Edith Wharton „Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart“

„Warum nennen wir denn unsere großartigen Ideen Illusionen und die banalen Wahrheit?“

Unzählige Sprüche und Redenwendungen drehen sich ums liebe Geld. Der Reichtum wird in vielen Liedern besungen – ich habe dabei gerade Abbas Klassiker „Money, Money, Money“ im Ohr -, und in vielen Büchern beschrieben. Es ist Statussymbol und zugleich Lebensziel; vermutlich für zahlreiche Menschen. Über das oftmals verhängnisvolle Streben nach Geld, Luxus und Reichtum hat die große amerikanische Autorin Edith Wharton (1862 – 1937) mit ihrem Roman „Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart“ ein Buch geschrieben, das auch heute viel zu erzählen hat und zeitlos ist. Edith Wharton „Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart“ weiterlesen

Wellenreiter – William Finnegan „Barbarentage“

„Doch Wellen tanzen zu einer endlos komplexen Melodie.“

Mit zehn Jahren sieht er die ersten Wellenreiter, mit elf erhält er das erste Surfbrett geschenkt. Es ist größer als er selbst, doch es wird sein Leben von grundauf verändern und es auch die kommenden Jahre und Jahrzehnte bestimmen. In dieser Zeit lernt William Finnegan die Welt und zahlreiche wunderschöne und einsame, aber auch gefährliche Surfspots kennen, an denen eine falsche Bewegung, eine falsche Einschätzung der Welle und ihre bestimmenden Faktoren das Leben kosten kann. Über seine Leidenschaft hat der amerikanische Journalist ein Buch geschrieben, das jedoch mehr ist als ein Buch über das Surfen und eine Autobiografie und für das er zu Recht im Jahr 2016 den renommierten Pulitzerpreis erhalten hat. Wellenreiter – William Finnegan „Barbarentage“ weiterlesen

Schein und Sein – Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“

„Die Menschen waren nun mal, wie sie waren, mochten sie sich auch noch so bemühen, anders zu sein.“

In einer Kleinstadt lebt bekanntlich eine überschaubare Anzahl an Menschen. Man kennt sich und das Leben der anderen, ihre Familien, ihr Glück und ihr Leid. Ob gute oder schlechte Nachrichten, sie machen schnell die Runde. Und meist liegt das Wohl und das Wehe der Stadt in den Händen nur weniger. Empire Falls, im amerikanischen Bundesstaat Maine gelegen, macht da sicher keine Ausnahme. Nur sollte an dieser Stelle schon einmal erwähnt werden, dass die Stadt und ihre Einwohner fiktiv und Schöpfung des amerikanischen Schriftstellers Richard Russo sind, der für sein literarisches Porträt von Empire Falls 2002 den renommierten Pulitzerpreis erhalten hat.  Schein und Sein – Richard Russo „Diese gottverdammten Träume“ weiterlesen

Der Mensch allein – Elizabeth Kolbert „Das sechste Sterben“

kolpert „Die Tatsache, dass dieses Buch von einem behaarten statt von einem schuppigen Zweibeiner geschrieben wurde, hat mehr mit dem Unglück der Dinosaurier zu tun als mit irgendeinem besonderen Vorzug der Säugetiere.“

Als ein Meteorit die Erde trifft, wird der Planet zur Hölle. Nur wenige überleben die Katastrophe in der Kreidezeit vor rund 66 Millionen Jahren. Die Giganten der damaligen Zeit, die Dinosaurier, sterben aus. Die Ursache für das nächste Massensterben kommt indes nicht aus dem All. Sie lebt vielmehr auf der Erde und hat in den vergangenen zwei Millionen Jahren einen unvergleichlichen Siegeszug auf zwei Beinen angetreten. „Das sechste Sterben. Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt“ hat die amerikanische Journalistin und Autorin Elizabeth Kolbert ihr neuestes Werk genannt. Das weniger Anklage als der Versuch ist, das unvergleichliche Ereignis aufzuarbeiten und Wege für die Bewahrung unvergleichlicher Naturschätze zu finden. Der Mensch allein – Elizabeth Kolbert „Das sechste Sterben“ weiterlesen