Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Was eine Kiefer ist“

„Großvater, du hast immer gesagt, wenn man erzählt, dann übersteht man das Schlimmste.“ 

Schon seit Jahren bilden sie ein kreatives Duo: die Autorin Lucia Jay von Seldeneck und der Illustrator Florian Weiß aus Berlin. 2017 erschien ihr gemeinsames Buch „Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen“ mit 30 Tiermeldungen aus zwei Jahrtausenden, das 2020 mit dem International Creative Media Award in der Kategorie „Book Design/Buchausstattung“ ausgezeichnet wurde. Es folgten Bände über berühmte und weniger berühmte Berge und Schiffe. Nun entführen sie mit ihrem neuesten Gemeinschaftswerk „Was eine Kiefer ist“ in die faszinierende Welt der Flora – eine großartige Reise durch Zeit und Raum. „Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Was eine Kiefer ist““ weiterlesen

Julia Phillips – „Cascadia“

„Das Träumen half.“ 

Im äußersten Nordwesten der USA nah an der Grenze zu Kanada zwischen den Weiten des Pazifik und den hohen Bergen der Rocky Mountains liegt Kaskadien. Ein Name wie aus einem Märchen oder einem Fantasy-Roman. Wie bei ihrem viel beachteten Debüt „Das Verschwinden der Erde“, das in Kamtschatka angesiedelt ist und auf der Shortlist des National Book Award stand, führt sie in ihrem neuesten Werk „Cascadia“ wieder in eine ganz besondere Region mit einer atemberaubenden Natur.     

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Uwe Wittstock – „Marseille 1940“

„Der europäische Kontinent ist wohl verloren.“

Wer das Viertel rund um den Potsdamer Platz in Berlin aufmerksam erkundet, wird womöglich ein Straßenschild länger in Augenschein nehmen, das auf den amerikanischen Journalisten Varian Fry (1907-1967) hinweist. Fry war Fluchthelfer und Initiator eines Netzwerkes, das mit Sitz in Marseille während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung Frankreichs Hunderte Menschen vor Verfolgung und Tod bewahrt hat. Uwe Wittstock erzählt in seinem großartigen Band „Marseille 1940“ dessen Geschichte und die vieler anderer.

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Nora Bossong – „Reichskanzlerplatz“

„Die Gespenster, Herr Kesselbach, sind wir.“

In nur wenigen Jahrzehnten wechselte er zweimal seinen Namen. Nach der Jahrhundertwende im Berliner Westend als Reichskanzlerplatz angelegt, wird er ab 1933 nach dem Führer benannt. Heute trägt er den Namen des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. Hier wohnte für einige Zeit Magda, die wie der Platz Namen ablegte und annahm. Berühmt wurde sie jedoch vor allem an der Seite eines Mannes: Propagandaminister Joseph Goebbels. Ihre Geschichte, die eines Landes und ihres unbekannteren Geliebten erzählt Nora Bossong in ihrem neuen Roman „Reichskanzlerplatz“.

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Rivka Galchen – „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“

„Man kann nicht aufdecken, was wahr ist, wenn man danach geht, wie viele Leute es für wahr halten.“

In den Gesammelten Werken des berühmten Mathematikers und Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) findet sich ein besonderes Dokument: ein auf den 2. Januar 1616 datierter Brief an den Senat zu Leonberg. Mit diesem Schreiben beginnt die Verteidigung von Keplers Mutter Katharina, die wenige Jahre später in einem Hexenprozess angeklagt wurde. Die kanadisch-amerikanische Schriftstellerin Rivka Galchen nimmt dieses historische Ereignis zum Anlass für ihren aktuellen Roman „Jeder weiß, dass deine Mutter eine Hexe ist“.

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Ron Rash – „Der Friedhofswärter“

„Es hatte Blackburn immer berührt, dass etwas so Fragiles wie eine Blume die Toten länger ehren konnte als Stein. Länger als die Erinnerungen sogar, viel länger.“

Er ist jung, die Toten und ihre letzte Ruhe sind für ihn Alltag. Blackburn Gant ist gerade mal 16, als er Friedhofswärter in dem kleinen Ort Blowing Rock in North Carolina wird. Es sind die 50er-Jahre. Nach dem großen weltumspannenden Krieg ziehen erneut junge Männer an die Front. Blackburns Freund Jacob kämpft auf der anderen Seite der Erde in Korea. Als er lebend, aber versehrt zurückkommt, ist nichts mehr, wie es war. Ron Rash erzählt in seinem Roman „Der Friedhofswärter“ von einer ungeheuerlichen Intrige, aber auch von bedingungsloser Freundschaft und Loyalität.

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