Sue Hubbell „Leben auf dem Land“

„In der Stadt nennt man mich die Bienenfrau. Was könnte ich anders sein.“

Unser Leben wird zunehmend technisierter und hektischer. Es scheint sich von der Natur und ihren Regeln zu entfernen, ja abzuwenden. Wir scheinen die Verbindung zu ihr zu verlieren. Die Urbanisierung schreitet fort: Die Menschen ziehen in die Stadt, ganze Landstriche veröden. Doch seit einiger Zeit ist ein Gegentrend zu spüren. Familien entscheiden sich wieder für ein Leben auf dem Land. In Städten entstehen zahlreiche Gärten, die liebevoll gepflegt werden, findet auch die Imkerei mehr und mehr Zuspruch. Man kann es als Rückbesinnung bezeichnen, die schon einige Zeit vor dem aktuellen Diskurs zum Umweltschutz ihren erfreulichen Lauf nahm. Nicht nur Ratgeber jeglicher Art feiern weiterhin eine Hochkonjunktur. Die literarische Gattung des Nature Writing und die Werke ihrer Vertreter werden zunehmend wiederentdeckt. Wer sich mit diesen beschäftigen will, kommt an dem wundervollen Buch „Leben auf dem Land“ der Amerikanerin Sue Hubbell einfach nicht vorbei.

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Tom Rachman „Die Gesichter“

„Ein Künstler, Charlie, sieht die Welt anders als normale Menschen (…).“

Der Vater – ein berühmter und gefeierter Künstler, die Mutter – nicht minder begabt, aber erfolglos. Mittendrin – der Sohn. Charles, von allen meist nur Pinch genannt, steht zwischen beiden, blickt zu seinem Vater hinauf, während er seiner Mutter, die ihm die meiste Liebe gibt, weitaus weniger Beachtung schenkt. Tom Rachman hat mit seinem neuen Roman „Die Gesichter“ ein bewegendes und kluges Buch geschrieben, in dem jeder Leser seine Geschichte findet und eine besondere Seite mögen wird.

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Jocelyne Saucier „Niemals ohne sie“

„Wir haben eine ausgesprochene Begabung für den Schmerz.“ 

Sie sind der Inbegriff der Großfamilie. Die Zahl ihrer ist nahezu unvorstellbar, allerdings nicht unmöglich. 23 Köpfe stark ist die Familie der Cardinals, die Albert und seine Frau schufen. Eine Bande aus nahezu unbezähmbaren 21 Jungen und Mädchen mit einem ganz eigenen Willen. Aufgewachsen in der rauen Gegend rund um die Minenstadt Norcoville, kurz Norco genannt, die sich nach wenigen Jahren an Prosperität zu einer heruntergekommenen und verlassenen Geisterstadt verwandelt. Der Roman „Niemals ohne sie“ der kanadischen Schriftstellerin Jocelyne Saucier ist dabei mehr als nur ein Porträt dieser Familie, deren Mitglieder einzigartig, jedoch seelisch durch eine Tragödie verwundet sind. „Jocelyne Saucier „Niemals ohne sie““ weiterlesen

Gabriel Tallent „Mein Ein und Alles“

„Du vergisst, wer du bist, und du denkst, du könntest jemand anderes sein.“

Wenn Literatur auch immer ein Spiegel ist, in dem gesellschaftliche wie politische Diskurse und Probleme erkennbar werden, dann scheinen das Thema Waffen und Gewalt sowie das Leben der „Abgehängten“ noch immer brisant in den USA zu sein. Denn gleich zwei aktuelle wie auch viel besprochene Romane beschäftigen sich damit – vor allem mit Blick auf die Jugend und die Auswirkungen auf die jüngere Generation. Das sind Jennifer Clements Werk „Gun Love“ sowie das Debüt „Mein Ein und Alles“ des Amerikaners Gabriel Tallent, der dafür sehr viel Anerkennung sowohl in seinem Heimatland als auch hierzulande erhalten hat; für mein Befinden zu viel. „Gabriel Tallent „Mein Ein und Alles““ weiterlesen

Maya Angelou „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“

„Was immer Schwarze anderen Schwarzen gaben, der Spender hatte es ebenso bitter nötig wie der Empfänger.“ 

Es gibt Bücher, die bleiben im Gedächtnis von Generationen. Ihr jeweiliger Name und ihre Bedeutung werden weiter getragen. Ein gewisser, unbeschreiblicher Glanz umgibt sie. Und trotz ihres Ruhmes gibt es noch immer Leser, die noch nicht der großen Fangemeinde angehören. Ich selbst lernte Maya Angelou und ihr Buch „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ überhaupt erst dank zweier Zufälle kennen. Den Band entdeckte ich beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung. Doch bekanntlich müssen gekaufte Bücher bis zur ihrer Lektüre oftmals ein wenig schmoren; es braucht den günstigen Zeitpunkt, die günstige Stimmung oder eben einen bestimmten Anlass. Der kam recht schnell mit dem Start des virtuellen Lesekreises #54reads, der das Werk der Afroamerikanerin zur Januar-Lektüre bestimmt hatte. „Maya Angelou „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt““ weiterlesen

Frühlingserwachen – Ein Blick in die Vorschauen 2019

Es ist der letzte Tag im Jahr 2018. Ein neues steht bevor. Statt eines Rückblicks gibt es an dieser Stelle von mir einen Ausblick – auf die kommenden Bücher in den ersten Monaten des Jahres 2019. In den vergangenen Wochen habe ich die Abende oft genutzt, um in den Frühjahrsvorschauen großer und kleiner Verlage zu blättern. Hier ein Überblick über interessante Titel. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird mit jeder weiteren Entdeckung auch ergänzt. „Frühlingserwachen – Ein Blick in die Vorschauen 2019“ weiterlesen