Eva Björg Ægisdóttir – „Verschwiegen“

„Unter der Oberfläche brodelt so einiges.“

Elmas Rückkehr ist nicht die einzige. Eine zweite Frau taucht nach einigen Jahren wieder überraschend in Akranes auf. Wenig später wird ihre Leiche am alten Leuchtturm entdeckt, der für Kinder Spielplatz, für junge Paare ein Liebesnest ist. Für Elma ist der Mord der erste Fall als Polizistin in dem beschaulichen Ort an der Westküste Islands. Hier ist sie aufgewachsen, hierher ist sie nach Jahren in Reykjavík und nach dem Ende einer langjährigen Beziehung wieder zurückgekehrt. „Verschwiegen“ ist der Auftakt der neuen Krimi-Reihe der isländischen Autorin Eva Björg Ægisdóttir, für den sie nicht nur in ihrem Heimatland ausgezeichnet wurde.

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Joachim B. Schmidt – „In Küstennähe“

„Die Leute wissen einen Dreck.“

Ein Altersheim kann ja so ein wunderbares Versteck für einen Kleinkriminellen sein. Lárus ist die rechte Hand des Hausmeisters, seine illegalen Geschäfte betreibt er unauffällig. Er mäht zwar den Rasen, repariert dies und das, doch nebenbei scheffelt Lárus als umtriebiger Drogendealer kräftig Kohle. Das Altersheim Isafjörður ist das perfekte Alibi. Doch eine kaputte Heizung in Zimmer 37-A wird eines Tages sein Leben verändern. Er lernt Grimur, einen alten Fischer, kennen, der den furchteinflößenden Beinamen „Der Schlächter“ trägt. Er wird sein Freund – und unfreiwillig auch sein Mentor. In seinem Debüt „In Küstennähe“ beweist Joachim B. Schmidt seine Vorliebe für kauzige Figuren und ein Herz für ihre teils auch tragischen Lebensgeschichten.

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Auður Ava Ólafsdóttir – Miss Island

„Die Welt ist meine Erfindung.“

Die Diskussion über die fehlende Würdigung und Sichtbarkeit von Autorinnen wird in regelmäßigen Abständen entfacht und mal mehr mal weniger intensiv geführt. Allerdings gibt es sie nicht erst seit den vergangenen Jahren. Denn schon immer haben sich Frauen als Schreibende verstanden, die mit ihren Werken wahrgenommen werden wollen. Mit ihrem preisgekrönten Roman „Miss Island“ führt die isländische Schriftstellerin Auður Ava Ólafsdóttir in die 60er-Jahre. Eine Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs und Wandels, in der ihre Heldin, eine junge schreibende Frau, allerdings erfährt, dass in ihrem Land eher schöne als kluge und kreative Frauen gefragt sind.

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Andri Snær Magnason – „Wasser und Zeit“

„Das menschengemachte Feuer ist fast zweihundertmal größer als die gesamte vulkanische Tätigkeit auf der Erde.“ 

Island ist bekannt durch seine Geysire und Vulkane, seine bizarren Landschaften und seine besondere Tierwelt.  Doch wie wird die Insel, dieses faszinierende Naturparadies im Norden Europas, in 100 Jahren ausschauen? Denn die Welt ist durch den Menschen im Wandel. Bereits 2014 verlor Island wegen der Erderwärmung den Gletscher Okjökull, der 2019 offiziell für tot erklärt wurde. Nur noch eine Gedenktafel und vergangene Nachrichten erinnern an ihn. Oder Fotos wie jene aus einer vergangenen Zeit im Buch des Isländers Andri Snær Magnason „Wasser und Zeit. Eine Geschichte unserer Zukunft“, in dem er erzählt, was war und was kommen könnte. „Andri Snær Magnason – „Wasser und Zeit““ weiterlesen →

Joachim B. Schmidt – „Kalmann“

„Unter einem Eisbären ist es dunkel. Und es ist still.“ 

Kalmann trägt Cowboy-Hut, Sheriffstern und eine Pistole – und das im tiefsten Island, das zu den am dünnbesiedelsten Regionen auf der Welt zählt und trotz der allseits beliebten Kriminal-Literatur eine Kriminalitätsrate hat, über die sich andere Länder wohl freuen würden. Doch auch ein kleiner Ort wie Raufarhöfn braucht seinen Helden, einen Beschützer. Selbst wenn er nicht zu den hellsten Köpfen gehört und eher Grönland-Haie jagt als Verbrecher. In seinem neuesten Werk erzählt der Schweizer und auf Island lebende Schriftsteller Joachim B. Schmidt mit Humor, aber auch Melancholie von einem Außenseiter, der über seine Fähigkeiten hinauswächst und ungewollt viel Aufmerksamkeit erhält. „Joachim B. Schmidt – „Kalmann““ weiterlesen →

Ragnar Jónasson – „Dunkel“

„Der Vorteil von Dunkelheit ist, dass es keine Schatten gibt.“

Dass Bücher aus Skandinavien mit Verspätung auf den deutschen Buchmarkt landen, ist bekannt. Keine Seltenheit ist dies bei der Belletristik. Dass allerdings auch nordische Kriminalromane betroffen sind, die vor allem hierzulande ein großes Fan-Publikum haben und schon im Voraus in anderen Ländern erfolgreich waren, ist wohl weniger der Fall. Bereits 2015 erschien in Island „Dimma“, der Beginn der sogenannten Hulda-Trilogie von Ragnar Jónasson.  Die britische Tageszeitung „The Times“ kürte den Roman als einer der 100 besten Krimis und Thriller seit 1945. Mit fünf Jahren Zeitverzug ist er endlich in Deutschland erschienen – welch ein großes Glück. „Ragnar Jónasson – „Dunkel““ weiterlesen →