„Man kann sich für neue Wege entscheiden. Aber man kann sich nicht entscheiden, sich inspirieren zu lassen.“
Noch einmal setzt er seinen Fuß auf ein Schiff gen Norden. Zwanzig Jahre nach seiner ersten Grönlandreise wagt Carl Rasmussen erneut die Tour ins ewige Eis. Diesmal auf der „Peru“, diesmal als erfahrener Marinemaler. Zurückbleiben seine Frau Anna Egidia und die acht Kinder, das kleinste: Klara mit vier Jahren. Man schreibt das Jahr 1893. Noch einmal will Rasmussen die Kraft des Eises und der weiten Landschaft spüren, noch einmal seinem Leben eine Wende geben, wie vor 20 Jahren. Damals kam er mit Werken zurück, die seinen Ruf als bedeutender Kunstmaler bekräftigt haben.Während Künstlerkollegen den Süden als Inspirationsquelle suchten, ging Rasmussen schon damals einen anderen Weg. Wie eigentlich sein ganzes Leben lang, dem sich der Däne Carsten Jensen in seinem Roman „Rasmussens letzte Reise“ widmet. „Maler auf Abwegen – Carsten Jensen "Rasmussens letzte Reise"“ weiterlesen
Kategorie: Geschichtsstunde
Der (Un)Geliebte – Tilmann Lahme "Golo Mann"
„Einmal in diesem Wasser muss man schwimmen und schwimmen, bis man untergeht.“
Sein Leben war Flucht und Streben zugleich. Er flüchtete vor dem Schatten seines Vaters und vor einer gewalttätigen Diktatur. Er strebte, vielleicht auch unbewusst, den Namen Mann gerecht zu werden. Trotz jener Hassliebe zu seiner Familie, die ihn prägte, in der er jedoch wenig Liebe und Anerkennung erfuhr. Golo Mann ist nicht nur dem riesigen Namen gerecht geworden. Er hat als Historiker, Journalist und Literat Respekt und große Anerkennung erworben – vielleicht wie keins der sechs Kinder von Katia und Thomas Mann. „Der (Un)Geliebte – Tilmann Lahme "Golo Mann"“ weiterlesen
Mammutwerk über großen Feldherrn
Für Alfred Döblin ist Lützen eine Marginalie. In seinem historischen Roman „Wallenstein“ nimmt die große Schlacht im Jahr 1632 nur wenige Zeilen ein. „Vom nebligen Herbstmorgen bis zum Abend acht Stunden zerhieben sich die Heere zwischen dem dünnen Mühlgraben und Floßgraben bei Markranstädt und Lützen (….). Am Abend und in der Nacht standen die beiden Heere noch auf dem Feld und rissen aneinander. Tot war Gustav Adolf und Tausende aus allen Regimentern der Schweden und der Kaiserlichen“, schreibt Döblin in seinem 1920 erschienenen Werk. Doch Literatur nimmt sich bekanntlich die Freiheit zu verknappen, Kontraste anders zu setzen. „Mammutwerk über großen Feldherrn“ weiterlesen
Der tragische Tod eines Sportlers – Josef Haslinger "Jáchymov"
„Das Erinnern gehört zu uns lebenden Menschen. Das, was wir mit Erinnerung meinen, gibt es nur hier auf dieser Welt.“
Das Leben hält Begegnungen bereit, die nur das Schicksal knüpfen kann. Manchmal ist das so. Rein faktische Erklärungsversuche gibt es nicht. In der Literatur finden wir solche Aufeinandertreffen zuhauf. Klar, Literatur ist Fiktion, das riesige Feld für Denkspiele nach dem Motto „was wäre wenn“, ein kunstvolles Vermischen von Orten, Zeiten und Personen. Aber vielleicht hätte es diese Begegnung zwischen einem Verleger und der Tochter eines tschechischen Eishockeystars wirklich gegeben, die Josef Haslinger in seinem neuesten Roman „Jáchymov“ Raum gibt. „Der tragische Tod eines Sportlers – Josef Haslinger "Jáchymov"“ weiterlesen




