Paul Garbulski – „Punch“

„Wie kann man durch etwas völlig leer gemacht und ebenso überfüllt werden?“

Irgendwo stehen ein paar Wohnwagen, eine Schießbude, ein Zuckerwattestand. Irgendwo steigt Adrian in einen Ring, um andere zu vermöbeln oder sich selbst vermöbeln zu lassen. Schausteller sind Nomaden, die ihre Zelte im Rhythmus ihres ruhelosen Lebens mal hier mal dort aufschlagen. Paul Garbulski führt in seinem Debüt in diese besondere Welt, ohne jemals einen Ort zu benennen. Ihm geht es vielmehr um die Menschen – mit ihren Geschichten.

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Barbara Kingsolver – „Die Unbehausten“

„Die Welt zerfällt in zwei Lager: die Forscher und die Versüßer.“

Von der kleinsten Hütte bis zum prunkvollen Präsidentenpalast: Häuser erzählen immer wieder Geschichten. Von der Zeit, in der sie bestehen, von den Menschen, die ob kurz oder lang in ihnen wohnen. In ein schon etwas marodes Haus in New Jersey und in zwei Jahrhunderte führt die Amerikanerin Barbara Kingsolver in ihrem Roman „Die Unbehausten“, in dem die Vergangenheit einem vertrauter erscheint, als einem lieb ist.

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Florentine Anders – „Die Allee“

„Auf diese Weise doppelt genäht zu sein, das hat ihn bisher immer gerettet.“ 

Er hat Spuren hinterlassen, prägende Bauten entstanden in Berlin und anderswo. Sein Schaffen wurde mit renommierten Preisen gewürdigt. Dennoch hat Hermann Henselmann (1905-1995), Chef-Architekt Ost-Berlins, das autoritäre Machtsystem der DDR zu spüren bekommen. Viele Bücher gibt es über die DDR, nun erzählt Henselmanns Enkelin, die Journalistin und Autorin Florentine Anders, die Geschichte ihres Großvaters und die seiner Zeit. Dabei gelingt ihr ein beeindruckender Spagat.

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Charlotte McConaghy – „Die Rettung“

„Die ganze Erde eine Wüste.“

In einer Sturmnacht wird eine Frau an das Gestade der Insel gespült. Mehr tot als lebendig. Sie ist schwer verletzt, unterkühlt, ringt um ihr Leben. Die einzigen Bewohner retten sie. Seit neun Jahren lebt Dominic Salt mit seinen drei Kindern Raff, Fen und Orly auf Shearwater Island. Noch kann er nicht ahnen, dass die Frau nicht zufällig hier gestrandet ist und sie das Familienleben gehörig auf den Kopf stellen wird, während sich die Salts für einen Abschied rüsten müssen: Denn die Insel droht durch den Anstieg des Meeresspiegels in den Fluten zu versinken.  „Charlotte McConaghy – „Die Rettung““ weiterlesen

Jardine Libaire – „Dein Herz, ein wildes Tier“

„Dass die Raubkatze so knuffige Kuschelohren hatte, schien irgendwie das Allertraurigste an der ganzen Sache zu sein.“

Sie sind ein zusammengewürfelter Haufen windiger Kleinkrimineller, aber auch gescheiterter Existenzen. Eine unfreiwillige Katastrophe sprengt sie auseinander. Im Camp des Drogenbosses Tim in Oklahoma fliegt die Meth-Küche in die Luft. Vier von ihnen, Ernie, Coral, Ray und Staci, rettet der Zufall. Sie waren in der Stadt, um Drogengeld zu holen. Bei der Rückkehr sehen sie, wie das Lager in Flammen aufgeht. Sie fliehen samt der Moneten zusammen nach Texas. In ihrem Roman „Dein Herz, ein wildes Tier“ erzählt die US-Amerikanerin Jardine Libaire von einer besonderen Gemeinschaft.

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Kaliane Bradley – „Das Ministerium der Zeit“

„Setze dein Narrativ als Kanon, und du hast der Zeit den Tod abgeluchst, solange sich Menschen an das Narrativ erinnern.“

Gibt es Parallelzeiten, eine Welt oder mehrere Welten neben unserer? Wissenschaftler und Philosophen diskutieren schon seit Längerem darüber – und über die Möglichkeit von Zeitreisen. Ein faszinierendes Thema, das sich immer wieder in Romanen wie auch Filmen finden lässt. Die britisch-kambodschanische Autorin Kaliane Bradley führt in ihrem Romandebüt „Das Ministerium der Zeit“ sowohl in die baldige Zukunft als auch in die Vergangenheit.

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