Rachel Kushner – „See der Schöpfung“

„H. sapiens braucht Hilfe. Aber er will keine.“

Wir müssen die Zeit weit zurückdrehen für diesen Roman, der in der Gegenwart angesiedelt ist. Vor etwa 40.000 Jahren existierte der letzte Neandertaler. In Europa und Asien ansässig, lebten die urzeitlichen Menschen mit dem kräftigen Körperbau und dem markanten Schädel zuletzt an der Seite ihres „Verwandten“ – unseres Vorfahrens, des Homo sapiens. Doch was wäre, wenn der Neandertaler nicht ausgestorben wäre? Wäre die Welt eine bessere – nicht Kriegen und Umweltzerstörung ausgesetzt? Dieser Frage geht Rachel Kushner in ihrem neuesten Roman „See der Schöpfung“ nach, der auf faszinierende wie eindrückliche Weise das Gestern mit dem Heute sowie Spannung mit Philosophie und Geschichte verknüpft.

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Octavia E. Butler – „Die Parabel vom Sämann“

„Die Erde ist in furchtbarer Verfassung.“

Das Jahr 2024 liegt hinter uns. Mit all den dunklen und dramatischen Nachrichten und Entwicklungen, die Sorgen bereiten. Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten erschien in den USA ein Roman, der einen Blick in die Zukunft, eben in das Jahr 2024, wirft. „Die Parabel vom Sämann“ von der US-amerikanischen Autorin Octavia E. Butler (1947-2006) ist eine beklemmende Dystopie, aus der so einiges mittlerweile Wirklichkeit wurde. Im Netz geht die Wendung „Octavia knew“ (übersetzt: „Octavia wusste“) viral. Der Titel zählt zu einer Reihe Klassikern wie Ray Bradbury, Margaret Atwood und George Orwell, deren Verkaufszahlen in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen sind.

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Zach Williams – „Es werden schöne Tage kommen“

„Das Universum muss eine Illusion sein, irgendwie.“

Ob der Sturm über das Land fegt, Dunkelheit und Feuchte in das Zimmer kriechen, seine Lieblingspuppe übel zugerichtet ist oder er aus dem Wasser herausgezogen wird und nach Luft schnappt. Auf die Frage seiner Mutter sagt der kleine Max das immer selbe Wort: „Unheimich“. Das Wort könnte über all jenen zehn Stories stehen, mit denen der US-Amerikaner Zach Williams reichlich Begeisterung bei Kritikern und Lesen auslöst(e) – in Übersee und mittlerweile auch hierzulande. „Es werden schöne Tage kommen“ heißt sein  Band, der Menschen in Extremsituationen zeigt, skurrile Szenen beschreibt und beim Leser das Gefühl weckt, in schräge Zwischenwelten gelandet zu sein.

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Ivy Pochoda – „Sing mir vom Tod“

„Wir sind nichts als unsere Narben.“

Nicht jede düstere Story muss in der Dunkelheit beginnen. Aber sie kann. Ein Frauengefängnis ist bekanntlich kein Ort der Freude und Harmonie. Hier herrscht das Recht der Stärkeren, der immergleiche Alltag. Gewalt, Drogen und Missbrauch sind an der Tagesordnung. Auch die Aufseher mischen mit oder schauen weg, wenn es brenzlig wird. Wir sind zu Beginn in Arizona – hinter Gittern. Florence „Florida“ Baum und Diosmary „Dios“ Sandoval verbüßen ihre Haft für unterschiedliche Delikte, beide waren einige Zeit Zellengenossinnen.

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Joe Wilkins – „Der Stein fällt, wenn ich sterbe“

Sein Vater ist seit Jahren verschwunden, seine Mutter nahm sich kürzlich das Leben. Wendell Newman lebt allein in einem Trailer. Sein Geld verdient der 24-Jährige als Arbeiter auf einer nahe gelegenen Farm. Doch dann soll er unerwartet Sorge tragen für ein Kind: seinen Neffen Rowdy, dessen Mutter Lacy zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde – wegen Drogenbesitzes und Kindeswohlgefährdung. Der Junge wurde in der Wohnung eingesperrt und verwahrlost aufgefunden.

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Adwin de Kluyver – „Niemandsland“

„In der Meerenge schaukeln ziellos ein paar Eisberge wie Kreuzfahrtschiffe mit Motorschaden.“ 

Seit Jahrhunderten hat das Land am südlichen Ende unserer Erde die Menschen herausgefordert. Früher nannte man es Terra australis. Heute trägt der fünftgrößte  Kontinent der Erde den Namen Antarktika. Einst Ziel wagemutiger Entdecker und Seefahrer, forschen heute hier Wissenschaftler aus aller Herren Länder, legen Kreuzfahrtschiffe mit zahlungskräftigen Touristen an Bord an den Ufern an. Der niederländische Historiker Adwin de Kluyver hat sich selbst auf eine antarktische Reise begeben – auf dem Dreimaster „Europa“ und zurück in der Zeit. Sein Band „Niemandsland“ ist ein unermesslicher Schatz an Erfahrungen und Fakten.

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