Jesmyn Ward „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“

„Hier ist von Glück keine Spur.“

Ein Blick auf die Liste der Gewinner des National Book Awards macht eines deutlich: Es gibt nicht viele Schriftsteller, die diese neben dem Pulitzerpreis renommierteste literarische Auszeichnung in den USA gleich mehrfach erhalten haben. Dazu zählen Autoren mit Rang und Namen wie William Faulkner, Philip Roth, John Updike oder Saul Bellow, deren Werke heute zu den Klassikern der amerikanischen Literatur zählen. Doch nur eine Frau ist dies ebenfalls gelungen: Jesmyn Ward. Nach ihrem Roman „Vor dem Sturm“ (Verlag Antje Kunstmann)  bekam sie für ihr aktuelles Werk „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ erneut den Award. Und das zu Recht. Jesmyn Ward „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ weiterlesen

Begegnung mit Katrina – Jesmyn Ward „Vor dem Sturm“

„Und plötzlich tut sich ein riesiger Graben auf zwischen jetzt und damals, und ich frage mich, wo die Welt, in der jener Tag sich ereignet hat, geblieben ist, denn wir sind eindeutig nicht in ihr.“

Er war die größte Naturkatastrophe in den USA. Mit mehr als 1.800 Toten und Schäden in Höhe von rund 125 Milliarden Euro. Der Wirbelsturm Katrina hinterließ im August 2005 im Südosten des Landes eine Schneise der Verwüstung und brachte viel Leid. Vor allem die Stadt New Orleans, Metropole des Dixieland und Wiege des Jazz im Bundesstaat Louisiana, traf der Hurrikan mit aller Härte. Windgeschwindigkeiten von schätzungsweise 280 Stundenkilometern wurden damals gemessen. In Louisiana und in jene Zeit hinein hat die Amerikanerin Jesmyn Ward ihren Roman „Vor dem Sturm“ angesiedelt. Doch ihr Buch beschreibt nicht nur den Sturm und seine immense Kraft, sondern das Leben und Überleben einer armen Familie.  Begegnung mit Katrina – Jesmyn Ward „Vor dem Sturm“ weiterlesen