Ein Märchendichter auf Reisen – Beate Hagen „Auf den Spuren von Hans Christian Andersen“

Er hat der kleinen Meerjungfrau Unsterblichkeit verliehen, unzählige Leser mit dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ zum Lachen gebracht. Hans Christian Andersen hat einen literarischen Schatz hinterlassen. Sein Werk füllt nahezu jedes heimische Buchregal. Während seine Märchen Weltruhm erlangten, ist das Leben des dänischen Nationaldichters nur wenigen bekannt.

Eine besondere Geschichte erzählt der Reiseband „Auf den Spuren von Hans-Christian Andersen“, der im Verlag Janos Stekovics in der Reihe „Kulturreisen in Sachsen-Anhalt“ erschienen ist. Der von Beate Hagen verfasste und von Christian Antz herausgegebene Band stellt jene Orte in Mitteldeutschland von Braunschweig bis Leipzig vor, die Andersen auf seinen zahlreichen Reisen besucht hatte. Und dazu zählt in Sachsen-Anhalt neben dem Harz und den Städten Magdeburg und Halberstadt, Merseburg und Eisleben auch Naumburg. 1844 und 1846 weilte der Märchendichter mehrere Male hier und übernachtete im Hotel „Zum Grünen Schild“ in der Jakobsstraße 31. Naumburg sei eine überaus hübsche Stadt, ist in Andersens Tagebuch zu lesen. Beeindruckt zeigt sich der Däne vom Dom. Doch der Reiseband berichtet eine weitere spannende Anekdote, wie Andersen mit Naumburg verknüpft ist. Bereits als Kind soll er Naumburg gekannt haben, spielte er doch in Odense, seiner Geburtsstadt, in August Friedrich Ferdinand von Kotzebues Schauspiel „Die Hussiten von Naumburg“ mit.

Doch es sind nicht nur diese ganz persönlichen und gut recherchierten Episoden, mit denen der Leser interessante Einblicke in das Leben des Dichters erhält. Wunderschöne Aufnahmen von Janos Stekovics
und zahlreiche Informationen zu den Reisestationen, Sehenswürdigkeiten sowie Kontaktmöglichkeiten runden diesen liebevoll gestalteten Band ab, der wahrlich einlädt, sich auf die Spuren des Märchendichters zu begeben.

Als Sohn eines verarmten Schuhmachers am 2. April 1805 in Odense zur Welt gekommen, entwickelte Hans-Christian Andersen schon früh eine Leidenschaft für Theater und Literatur. Mit 14 Jahren verließ er das Elternhaus, um Schauspieler in Kopenhagen zu werden. Bereits am Ende seiner Schulzeit schrieb er das Gedicht „Das sterbende Kind“. Zeitlebens pflegte Andersen Beziehungen zu deutschen Schriftstellern, Verlegern und Vertretern von Adelshäusern, so unter anderem auch zum Weimarer Großherzog Carl Alexander. Andersen starb am 4. August 1875 in Kopenhagen. Sein literarisches Vermächtnis umfasst 156 Märchen sowie Romane und Erzählungen. Wer mehr über Andersens Leben erfahren möchte, dem sei die Biografie eines Namensvetters zu empfehlen: Jens Andersen „Hans-Christian Andersen – eine Biografie“, erschienen im Insel-Verlag.

„Auf den Spuren von Hans-Christian Andersen – von Braunschweig bis Leipzig“ , von Beate Hagen geschrieben und herausgegeben von Christian Antz, erschien im Verlag Janos Stekovics.
192 Seiten, 16,80 Euro

Foto: pixabay.com

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