Lars Elling – „Die Prinzen vom Birkensee“

„Finde den Schlüssel und verlasse das Bildarchiv. Werde sehend.“ 

Wie ein grüner Gürtel umgibt die Marka Oslo. Nördlich der norwegischen Hauptstadt breitet sich die Nordmarka aus. Ein riesiger Wald mit Hügeln und Seen – so groß wie etwa Halb-Berlin. Die beiden Brüder Arnstein und Truls werden von ihrem Vater in die Nordmarka geschickt. Nicht nur für wenige Tage, sondern für mehrere Wochen. Dort sind sie allein auf sich gestellt. Sie müssen sich ihre Nahrung selbst jagen oder fangen. Die beiden Jungen haben zueinander eine enge Bindung, sie sind Gefährten, Vertraute. 70 Jahre später, im betagten Alter, sprechen sie indes kein Wort mehr miteinander. Ein Zaun zieht sich durch das gemeinsame, einst elterliche Grundstück im Kvartsveien, das Haus ist geteilt. Und Arnsteins Enkel Filip fragt sich warum.     

„Lars Elling – „Die Prinzen vom Birkensee““ weiterlesen

Nina Bußmann – „Drei Wochen im August“

Ein großes Haus am Meer, für drei Wochen im Sommer – und ohne einen einzigen Cent zu bezahlen. Wer würde da wohl Nein sagen. Wer jedoch zuvor den neuen Roman von Nina Bußmann „Drei Wochen im August“ liest, könnte indes schnell ins Zweifeln kommen. Denn mit der anfänglichen Idylle ist es darin schnell vorbei. Alles kommt anders, als zuvor gedacht und erhofft. Statt einer Unbeschwertheit machen sich ein gewisses Unbehagen und Spannungen breit. Dann brennt noch der Wald, verschwindet ein 13-jähriges Mädchen spurlos …

„Nina Bußmann – „Drei Wochen im August““ weiterlesen

Audrey Magee – „Die Kolonie“

„Dieses Einfache ist für die meisten nichts.“

Auf einem kleinen Ruder-Boot, einem irischen Curragh, erreicht Mr. Lloyd die Insel. Eine wacklige und magenfeindliche Angelegenheit für den Künstler aus London, der auf dem kleinen Eiland die Klippen malen will. Er wird nicht der einzige Fremde bleiben, den die Inselbewohner aufnehmen (müssen). Auch der französische Linguist Jean-Pierre Masson landet im Sommer des Jahres 1979 hier. Er will ein Buch über das irische Gälisch schreiben, um die Sprache vor dem Aussterben zu bewahren Beide Männer sind sich spinnefeind, so dass nicht nur der blutige Konflikt auf dem Festland für Spannungen auf dem nur wenige Seelen zählenden Eiland sorgt.

„Audrey Magee – „Die Kolonie““ weiterlesen

Octavia E. Butler – „Die Parabel vom Sämann“

„Die Erde ist in furchtbarer Verfassung.“

Das Jahr 2024 liegt hinter uns. Mit all den dunklen und dramatischen Nachrichten und Entwicklungen, die Sorgen bereiten. Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten erschien in den USA ein Roman, der einen Blick in die Zukunft, eben in das Jahr 2024, wirft. „Die Parabel vom Sämann“ von der US-amerikanischen Autorin Octavia E. Butler (1947-2006) ist eine beklemmende Dystopie, aus der so einiges mittlerweile Wirklichkeit wurde. Im Netz geht die Wendung „Octavia knew“ (übersetzt: „Octavia wusste“) viral. Der Titel zählt zu einer Reihe Klassikern wie Ray Bradbury, Margaret Atwood und George Orwell, deren Verkaufszahlen in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen sind.

„Octavia E. Butler – „Die Parabel vom Sämann““ weiterlesen

Jan Kjærstad – „Eine Zeit, zu leben“

„All diese Geschichten, denke ich.“

Ein Tag im März 2019. Oslo, ja Norwegen steht Großes bevor. Im Nationaltheater feiert die Inszenierung „Hedda Gabler“ nach dem Drama von Henrik Ibsen Premiere. Kein Geringerer als der berühmte Theatermacher Kyrre Ellingsen führt Regie, die Hauptrollen sind mit Hedda Christine Foss als Hedda und Hendrik Adler als Assessor Brack prominent besetzt. Für die Schauspieler und das Publikum wird der Abend jedoch anders als gedacht. Der norwegische Schriftsteller Jan Kjærstad hat mit seinem neuesten Roman „Eine Zeit, zu leben“ weit mehr als ein Buch über Theater und den großen Ibsen geschrieben.

„Jan Kjærstad – „Eine Zeit, zu leben““ weiterlesen

Toine Heijmans – „Irrfahrt“

„Wenn das Denken aufhört, übernimmt das Meer.“

Ein Sturm zieht über der Nordsee vor der Küste der Niederlande auf. Auch wenn er sein Ziel bereits vor Augen hat, entscheidet Donald, auf der See auszuharren. Zur Sicherheit – für sich und seine siebenjährige Tochter Maria, die ebenfalls an Bord ist. In seinem schmalen Romandebüt „Irrfahrt“ erzählt der Niederländer Toine Heijmans von einer besonderen Segeltour, einem Mann, seiner Familie und dass nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

„Toine Heijmans – „Irrfahrt““ weiterlesen