Der Eroberer – Hans Fallada "Ein Mann will nach oben"

„Es ist nur, Rieke“, sagte der Junge, „es ist alles so viel, alle diese Häuser, und alles Stein, und keiner weiß von uns …“

Er ist wieder zurück. Gut, er war nie wirklich weg, nur scheinbar abgetaucht. Jetzt füllt er wieder die Regale in den Buchläden und jene der Literaturfreunde. Mit dem Erfolg seines letzten Romans „Jeder stirbt für sich allein“, vor allem auch außerhalb seiner deutschen Heimat, ist Hans Fallada wieder im Gespräch. Der Aufbau-Verlag brachte 2011 jenen letzten Band des im Jahr 1893 als Rudolf Dietzel in Greifswald geborenen Autors in einer ungekürzten Neuerscheinung heraus. Weitere folgten, so auch der Roman „Ein Mann will nach oben“. „Der Eroberer – Hans Fallada "Ein Mann will nach oben"“ weiterlesen

Vier Jahre Grauen – Peter Englund "Schönheit und Schrecken"

„Dies ist der Krieg. Nicht die Gefahr zu sterben, nicht das rote Feuerwerk der Granaten, die blind machen, wenn sie mit einem Heulen herunterkommen und einschlagen, sondern das Gefühl, eine Marionette in den Händen eines unbekannten Puppenspielers zu sein (…).“

Der Jubel ist größer als die Skepsis und die Furcht zusammen. Europa taumelt mit unbändiger Freude in einen Krieg, der Städte und Staaten, ganze Kontinente mit sich reißen wird. 100 Jahre sind vergangen seit Beginn des Ersten Weltkrieges. Und unter den zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema leuchtet ein besonderes Buch heraus. Es lässt sich schwer in normale literarische Kategorien einordnen, ist nicht nur Chronik und Sachbuch, sondern Tagebuch und Roman zugleich. In seinem Band „Schönheit und Schrecken“ nimmt der Schwede Peter Englund den Leser mit in jene Zeit und macht ihn vertraut mit 19 unterschiedlichen Menschen, die es wirklich gegeben hat. „Vier Jahre Grauen – Peter Englund "Schönheit und Schrecken"“ weiterlesen

Das Jahrhundert der Wölfe – Robert Littell "Das Stalin-Epigramm"

„Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr, 
Wir reden, dass uns auf zehn Schritte keiner hört, (…).“

Die Jahre des Erfolgs und des Ruhms gehören der Vergangenheit an. Sein Name wird nur noch geflüstert, das Wissen um seine Dichtkunst negiert. Einst war er ein gefeierter Poet, nun ist er ein Verfolgter. Seine systemkritischen Werke bringen Ossip Mandelstam an den Rand der Gesellschaft und in das Visier der Geheimpolizei. Stalins Schatten hat das Land überzogen. Es herrschen Angst und Hunger. Die Verhaftungen und Zwangsdeportationen sowie die Nöte der Bauern angesichts der Zwangskollektivierungen treibt den Dichter um. Mit seiner Waffe, dem Wort, will er ein Zeichen setzen. Und scheitert – wie viele, ob Kritiker oder Mitläufer des Systems. „Das Jahrhundert der Wölfe – Robert Littell "Das Stalin-Epigramm"“ weiterlesen

Napoleons Niedergang – Stekovics-Verlag mit Prachtband

Was sie sich wohl sagen würden, sich zu erzählen hätten, wenn sie aufeinandertreffen würden? Im zeitlichen Raum trennen  Wallenstein, Gustav II. Adolf und Napoleon 170 Jahre. Von der räumlichen Dimension jedoch gesehen, haben sie nahezu auf gleichem Boden gekämpft. Im Jahr 1634 stirbt während der Schlacht bei Lützen Wallensteins Widersacher,  Schwedenkönig Gustav II. Adolf,  der „kleine“ Franzose erringt  bei Großgörschen einen Sieg, bevor seine Truppen    bei Leipzig die entscheidende Niederlage hinnehmen müssen.  In der Gegenwart kommen  die drei großen Heerführer  nun doch auf besondere Weise zusammen – im Buchregal. „Napoleons Niedergang – Stekovics-Verlag mit Prachtband“ weiterlesen

Drei Freunde – Ljudmila Ulitzkaja "Das grüne Zelt"

Ilja, Sanja und Micha leben in gefährlichen Zeiten, an einem gefährlichen Ort. Man schreibt die Mitte des 20 Jahrhunderts. Der große vaterländische Krieg wurde gewonnen, doch auch nach Stalins Tod haben die russische Diktatur und ihr Netz aus Geheimdienst und Partei nicht an Schrecken verloren. Die Menschen leben in Angst vor Verrat, vor einer Verbannung, den Lagern in Sibirien. Nur die Literatur und  die Werke der großen Namen wie Puschkin und Pasternak helfen den drei Jugendlichen über die schwierigen Jahren. „Drei Freunde – Ljudmila Ulitzkaja "Das grüne Zelt"“ weiterlesen

Leben in Farben – Margriet de Moor "Der Maler und das Mädchen"

„Jeder Mensch trägt die künftigen Fakten seines Lebens vom ersten Atemzug an in sich.“ 

Die beste Zeit des Malers liegt hinter ihm. Zwar wird er noch immer respektiert, aber nach dem wirtschaftlichen Ruin und dem Tod seiner geliebten zweiten Frau lebt er zurückgezogen und sinnt der vergangenen Zeit hinterher, den Erfolgen und den Niederlagen, den Erlebnissen voller Glück und den Verlusten. Jahrhunderte später wird er als einer der bedeutendsten Maler, nicht nur seiner Epoche, gelten. „Leben in Farben – Margriet de Moor "Der Maler und das Mädchen"“ weiterlesen