Vigdis Hjorth – „Die Wahrheiten meiner Mutter“

„Das erste Lied, das ich jemals hörte, war Mutters Weinen an meiner Wiege.“

Sie ruft an, schreibt Briefe. Doch die Adressatin bleibt stumm. Die Mutter hat die Tochter, Ruth die Schwester aus dem Leben verbannt, die einst enge Verbindung schlichtweg gekappt. Johanna bleibt nur, die Nähe ihrer Mutter zu suchen. Sie beobachtet sie, konfrontiert sie. Es kommt zum Fiasko. Die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth hat mit „Die Wahrheiten meiner Mutter“ ein spannungsgeladenes und tiefgründiges psychologisches Drama geschrieben, das mehr erzählt als nur von einer zerrütteten Mutter-Tochter-Beziehung. „Vigdis Hjorth – „Die Wahrheiten meiner Mutter““ weiterlesen →

René Fülöp-Miller – „Die Nacht der Zeiten“

„Was wissen die Lebenden schon von den Geschäften des Todes.“

Es gibt Antikriegsromane, die sind in den Kanon eingegangen, zu Klassikern geworden. Sicherlich fällt jedem „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque, vielleicht auch Norman Mailers Mammutwerk „Die Nackten und die Toten“ ein. Manche Romane über die dunklen Zeiten indes sind vergessen und harren noch ihrer Wiederentdeckung. 1955 erschien in den USA der Roman „The Night of the Time“ des ungarisch-amerikanischen Autors und Soziologen René Fülöp-Miller (1891-1963). Der Verleger Stefan Weidle fand nach intensiven Recherchen im Archiv des Dartmouth College, wo Fülöp-Miller einst lehrte, das deutsche Originalmanuskript, das nun den Weg in die Öffentlichkeit fand.

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Buntes Frühjahr – Ein Blick in die Vorschauen

Für Bücherfreunde sind die zweimal jährlich erscheinenden Vorschauen für Frühjahr und Herbst wie Reisekataloge. Es geht in ein literarisches Schlaraffenland, in dem die Bibliophilen unter uns nie genug bekommen. Auch ich habe mich durch die Vorschauen geblättert und gebe an dieser Stelle einen Einblick in meine Wunschliste, die sich sicherlich noch vergrößern wird. Denn neben Begegnungen mit großen wie  geschätzten Schriftstellern gibt es sicherlich die eine oder andere (Wieder-)Entdeckung zu machen.

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Dirk Schümer – „Die schwarze Lilie“

„Was war das Leben anders als eine Maskerade.“

Er ist wieder zurück. 20 Jahre sind vergangen. Aus Wittekind Tentronk ist ein reifer Mann geworden, aus dem einstigen Dominikaner-Novizen ein Agent einer einflussreichen Familie, von Avignon hat es ihn nun nach Florenz verschlagen. Mit „Die schwarze Lilie“ erzählt Dirk Schümer die Geschichte seines Helden aus „Die schwarze Rose“ weiter. Wieder geht es um rätselhafte Morde sowie Geld und Macht. Und wieder gelingt es ihm, ein großartiges Panorama jener Zeit zu schaffen.

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Alex Schulman – „Endstation Malma“

„Wann weiß man, dass man ein Kind verloren hat?“ 

Zugegeben: Langsam wird er mir ein wenig unheimlich. Bestseller reiht er an Bestseller.  Alles keine schnell dahingeworfenen Geschichten, sondern klug durchdachte Handlungen, die ob ihrer Struktur und ihrer gedanklichen Tiefe verblüffen. Alex Schulman ein Phänomen zu nennen, wäre sicherlich nicht übertrieben. Mit seinen Romanen „Die Überlebenden“ und „Verbrenn alle meine Briefe“ hat er sich nicht nur in seiner schwedischen Heimat einen beachtlichen Bekanntheitsstatus erschrieben. Mittlerweile kommt man hierzulande nicht an ihm vorbei. Kürzlich ist sein neuester Roman „Endstation Malma“ erschienen. Wieder führt er uns in die Abgründe einer Familie.

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Zadie Smith – „Betrug“

„Das dichterische Temperament ist wahrlich eine verzwickte Angelegenheit …“

Nichts ist, wie es scheint. Ein bekannter Spruch, der sich nicht nur auf einschlägigen „Zitate“- und Küchenkalenderspruch-Seiten im Netz finden lässt, sondern auch als Titel in der Buch- und Filmwelt. In dem neuen Roman „Betrug“ von Zadie Smith geht es genau darum – um das bekannte mehr Schein als Sein. Dabei ist in dem ersten historischen Roman der mehrfach preisgekrönten britischen Schriftstellerin die Gegenwart stets allgegenwärtig. „Zadie Smith – „Betrug““ weiterlesen →