Allein – Isabelle Autissier „Herz auf Eis“

„Die Stille ist ein Nicht-Geräusch, wie die Nicht-Existenz, die sie leben. Wie ein Albtraum, in dem alles verschwunden ist.“

Die Welt hat glücklicherweise noch immer Regionen, an denen die menschliche Zivilisation nicht angekommen ist oder sich von dort wieder zurückgezogen hat. Wer dorthin reist, sollte besondere Fähigkeiten haben. Es braucht keinen  Flug zum Mond, um Abenteuer bestehen zu können. Ziel kann da auch der südliche Zipfel Südamerikas sein. Mit ihrem Segelschiff landen Louise und Ludovic nahe Kap Hoorn. Ohne dass sie es zuvor erahnen können, wird die  Insel Stromness ihr „Zuhause“, ein vielmehr unfreiwilliges Gefängnis. Denn ihr Schiff „Jason“, das mit seinem Namen nicht ohne Grund an den griechischen Helden und Führer der Argonauten erinnert, verschwindet nach einem schweren Sturm. Das Paar aus Paris bleibt zurück. „Allein – Isabelle Autissier „Herz auf Eis““ weiterlesen

Entwurzelt – Lars Mytting „Die Birken wissen’s noch“

„Antwortlose Fragen. Zeugenlose Verwandlungen. So war es mit unserer Geschichte, immer wieder und wieder.“

Unsere Herkunft ist Teil unserer Identität und Selbstwahrnehmung. In der Familiengeschichte von Edvard klaffen indes Lücken. Als Waise wächst er bei seinem Großvater auf dem Hof in Gudbrandsdalen auf. Beide gelten im Dorf als Sonderlinge. Weil der Großvater im Krieg auf der Seite der Deutschen gekämpft hat, weil die Eltern von Edvard durch einen tragischen Unfall in Frankreich ums Leben gekommen sind, als der Junge gerade mal drei Jahre alt war.

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Spatz auf Abwegen – Reif Larsen "Die Karte meiner Träume"

„Ist es möglich, den gesamten Inhalt der Welt zu sammeln? Und wenn man die ganze Welt in seiner Sammlung hat, ist es dann noch eine Sammlung?

Eine Buchbesprechung sollte immer dem Objekt angemessen sein. Über einen Klassiker in der schönsten Jugendsprache voller Anglizismen und Abkürzungen zu schreiben, würde dem Sprachgefühl des Autors wohl nicht gerecht werden. Ein Manga-Comic in Form eines Sonetts zu besprechen, ist auch der falsche Weg. Aber im Falle dieses Buches, um das an dieser Stelle geht, müsste ich Karten zeichnen, an den Seiten mit krakeliger Handschrift Kommentare versehen und lange Pfeile ziehen. Damit stoße ich jedoch an die Grenzen meiner Möglichkeiten. Deshalb versuche ich trotz allem, „Die Karte meiner Träume“ von Reif Larsen in der bekannten Art und Weise vorzustellen. Und zwar (leider) nur mit Worten. „Spatz auf Abwegen – Reif Larsen "Die Karte meiner Träume"“ weiterlesen