Donal Ryan – „Seltsame Blüten“

„Die Welt fand immer ein Schlupfloch.“

Sie ist eines Morgens einfach weg. Still und heimlich gegangen, ohne eine Nachricht oder einen einzigen noch so leisen Hinweis zu hinterlassen. Nur der Busfahrer hat sie gesehen. Kit und Paddy Gladneys Leben ist nicht mehr, wie es war, als ihre 20-jährige Tochter Mary, genannt Moll, verschwindet. Nie erhalten sie jemals ein Lebenszeichen ihrer Tochter. Ist Moll vielleicht sogar Opfer eines Verbrechens geworden? Das ältere Ehepaar ringt mit seinem Schmerz und seiner Trauer, seiner Ratlosigkeit und Verzweiflung. Doch dann taucht ihre Tochter wieder auf, wie sie einst verschwunden war. Plötzlich und wie aus dem Nichts. Fünf Jahre nach ihrem Weggang. Und wieder ist nichts wie zuvor. „Donal Ryan – „Seltsame Blüten““ weiterlesen

Simone Kucher – „Die lichten Sommer“

„Das wahre Leben waren diese Nächte und die Tage, tja, zäh und leer.“ 

Vertreibung ist eine Form der Gewaltmigration und meint die räumliche Mobilisierung durch Gewalt ohne Maßnahmen zur Wiederansiedlung. So ist es in dem Band „Globale Migration. Geschichte und Gegenwart“ von Jochen Oltmer zu lesen. Diese Wendung ist auf den Punkt gebracht, allerdings auch sachlich und nüchtern, wenngleich sich dahinter Millionen Schicksale verbergen. Allein aus den Regionen, die heute als sudetendeutsche Heimatlandschaften bekannt sind, werden in den Jahren 1945 und 1946 während und nach dem Zweiten Weltkrieg rund drei Millionen Menschen vertrieben. Frauen, Männer, Kinder. Simone Kucher erzählt in ihrem stillen wie ergreifenden Debüt ihre Geschichte.

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Die Leipziger Buchmesse, Niederlande und Flandern als Gastland und ein Gespräch mit Julia

Harry Mulisch, Cees Nooteboom, Arnon Grunberg, Adriaan van Dis, Judith Herzberg … Die Liste ist lang, die mir Julia van Weijen gibt. Die Namen hat sie per Hand auf einen Zettel geschrieben. Alles Autoren ihres Landes: aus den Niederlanden, die sich gemeinsam mit der Region Flandern auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse als Gastland präsentieren wird.

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Florian Wacker – „Die Spur der Aale“

Der weltweite illegale Tierhandel ist ein Milliarden-Geschäft, das kräftig boomt. Egal ob es sich dabei um beliebte Haus- oder exotische Wildtiere handelt. Während die Tiere und die Natur leiden, machen kriminelle Banden, die meist grenzüberschreitend agieren, das große Geld. In eben jene Szene führt Florian Wacker mit dem Auftakt seiner neuen Krimi-Reihe, in der die Staatsanwältin Greta Vogelsang im Mittelpunkt steht.

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Tore Kvæven – „Eisiges Land“

„Dieses Land ist wie ein Rudel Wölfe.“

Kalt, Eis, Insel. Schlagwörter, die uns wohl unweigerlich in den Sinn kommen, wenn wir an Grönland denken. Und sicherlich fallen uns noch Inuit und Wikinger ein. In ihre Zeit und auf das riesige Eiland zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer führt der Norweger Tor Kvæven in seinem Roman „Eisiges Land“, mit dem er 2018 mit dem Brageprisen, dem renommiertesten Literaturpreis seines Landes, geehrt wurde.

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Louise Kennedy – „Übertretung“

„Wenn Mord zum Alltag gehörte, war es schwer, die Kinder davon zu überzeugen, dass diese Geschichten Unsinn waren.“ 

Es gibt geschichtliche Ereignisse, die sind bekannt, erscheinen einem indes fern. Weil sie außerhalb der eigenen Lebenszeit und örtlich gesehen eher in der Ferne geschehen sind. Der Nordirland-Konflikt zählt zu den weißen Flecken auf meiner Landkarte des Wissens. Zugegeben: Er war weder Thema in der Schule noch habe ich mich näher mit ihm beschäftigt. Bis ich nun jedoch den Roman „Übertretung“ der irischen Schriftstellerin Louise Kennedy in die Hand nahm. „Louise Kennedy – „Übertretung““ weiterlesen