Vom Schmerz – Stefan Hertmans „Krieg und Terpentin“

„Orte sind nicht nur Raum, sondern auch Zeit.“

Es ist Krieg, der erste der Welt, der erste, der mit Maschinen ausgetragen wurde und zu unfassbar hohen Opferzahlen und Leid geführt hat. Mittendrin in diesem Gemetzel: Urbain Martien. Er dient als Soldat in der belgischen Armee. In den kommenden vier Jahren wird er mehrmals verwundet. Für seine Aufopferungsbereitschaft und seinen Mut wird er mit zahlreichen Orden geehrt, die ihn nur wenig interessieren. Als Erinnerung bleiben Szenen der Gewalt und Zerstörung sowie der Schmerz, den er in seinem Notizbuch in Worte zu fassen versuchte. Sein Enkel Stefan Hertmans hat die Erinnerungen seines Großvaters in seinem berührenden wie erschütternden Buch „Krieg und Terpentin“ verarbeitet.  Vom Schmerz – Stefan Hertmans „Krieg und Terpentin“ weiterlesen

Trotzkopf – Jacqueline Kelly „Calpurnias evolutionäre Entdeckungen“

„Wie flüchtig sind die Wünsche und Anstrengungen der Menschen! Wie kurz ist seine Zeit! Wie dürftig werden mithin seine Erzeugnisse denen gegenüber sein, die die Natur anhäuft!“ Charles Darwin „Über die Entstehung der Arten“

Für manche Leseerfahrungen braucht es etwas Glück. Das Glück oder auch der Zufall, ein besonderes Buch zu entdecken. Dieses hat sich vor mir zwischen anderen Jugendbüchern in einem Regal einer meiner Lieblingsbuchhandlungen regelrecht versteckt. Hellgrün ist bekanntlich keine Farbe, die einem ins Auge springt. Und auf dem Cover sind auch keine Drachen, Zauberer oder Vampire zu sehen. Vielmehr zeigt es ein Gewimmel aus Pflanzen und Tieren, wie Schmetterlinge und Vögel. Doch „Calpurnias evolutionäre Entdeckungen“ von Jacqueline Kelly hat es trotzdem auf den Stapel gekaufter Bücher geschafft. Welch ein Glück! Trotzkopf – Jacqueline Kelly „Calpurnias evolutionäre Entdeckungen“ weiterlesen

Spurensuche im ewigen Eis – Stephan Orth "Opas Eisberg"

„Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man in eine menschenfeindlichen Wildnis reist, weit weg von der Zivilisation, und dann plötzlich der kargste Ort der Welt etwas Vertrautes gewinnt.“

Das besondere Vermächtnis zeigt sich als „unscheinbares Büchlein“. Gezeichnet vom Zahn der Zeit und Aufenthalten in fremden Ländern erzählt es als Tagebuch die Geschichte einer gefährlichen Abenteuerreise. 1912 gehörte der spätere Architekt Roderich Fick, damals nur 25 Jahre alt, der Schweizer Grönland-Expedition unter der Regie des Expeditionsleiters Alfred de Quervain an. 100 Jahre später wandelt dessen Enkel Stephan Orth auf den Spuren seines Großvaters. Der „Spiegel-Online“-Redakteur wagt sich nach einer ersten Tour zur größten Insel der Welt gemeinsam mit einigen Familienmitgliedern wenig später erneut in die Arktis. Sein Plan: die Überquerung des grönländischen Inlandeises von Ost nach West. Seinen „Opa“ hat Orth nie gekannt, der viele Jahre vor seiner Geburt infolge eines Herzinfarkts verstorben war. Obwohl das Grönland-Kapitel aus dem Leben des Vorfahren der Familie wohlbekannt ist, zählten doch Andenken wie Walross-Elfenbein und Kajak-Paddel zu den besonderen Erbstücken, wird erst dieses Tagebuch zum Auslöser der herausfordernden Jubiläums-Tour im Vier-Mann-Team. Spurensuche im ewigen Eis – Stephan Orth "Opas Eisberg" weiterlesen