Regina Nössler – „Die Putzhilfe“

„Die alte und die neue Arbeit. Von der geistigen Elite zum Putzen.“

Es ist ein Mittwochabend im November. Sie packt drei Koffer, schließt die Tür hinter sich zu, fährt mit dem Bus zum Bahnhof und steigt in den Zug nach Berlin. Franziska Oswald verlässt das Haus, die Stadt, ihren Mann. Ohne eine einzige Nachricht zu hinterlassen. Aus der Wissenschaftlerin mit einer vielversprechenden Zukunft wird eine Putzhilfe, die ihr Leben hinter sich lässt, den schicken Hosenanzug gegen robuste Kleidung tauscht und ein dunkles Geheimnis verbergen muss. Doch damit ist sie im preisgekrönten Thriller von Regina Nössler nicht allein. Denn nichts ist, wie es scheint, bis ein furioser Showdown alles für den faszinierten Leser aufklärt und die Teile der ganzen Story zusammenführt. „Regina Nössler – „Die Putzhilfe““ weiterlesen →

Ragnar Jónasson – „Dunkel“

„Der Vorteil von Dunkelheit ist, dass es keine Schatten gibt.“

Dass Bücher aus Skandinavien mit Verspätung auf den deutschen Buchmarkt landen, ist bekannt. Keine Seltenheit ist dies bei der Belletristik. Dass allerdings auch nordische Kriminalromane betroffen sind, die vor allem hierzulande ein großes Fan-Publikum haben und schon im Voraus in anderen Ländern erfolgreich waren, ist wohl weniger der Fall. Bereits 2015 erschien in Island „Dimma“, der Beginn der sogenannten Hulda-Trilogie von Ragnar Jónasson.  Die britische Tageszeitung „The Times“ kürte den Roman als einer der 100 besten Krimis und Thriller seit 1945. Mit fünf Jahren Zeitverzug ist er endlich in Deutschland erschienen – welch ein großes Glück. „Ragnar Jónasson – „Dunkel““ weiterlesen →

Olga Tokarczuk – „Gesang der Fledermäuse“

„Das Loblied auf das Töten ist das Böse.“

Preisverleihungen können erstaunen und für Lektionen sorgen. Im Fall des Literaturnobelpreises ist das wohl nicht anders. Als im vergangenen Jahr die Schwedische Akademie gleich zwei Namen verkündete ob des bekannten Ausfalls der Verleihung 2018 infolge eines ebenfalls bekannten Skandals sorgte der eine Name für heftige Diskussionen, der andere indes für ein Lesefieber. Während über Peter Handke ausgiebig debattiert wurde, wurde Olga Tokarczuk gelesen.  Ihre früheren Bücher erschienen vermehrt in deutscher Übersetzung, so auch ihr bereits im Jahr 2009 veröffentlichter Roman „Gesang der Fledermäuse“, der sogar eingefleischte Krimi-Nicht-Leser überzeugen wird. „Olga Tokarczuk – „Gesang der Fledermäuse““ weiterlesen →

Anne Holt – „In Staub und Asche“

„Eine Gesellschaft ist verletzlich. Sie ist auf Vertrauen aufgebaut.“ 

Sie hießen Ida, Maria, Espen, Andreas. Vier der insgesamt 77 Menschen, die am 22. Juli 2011 während des Anschlags des rechtsextremen Terroristen Anders Behring Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya getötet wurden. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Kinder und Jugendliche eines Zeltlagers der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Das Attentat hat eine Wunde in die Seele des Landes gerissen. Des Landes, das so sicher und friedvoll galt, dessen Einwohner glücklich und zufrieden schienen. Der Anschlag hat gezeigt, dass Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit ein Teil der Gesellschaft sind. Mittlerweile sind dieser Tag und seine Folgen auch in der norwegischen Literatur angekommen. In ihrem Roman „In Staub und Asche“ widmet sich die Krimi-Autorin Anne Holt diesem anspruchsvollen Thema – und das meisterhaft. „Anne Holt – „In Staub und Asche““ weiterlesen →

Dervla McTiernan – „Todesstrom“

„Es sind nicht die Toten, vor denen man Angst haben muss.“

Cormac Reilly ist noch ein Greenhorn, als er als junger Polizist kurz nach seiner Ausbildung an der Akademie zu einem Einsatz gerufen wird. In einem völlig verwahrlosten Haus entdeckt der Detective eine tote, an einer Überdosis verstorbenen Frau – und ihre beiden Kinder Maude und Jack. Der Junge ist verletzt und wird von Cormac mit seiner Schwester in ein Krankenhaus gebracht, aus dem das Mädchen jedoch spurlos verschwindet. Gut 20 Jahre später wird Reilly erneut mit dem einstigen, düsteren Fall konfrontiert. Denn Jack, nunmehr ein erwachsener Mann, wird tot im Fluss gefunden.  „Dervla McTiernan – „Todesstrom““ weiterlesen →

Steven Price – „Die Frau in der Themse“

„Geister kann man nicht einfangen.“

Was sie sich wohl erzählt hätten, wenn sie sich damals in London begegnet wären? Der berühmte Detektiv Sherlock Holmes und sein Kollege William Pinkerton. Hätten sie sich über das schlechte Wetter, die neblige und stets im Dunst liegende Stadt oder über die modernen Möglichkeiten, Kriminelle dingfest zu machen, unterhalten? Leider fand diese Begegnung niemals statt. Bekanntlich ist und bleibt Holmes eine Kunstfigur und Schöpfung des legendären Autors Arthur Conan Doyle. Doch Pinkerton hat es wirklich gegeben. Er ist einer der beiden Hauptfiguren im Roman „Die Frau in der Themse“ des Kanadiers Steve Price – ein spannender vielschichtiger Schmöker at its best!

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