Gianni Sola – „Bei Licht ist alles zerbrechlich“

„Wenn wir unser Schicksal nicht ändern können, sind wir nichts.“

Die Welt des Jungen ist überschaubar. Vater, Mutter, Schwester, das kleine Dorf, die Schweine, die Davide schon als Kind hüten muss. In die Schule geht er nicht, wie sein Vater kann das Kind nicht lesen und schreiben. Es herrschen dunkle Zeiten in Italien des Jahres 1942. Es ist Krieg, der Duce regiert. Eines Tages kommt eine Gruppe Juden, die zwangsumgesiedelt werden sollen, nach Tora e Piccilli. Auch Nicolas, der das Leben von Davide und seiner Freundin Teresa fortan für immer verändern wird. In seinem Roman „Bei Licht ist alles zerbrechlich“ erzählt der italienische Autor Gianni Solla von Liebe und Freundschaft, vor allem jedoch davon, wenn einer das Leben eines anderen führt.

„Gianni Sola – „Bei Licht ist alles zerbrechlich““ weiterlesen

Iida Turpeinen – „Das Wesen des Lebens“

„Die Natur ändert ihre Gesetze nicht.“ 

Sie erschien vor Millionen von Jahren auf der Erde. Und verschwand von ihr in nur kurzer Zeit durch des Menschen Hand. Ein Pelztierjäger erschlug das letzte Exemplar der Stellerschen Seekuh in der zweiten Hälfe des 18. Jahrhunderts nahe der Beringinsel (früher Awatscha-Insel). Benannt wurde sie nach dem deutschen Arzt und Naturwissenschaftler Georg Wilhelm Steller (1709-1746), der das Tier während der Großen Nordischen Expedition sah und wissenschaftlich beschrieb. Seine Geschichte und die anderer Menschen, deren Leben mit den sanften Riesen verbunden sind, erzählt die finnische Autorin Iida Turpeinen in ihrem großartigen Roman „Das Wesen des Lebens“.  

„Iida Turpeinen – „Das Wesen des Lebens““ weiterlesen

Margot Douaihy – „Verbrannte Gnade“

„Verletzte Menschen verletzen Menschen. Und geheilte Menschen heilen Menschen.“

Schwester Holiday ist ein lebender Widerspruch. Ihr bisheriges Leben teilt sich in ein Davor und Danach. Sie war Punkmusikerin und den Drogen nicht abgeneigt. Nun ist sie Nonne und unterrichtet Gitarre in der katholischen Klosterschule Saint Sebastian in New Orleans. Ihre Tattoos versteckt sie unter einem Halstuch und Handschuhen, in aller Verborgenheit raucht sie. Ein verheerender Brand in der Schule, bei dem Hausmeister Jack stirbt und zwei Schüler verletzt werden, gibt ihr keine Ruhe. Sie beginnt zu ermitteln. Denn die Ereignisse weisen gewisse Parallelen mit ihrem vorherigen Leben auf.

„Margot Douaihy – „Verbrannte Gnade““ weiterlesen

Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Was eine Kiefer ist“

„Großvater, du hast immer gesagt, wenn man erzählt, dann übersteht man das Schlimmste.“ 

Schon seit Jahren bilden sie ein kreatives Duo: die Autorin Lucia Jay von Seldeneck und der Illustrator Florian Weiß aus Berlin. 2017 erschien ihr gemeinsames Buch „Ich werde über diese Merkwürdigkeit noch etwas drucken lassen“ mit 30 Tiermeldungen aus zwei Jahrtausenden, das 2020 mit dem International Creative Media Award in der Kategorie „Book Design/Buchausstattung“ ausgezeichnet wurde. Es folgten Bände über berühmte und weniger berühmte Berge und Schiffe. Nun entführen sie mit ihrem neuesten Gemeinschaftswerk „Was eine Kiefer ist“ in die faszinierende Welt der Flora – eine großartige Reise durch Zeit und Raum. „Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Was eine Kiefer ist““ weiterlesen

Julia Phillips – „Cascadia“

„Das Träumen half.“ 

Im äußersten Nordwesten der USA nah an der Grenze zu Kanada zwischen den Weiten des Pazifik und den hohen Bergen der Rocky Mountains liegt Kaskadien. Ein Name wie aus einem Märchen oder einem Fantasy-Roman. Wie bei ihrem viel beachteten Debüt „Das Verschwinden der Erde“, das in Kamtschatka angesiedelt ist und auf der Shortlist des National Book Award stand, führt sie in ihrem neuesten Werk „Cascadia“ wieder in eine ganz besondere Region mit einer atemberaubenden Natur.     

„Julia Phillips – „Cascadia““ weiterlesen

Uwe Wittstock – „Marseille 1940“

„Der europäische Kontinent ist wohl verloren.“

Wer das Viertel rund um den Potsdamer Platz in Berlin aufmerksam erkundet, wird womöglich ein Straßenschild länger in Augenschein nehmen, das auf den amerikanischen Journalisten Varian Fry (1907-1967) hinweist. Fry war Fluchthelfer und Initiator eines Netzwerkes, das mit Sitz in Marseille während des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung Frankreichs Hunderte Menschen vor Verfolgung und Tod bewahrt hat. Uwe Wittstock erzählt in seinem großartigen Band „Marseille 1940“ dessen Geschichte und die vieler anderer.

„Uwe Wittstock – „Marseille 1940““ weiterlesen