Backlist #2 – Davide Longo „Der aufrechte Mann“

„Man musste warten. Am Leben bleiben und warten.“

Nichts ist mehr, wie es war. Das Land versinkt in Chaos und Gewalt. Die Nationalgarde wird den Plünderungen nicht mehr Herr. Die Banken zahlen kein Geld mehr aus. Das Benzin wird knapp und unbezahlbar. Felder sind verwahrlost, Dörfer und ganze Städte verwaist. Der italienische preisgekrönte Autor Davide Longo erzählt in seinem Roman „Der aufrechte Mann“ von einem Land am Abgrund und einem Mann, der über sich hinauswächst, obwohl er kein Held sein wollte.  Backlist #2 – Davide Longo „Der aufrechte Mann“ weiterlesen

Schattenwelt – Mathias Énard „Zone“

„(…) ich weiß nicht warum ich bedauere man bedauert so vieles im Leben Erinnerungen die manchmal wieder zu brennen beginnen Schuld Reue Scham die schweren Lasten der westlichen Zivilisation.“

Seine Zugfahrt wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Der Geheimagent Francis Mirkovic sitzt im Pendolino von Mailand nach Rom. Er ist ein Reisender erster Klasse mit fremder Identität. Er nennt sich nach einem früheren Schulkameraden und jetzigen Psychiatrie-Insassen Yves Deroy. In seinem Koffer befinden sich Dokumente und Fotos von Kriegsverbrechern, die er über mehrere Jahre gesammelt hat. Nicht nur deren Geschichte treibt ihn um. Auch seine eigene Vergangenheit lässt ihn nicht mehr los. Allen voran sein Einsatz im Balkan-Krieg und seine spätere Spionage-Tätigkeit in der „Kampfzone“ zwischen Algier und Damaskus. Schattenwelt – Mathias Énard „Zone“ weiterlesen

Spuren – Christoph Poschenrieder „Das Sandkorn“

„Viele werden zum Treibgut; indem sie mittreiben, spüren sie am wenigsten Widerstand.“

Es gibt Bücher, die verlangen nach dem richtigen Moment. Wenn der noch nicht gekommen oder bereits vergangen ist, kann es geschehen, dass das Buch in Vergessenheit gerät. „Das Sandkorn“ von Christoph Poschenrieder ist so ein Buch. Ich kaufte es im vergangenen Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse, las es an und legte es wieder weg.  Spuren – Christoph Poschenrieder „Das Sandkorn“ weiterlesen

Die Kunst und die Gewalt – Rachel Kushner „Flammenwerfer“

U1_978-3-498-03419-1.indd„…was Valera nie vergessen würde, die jugendliche Erkenntnis, dass das Wesen des Lebens in Veränderung und Schnelligkeit bestand und sich nur durch heftige Erschütterung offenbarte.“

Sie liebt die Geschwindigkeit – als Skiläuferin und als Motorradfahrerin. Mit Anfang 20 kommt Reno, wie sie später von Freunden aufgrund ihres Heimatortes genannt wird, nach ihrem Kunststudium aus der Provinz des Mittelwestens in die Metropole nach New York. Sie ist allein und auf sich gestellt. Ihr Ziel ist es, in der Kunstszene New Yorks Fuß zu fassen, mit ihrer Kreativität erfolgreich zu sein. Doch der Dschungel der Großstadt kennt meist nur die Anonymität. Die Stadt ist groß und schläft nie, die Menschen bilden eine einzige große Masse. Doch Reno findet Anschluss – in der Person von Sandro, einem erfolgreichen Konzeptkünstler und aus der legendären italienischen Motorrad-Dynastie Valera stammend. Die Kunst und die Gewalt – Rachel Kushner „Flammenwerfer“ weiterlesen