Sorj Chalandon – „Herz in der Faust“

„Unsere Wut war überbordend, ohne Plan, ohne Ziel, ohne Kalkül.“

Wie viel Gewalt, Schmerz, Leid kann ein junger Mensch ertragen? Eine Frage, die sich stellt, liest man die letzte Seite des neuen Romans des französischen Schriftstellers Sorj Chalandon. Erneut erzählt er in „Herz in der Faust“ von einem besonderen Schicksal und von einer Geschichte mit einem authentischen Hintergrund.  „Sorj Chalandon – „Herz in der Faust““ weiterlesen

Cristina Henríquez – „Der große Riss“

„Was die Natur vollbracht hatte, wollte der Mensch wieder rückgängig machen.“ 

Er gilt als Meisterwerk der Ingenieurbaukunst und wird als das achte Weltwunder bezeichnet. Seit 1914 verbindet der Panamakanal den Atlantik auf der einen Seite mit dem Pazifik auf der anderen Seite. Die Bauarbeiten haben Jahrzehnte gedauert, Tausende Menschenleben gefordert. In ihrem Roman „Der große Riss“ erzählt die US-amerikanische Autorin Cristina Henríquez von der Entstehung des Panamakanals – vor allem jedoch von den betroffenen Menschen und ihren Schicksalen. „Cristina Henríquez – „Der große Riss““ weiterlesen

Mathijs Deen – „Die Lotsin“

„Es ist alles andere als selbstverständlich, dass es uns gibt, die Dinge sind eben nicht einfach so, wie sie sind.“

Es geht diesmal ins ewige Eis, das indes beängstigend schwindet. Die angesehene Klimawissenschaftlerin Iona Grimstedt arbeitet auf einer Forschungsstation im Nordosten Grönlands, auf der Bohrkerne analysiert werden. Eines Tages verschwindet sie während eines gefährlichen Whiteouts, kann indes entdeckt und vor dem sicheren Tod in der Kälte gerettet werden. Wenig später wird sie erneut vermisst: Was ist auf dem Forschungsschiff „Anthroposcene“ geschehen, das die Wissenschaftlerin an der Seite ihres Mann Torsten eigentlich sicher nach Hause bringen sollte?

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Paul Garbulski – „Punch“

„Wie kann man durch etwas völlig leer gemacht und ebenso überfüllt werden?“

Irgendwo stehen ein paar Wohnwagen, eine Schießbude, ein Zuckerwattestand. Irgendwo steigt Adrian in einen Ring, um andere zu vermöbeln oder sich selbst vermöbeln zu lassen. Schausteller sind Nomaden, die ihre Zelte im Rhythmus ihres ruhelosen Lebens mal hier mal dort aufschlagen. Paul Garbulski führt in seinem Debüt in diese besondere Welt, ohne jemals einen Ort zu benennen. Ihm geht es vielmehr um die Menschen – mit ihren Geschichten.

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Burkhard Spinnen & Charles Wolkenstein – „Erdrutsch“

„Die Leute wissen, dass es so nicht weitergehen kann, aber sie ändern trotzdem nichts.“

Was für ein verrückter Vogel! Auf einem Steilhang steht ein Mann, der kein Wort sagt, nur Laute eines Eichelhähers von sich gibt und sich merkwürdig verhält. Es ist ein Oktobertag, als der Bergsteiger und Hüttenbetreiber Aurelio Campanna oberhalb des Comer Sees diese bizarre Begegnung macht. Er ruft kurzerhand die Bergrettung. Wenig später stürzt der Hang in die Tiefe. Und dies ist erst der Auftakt einer Reihe weiterer Katastrophen in den Alpen. Nicht jede läuft so glimpflich ab wie diese. Später gibt es Tote an anderen Orten und nahezu in allen Alpenländern. Und immer haben Vögel vor dem Unheil gewarnt. 

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Barbara Kingsolver – „Die Unbehausten“

„Die Welt zerfällt in zwei Lager: die Forscher und die Versüßer.“

Von der kleinsten Hütte bis zum prunkvollen Präsidentenpalast: Häuser erzählen immer wieder Geschichten. Von der Zeit, in der sie bestehen, von den Menschen, die ob kurz oder lang in ihnen wohnen. In ein schon etwas marodes Haus in New Jersey und in zwei Jahrhunderte führt die Amerikanerin Barbara Kingsolver in ihrem Roman „Die Unbehausten“, in dem die Vergangenheit einem vertrauter erscheint, als einem lieb ist.

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