Zwischen den Seiten – Norbert Gstrein „Eine Ahnung vom Anfang“

„Ich hatte tatsächlich gesagt, dass es manchmal gerade die Sehnsucht nach Unschuld und Reinheit sei, die einen dazu bringe, Schuld auf sich zu nehmen.“ 

Es ist ein Rückzugsort, abgeschieden und ruhig gelegen: die Hütte am Fluss. Dorthin flüchtet der Deutschlehrer Anton, wenn er die hektische Welt hinter sich lassen will. Gemeinsam mit seinem Lieblingsschüler Daniel verbringt er hier Stunden, Tage, ganze Wochen; skeptisch beobachtet von Wanderern oder Schaulustigen, die sich dem Gelände nähern. Jahre später erschrecken eine Bombenattrappe auf dem Bahnhof sowie zwei Bombendrohungen die Einwohner der nahe gelegenen Provinzstadt. Auf einem Fahndungsfoto glaubt Anton, seinen Schüler wieder zu erkennen. „Zwischen den Seiten – Norbert Gstrein „Eine Ahnung vom Anfang““ weiterlesen

Die Macht der Bücher – Almudena Grandes „Der Feind meines Vaters“

„Die Wahrheit ist das, was passiert ist und uns gefällt, aber auch das, was passiert ist und uns so abscheulich vorkommt, dass wir alles darum geben würden, es ungeschehen zu machen.“

Nichts ist, wie es scheint. Das merkt Antonio Perez, von allen nur Nino oder wegen seiner Körpergröße auch Knirps genannt, schnell. Er ist zehn und lebt mit seinen Eltern und den beiden Schwestern Dulce und Pepe in der Kaserne des kleinen andalusischen Dorfes Fuensante de Martos. Ninos Vater ist Beamter in der Guardia Civil, der paramilitärischen Polizei, deren Aufgabe es ist, gegen politisch Andersdenkende vorzugehen. Denn man schreibt das Jahr 1947 und Diktator Franco ist an der Macht. „Die Macht der Bücher – Almudena Grandes „Der Feind meines Vaters““ weiterlesen