Federica Manzon – „Alma“

„Geografie siegt immer über Geschichte.“

Alma kehrt nach Jahren in der Fremde zurück in ihre Heimatstadt. Ihr Vater ist gestorben. Zuvor hat sie einen Brief mit seinem letzten Willen erhalten. Ein Nachlass wartet auf sie. Sie will reinen Tisch machen – mit der Familie, der Vergangenheit, ihren Wurzeln, den Toten. In Triest kommen die Erinnerungen zurück – an die Kindheit, an Vili, der eines Tages als Kind vor der Tür stand, als junger Mann vom Balkankrieg verschluckt wird, an den Vater, der die Familie immer wieder verließ und für einige Zeit verschwand. Die italienische Autorin und Verlegerin Federica Manzon erzählt in ihrem Roman „Alma“ von der Suche nach Zugehörigkeit und Identität und einer geschichtsträchtigen Stadt zwischen Ost und West.

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Kjell Westö – „Dämmerung“

„Die Jungen sterben im Schnee.“

Am 30. November 1939, drei Monate nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen, beginnt im hohen Norden es an anderer Stelle zu „brennen“. Der sogenannte Winterkrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion nimmt seinen Lauf. Die finnische Hauptstadt Helsinki (Helsingfors) wird aus der Luft durch Flugzeuge der Roten Armee bombardiert. Der finnland-schwedische Schriftsteller Kjell Westö erzählt in seinem neuen Roman „Dämmerung“, welche Folgen der Krieg auf die Menschen hatte.

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Svenja Leiber – „Nelka“

„Man hat aufgehört, die Leben zu zählen.“

In nur wenigen Momenten nimmt ihre unbeschwerte Jugend ein bitteres Ende. Nach dem Einmarsch deutscher Soldaten 1941 wird Nelkas Vater an einem Julitag in Lemberg auf offener Straße erschossen. Sie selbst wird wenige Tage später auf dem Weg zur Bäckerei „einkassiert“ und mit nur 16 Jahren und zahlreichen weiteren Mädchen nach Norddeutschland verschleppt, wo sie fortan als Zwangsarbeiterin auf einem Gutshof schuften muss. Svenja Leiber erzählt in ihrem neuen Roman am Beispiel ihrer Protagonistin von der Ausbeutung und dem Leid unzähliger Frauen während des Zweiten Weltkriegs.

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Anne Stern – „Die weiße Nacht“

„Ab und zu versuchen wir, aus dem Loch zu klettern, in das wir gefallen sind. Aber die Toten ziehen uns zurück.“

Berlin, 1946. Die einst stolze Stadt eine Trümmerwüste, die Menschen versehrte Überlebende, der Winter erbarmungslos. Auf der Suche nach Motiven stößt Marielouise „Lou“ Faber in den Ruinen von Berlin-Kreuzberg wenige Tage vor Weihnachten auf eine weibliche Leiche, deren Hände gefaltet sind. Noch kann die junge Frau mit der Leica nicht ahnen, dass sie Teil der Ermittlungen von Kommissar Alfred König wird, der sich auf die Suche nach dem Täter begibt. „Die weiße Nacht“ ist der mehr als vielversprechende Auftakt einer neuen historischen Krimireihe aus der Feder von Anne Stern um ein ungleiches Ermittler-Paar.

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Stefan Hertmans – „Dius“

„Was bedeutet es, poetisch zu leben?“

Er steht eines Tages unverhofft vor seiner Tür. Der Schüler macht seinem Lehrer ein ungewöhnliches Angebot. Anton, Dozent an der Kunsthochschule, geht darauf ein. Fortan sind er und sein Schützling Egidius, genannt Dius, nahezu unzertrennlich. Und nicht nur der Lehrer fragt sich mehrfach, wer ist denn nun eigentlich der Mentor. Stefan Hertmans gibt in seinem neuesten Roman einer ungewöhnlichen, aber auch ungewöhnlich innigen und intensiven Freundschaft zwischen zwei Männern unterschiedlichen Alters Raum.

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Kathrine Nedrejord – „Acht Jahreszeiten“

„Man kann eine Landschaft nie ganz verlassen.“

Ihre Heimat im Norden Skandinaviens umgeben keine Staatsgrenzen. Ihre Kultur ist einzigartig. Etwa 80.000 Menschen zählen zum indigenen Volk der Sami, die Hälfte lebt in Norwegen. Mehr als 100 Jahre und bis in die 1960er erlebten sie massive staatliche und gesellschaftliche Unterdrückung und Diskriminierung. Welche Einflüsse die politische Assimilierungspolitik auch auf jüngere Generationen hat, erzählt die norwegisch-samische Autorin Kathrine Nedrejord in ihrem preisgekrönten Roman „Acht Jahreszeiten“.

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