Bewegte Zeiten – Ein auch literarischer Rückblick auf 25 Jahre Deutsche Einheit

Alles begann mit den Nachrichten. Meine Eltern baten mich unisono und mit etwas Strenge in der Stimme, doch endlich mal still zu sein. Ich war zwölf Jahre und plapperte. Wie es halt Mädchen in diesem Alter tun. Im Fernsehen lief die „Aktuelle Kamera“, die Nachrichtensendung der DDR. Auf der Mattscheibe: Szenen, die noch heute für Gänsehaut und ein Kribbeln im Bauch sorgen. In Berlin fällt die Mauer, der „antifaschistische Schutzwall“, wie er auch genannt wurde. Es war der erste Schritt zur Wiedervereinigung Deutschlands, deren 25-jähriges Jubiläum heute feierlich landauf und landab begangen wird.  Bewegte Zeiten – Ein auch literarischer Rückblick auf 25 Jahre Deutsche Einheit weiterlesen

Ist das Liebe? – Natascha Wodin „Nachtgeschwister“

„Unsere Vergangenheit hatte uns zu dem gemacht, was wir waren, wir konnten beide nicht aus eigener Kraft leben, das war, neben dem Schreiben, unsere tiefste und innigste Gemeinsamkeit und zugleich die ganze Unmöglichkeit zwischen uns.“

Dieser Beitrag würde es ohne die Anziehungskraft von Wühltischen nicht geben. Verfechter kostbarer Hardcover-Ausgaben mögen an dieser Stelle kurzzeitig die Augen schließen. Dies ist mein Geständnis: Ja, ich habe das Buch „Nachtgeschwister“ von Natascha Wodin aus einem Wühltisch gerettet. Es hat nur wenige Euro gekostet, zeigt am Schnitt auch diesen verdammt hässlichen Stempel „Preisred. Mängel-Exemplar“, als ob das Wort „preisreduziertes“ nicht wert ist, ausgeschrieben zu werden. Doch diese Erfahrung verbindet mich sogleich – schicksalhaft oder nicht – mit der Heldin des Buches. Auch sie hat ein Buch aus einem Wühltisch geklaubt. Was sie indes danach erlebte, war sowohl Leidenschaft als auch die Hölle.  Ist das Liebe? – Natascha Wodin „Nachtgeschwister“ weiterlesen