Unterwegs – Norbert Hummelt „Pans Stunde“

„u. ich war verloren sofern nicht etwas sich am weg begab / ich hörte weinen spürte meine knochen drehte mich um / zu dir u. merkte daß noch das licht an war u. ich alleine lag.“ (radierung)

Es war ein Abend, geschaffen für Lyrik. Der Himmel konnte sich nicht entscheiden, zwischen einem tiefen Blau und einer Schar dickbäuchiger Regenwolken. Darunter zog ein Schwarm Schwalben seine Bahnen. Der Blick der Zuhörer ging nach draußen, während drinnen, im Saal des Naumburger Nietzsche-Dokumentationszentrums, Norbert Hummelt seine Gedichte las. Texte älteren Datums sowie Werke aus seinem 2011 erschienenen Band „Pans Stunde“. Obwohl die Zuhörer auf ihren Stühlen Platz genommen hatten, waren sie in einer besonderen Weise in Bewegung. In einer Vielzahl der Gedichte aus dem aktuellen Band ist das lyrische Ich auf Reisen.  Unterwegs – Norbert Hummelt „Pans Stunde“ weiterlesen

Ein Mythos wird enthüllt – Bill Niven „Das Buchenwaldkind“

NivenEr war nur ein Schicksal unter Millionen. In einer Zeit, die bis heute für Entsetzen und Trauer sorgt, die den Rahmen des Begreiflichen sprengt. Der polnische Jude Stefan Jerzy Zweig erlebte im Alter von vier Jahren die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald im April 1945 durch amerikanische Streitkräfte. Er und sein Vater Zacharias überstanden die Verfolgung und die Schrecknisse in mehreren Lagern und im Ghetto von Krakau. Die Geschichte von Stefan wurde in den folgenden Jahren und Jahrzehnten nicht nur deutschlandweit bekannt. Sie entwickelte sich in der DDR zu einem Mythos, missbraucht für die Propaganda. Denn Stefan ist das Buchenwaldkind und in dem Roman „Nackt unter Wölfen“ von Bruno Apitz, eines der erfolgreichsten Bücher der DDR und zugleich verordnete Schullektüre, die Hauptgestalt. Ein Mythos wird enthüllt – Bill Niven „Das Buchenwaldkind“ weiterlesen