Stefan Hertmans – „Dius“

„Was bedeutet es, poetisch zu leben?“

Er steht eines Tages unverhofft vor seiner Tür. Der Schüler macht seinem Lehrer ein ungewöhnliches Angebot. Anton, Dozent an der Kunsthochschule, geht darauf ein. Fortan sind er und sein Schützling Egidius, genannt Dius, nahezu unzertrennlich. Und nicht nur der Lehrer fragt sich mehrfach, wer ist denn nun eigentlich der Mentor. Stefan Hertmans gibt in seinem neuesten Roman einer ungewöhnlichen, aber auch ungewöhnlich innigen und intensiven Freundschaft zwischen zwei Männern unterschiedlichen Alters Raum.

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Christine Dwyer Hickey – „Alle unsere Leben“

„Man weiß es immer vom ersten Moment an, stimmt’s, Milly?“

1979: Es ist das Jahr, in dem Margaret Thatcher zur ersten Premierministerin Großbritanniens gewählt wird. Elton John tritt als erster Künstler aus dem Westen live in der Sowjetunion auf. IRA-Mitglied Thomas McMahon wird in Dublin wegen Mordes an Lord Mountbatten zu lebenslanger Haft verurteilt. In einem Londoner Pub lernen sich Milly und Pip kennen – die beiden Hauptfiguren in Christine Dwyer Hickeys großartigem Roman „Alle unsere Leben“, der viel über die Zeit(en) erzählt.

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Colum McCann – „Twist“

„Die Krankheit unserer Tage ist, dass wir so viel Zeit an der Oberfläche verbringen.“

Sie liegen auf dem Grund der Meere und Ozeane. Zusammen bilden sie ein weltumspannendes Netz von mehr als 1,3 Millionen Kilometer Länge. Unterseekabel ermöglichen die Kommunikation zwischen Ländern und Kontinenten. Auf ein Schiff, das diese riesigen „Schlangen“ repariert, führt der irische Schriftsteller Colum McCann in seinem jüngsten Roman „Twist“.  „Colum McCann – „Twist““ weiterlesen

Eric Puchner – „Weißes Licht“

„Das Leben war eine Reise, und Schmerz füllte die Segel.“

Es braucht nicht viel, um eine Hochzeit zu sprengen: ein fieses Virus, eine folgenreiche Begegnung und eine E-Mail mit einem Bekenntnis. Garrett gesteht Cece, die er erst seit wenigen Tagen kennt, mit nur wenigen Zeilen seine Gefühle. Sie ist die Verlobte seines besten College-Freundes Charlie. Das Paar aus Los Angeles plant eine idyllische Hochzeit an einem Sommertag in Montana, zu der Familie und Freunde aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen. Charlie kann da noch nicht ahnen, dass sein Leben und das seiner eigentlich zukünftigen Braut eine herbe Wendung nehmen wird.

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Inkeri Markkula – „Wo das Eis niemals schmilzt“

„Kann die Erinnerung an einen Ort in uns weitergegeben werden?“

Er wächst Tausende Kilometer vom Ort seiner Herkunft auf. Seine leibliche Eltern kennt er nicht, sie wiederum wissen nicht, dass er überhaupt lebt. Jon wird in Kanada geboren, seine Mutter und sein Vater zählen zur indigenen Bevölkerung. Bereits nach der Geburt wird er einem weißen Paar übergeben, das mit ihm wenig später nach Dänemark zieht. Erst als junger Mann wird Jon seine Urheimat kennenlernen – die arktische Baffininsel, wo er schließlich auf die finnische Glaziologin Unni trifft, die vor Ort für ihre Forschungen Untersuchungen am Gletscher „Penny“ durchführt.

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Romain Gary – „Europäische Erziehung“

„Die Zeit der Finsternis ist angebrochen.“

Der Vater bringt seinen Sohn in den Wald. Die Wälder in Litauen sind riesig. Doch nur drei Meter tief und vier Meter breit ist das Loch, in dem sich Janek verstecken soll. Krieg herrscht. Die Twardowskis hoffen, dass wenigstens ihr jüngster Sohn diese grausame Zeit überlebt. Es ist September, der Winter nicht weit. „Nichts Wichtiges stirbt“, sagt der Vater zuletzt zu seinem Kind. Der Junge ist gerade mal 14 Jahre alt. „Romain Gary – „Europäische Erziehung““ weiterlesen