junge flieht nach einem schrecklichen Ereignis erneut mit Hilfe einer Frau – mit Florence, der Freundin des Hotelbesitzers, nach Winnipeg, um dort bei ihrem Bruder unterzukommen und auch die Schule besuchen zu können.
Wenn Dell von seinen Eltern und seiner Schwester berichtet, wird ein gewisser emotionaler Abstand deutlich. Schnell musste er lernen, dass Vorausschauen besser ist als trüben Gedanken an die Vergangenheit nachzuhängen. Statt mit erhobenem Zeigefinger die Unmoral von Vater und Mutter und die Leichtfertigkeit seiner Schwester anzumahnen, schaut er mit der Weisheit eines erwachsenen Mannes hinter ihre Schwächen. Das sind vergebene Chancen und falsche Entscheidungen zur falschen Zeit, der Glauben, dem eigenen Leben machtlos ausgesetzt zu sein. Die Mutter wollte sich trennen, mit den Kindern das gemeinsame Heim verlassen. Sie bleibt und verharrt jedoch in eigenen Wunschvorstellungen. Die Schwester findet später ebenfalls keinen eigenen Lebensweg.
So wie Ford seinen erzählenden Helden seiner Familie gegenüberstellt, finden sich in seinem melancholischen Roman auch immer wieder Anspielungen auf die Unterschiede beider Länder. Fast könnte man meinen, er stelle eine gewisse Bodenständigkeit einem egozentrischen Übermut gegenüber. Und doppeldeutig erscheint auch das Überschreiten der Grenze – in geografischer wie in lebensphilosophischer Hinsicht. Am Ende bringt Ford indes die Zwillinge zum letzten Mal zusammen. Kurz bevor Berner, die sich nun nach dem gemeinsamen Vater Bev nennen lässt, an Krebs verstirbt, reist Dell über die Grenze in die USA. Mit dem Wissen, dass er bald als einziger der Familie zurückbleibt. Aber das war er ja schon als Kind.
„Kanada“ von Richard Ford erschien im Hanser Verlag, in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Frank Heibert.
464 Seiten, 24,95 Euro






