Margot Douaihy – „Verbrannte Gnade“

„Verletzte Menschen verletzen Menschen. Und geheilte Menschen heilen Menschen.“

Schwester Holiday ist ein lebender Widerspruch. Ihr bisheriges Leben teilt sich in ein Davor und Danach. Sie war Punkmusikerin und den Drogen nicht abgeneigt. Nun ist sie Nonne und unterrichtet Gitarre in der katholischen Klosterschule Saint Sebastian in New Orleans. Ihre Tattoos versteckt sie unter einem Halstuch und Handschuhen, in aller Verborgenheit raucht sie. Ein verheerender Brand in der Schule, bei dem Hausmeister Jack stirbt und zwei Schüler verletzt werden, gibt ihr keine Ruhe. Sie beginnt zu ermitteln. Denn die Ereignisse weisen gewisse Parallelen mit ihrem vorherigen Leben auf.

„Margot Douaihy – „Verbrannte Gnade““ weiterlesen

Julia Phillips – „Cascadia“

„Das Träumen half.“ 

Im äußersten Nordwesten der USA nah an der Grenze zu Kanada zwischen den Weiten des Pazifik und den hohen Bergen der Rocky Mountains liegt Kaskadien. Ein Name wie aus einem Märchen oder einem Fantasy-Roman. Wie bei ihrem viel beachteten Debüt „Das Verschwinden der Erde“, das in Kamtschatka angesiedelt ist und auf der Shortlist des National Book Award stand, führt sie in ihrem neuesten Werk „Cascadia“ wieder in eine ganz besondere Region mit einer atemberaubenden Natur.     

„Julia Phillips – „Cascadia““ weiterlesen

Rivka Galchen – „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“

„Man kann nicht aufdecken, was wahr ist, wenn man danach geht, wie viele Leute es für wahr halten.“

In den Gesammelten Werken des berühmten Mathematikers und Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) findet sich ein besonderes Dokument: ein auf den 2. Januar 1616 datierter Brief an den Senat zu Leonberg. Mit diesem Schreiben beginnt die Verteidigung von Keplers Mutter Katharina, die wenige Jahre später in einem Hexenprozess angeklagt wurde. Die kanadisch-amerikanische Schriftstellerin Rivka Galchen nimmt dieses historische Ereignis zum Anlass für ihren aktuellen Roman „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“.

„Rivka Galchen – „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist““ weiterlesen

Ron Rash – „Der Friedhofswärter“

„Es hatte Blackburn immer berührt, dass etwas so Fragiles wie eine Blume die Toten länger ehren konnte als Stein. Länger als die Erinnerungen sogar, viel länger.“

Er ist jung, die Toten und ihre letzte Ruhe sind für ihn Alltag. Blackburn Gant ist gerade mal 16, als er Friedhofswärter in dem kleinen Ort Blowing Rock in North Carolina wird. Es sind die 50er-Jahre. Nach dem großen weltumspannenden Krieg ziehen erneut junge Männer an die Front. Blackburns Freund Jacob kämpft auf der anderen Seite der Erde in Korea. Als er lebend, aber versehrt zurückkommt, ist nichts mehr, wie es war. Ron Rash erzählt in seinem Roman „Der Friedhofswärter“ von einer ungeheuerlichen Intrige, aber auch von bedingungsloser Freundschaft und Loyalität.

„Ron Rash – „Der Friedhofswärter““ weiterlesen

Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer“

„Der Tod schnatterte mir ins Ohr.“

Ob er in der heutigen Zeit womöglich überlebt hätte? 1954 gab es weder Handys für den schnellen Notruf noch Rettungshubschrauber. So stirbt Tony Aquista trotz eines Helfers, der ihn im Straßengraben am Highway aufliest, wenig später im Krankenhaus. Lew Archer, seines Zeichens Privatdetektiv, der eigentlich auf dem Weg nach Sacramento ist, sammelt den jungen Mann in der kalifornischen Pampa nahe der Kleinstadt Las Cruces auf. „Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer““ weiterlesen

José Henrique Bortoluci – „Was von meinem Vater bleibt“

„Wörter waren die Geschenke, die mir mein Vater in meiner Kindheit in seinem Lkw mitbrachte.“ 

Seinen Vater sieht er in seiner Kindheit selten. José „Didi“ Bortoluci ist Fernfahrer, auf den Straßen Brasiliens unterwegs; meist mehrere Wochen am Stück. Der Truck ist beladen mit den unterschiedlichsten Gütern: Waren wie Kastanien und Wein, Werkzeug, Maschinenteile und Baumaterial, das zu großen Bauprojekten gebracht werden muss. Didi ist einer von vielen, die im vergangenen Jahrhundert für den Aufbau des südamerikanischen Landes arbeiteten, der zugleich einen gigantischen Raubbau bedeutete und kostbare Naturschätze unwiderruflich zerstört hat. Der Soziologe José Henrique Bortoluci erzählt in „Was von meinem Vater bleibt“ die Geschichte seines Vaters und verknüpft sie mit der jüngsten Historie Brasiliens.

„José Henrique Bortoluci – „Was von meinem Vater bleibt““ weiterlesen