Judith Fanto – „Der Betrachter“

„In mir war es Nacht.“

Es hätte eine Freundschaft für das ganze Leben werden können, als Hermann, Béla, Lotte, Bertl, Max und Franzi sich im Sommer 1917 in einer Jugendherberge in Altaussee kennenlernen. Eine eingeschworene und unzertrennliche Gemeinschaft entsteht in jenen sechs Sommern – trotz unterschiedlicher Herkunft, Interessen, Meinungen. Die gemeinsamen Aufenthalte in der Sommerschule in der Steiermark prägen sie für immer.

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Heike Geißler – „Michaela Kohlhaas“

„Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht.“

1810 erscheint erstmals vollständig in einem Band mit Erzählungen die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist (1777-1811). Erzählt wird darin die Geschichte des gleichnamigen Pferdehändlers, der für erfahrenes Unrecht zur Selbstjustiz greift, zum Mörder und Räuber wird. Mehr als 200 Jahre später holt Heike Geißler die Geschichte ins Hier und Jetzt – mit einer Frau als Hauptfigur, die allerdings einen etwas anderen Weg geht.

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Patrick Ryan – „Buckeye“

„Die Welt drehte sich weiter, sammelte die Trümmer auf.“

Manchmal kann ein Unglück später auch ein Glück bedeuten. Cal Salt kommt mit einem fünf Zentimeter kürzeren Bein zur Welt. Es wird ihn Spott, Demütigung und Mitleid einbringen. Doch er bleibt 21 Jahre später verschont, als die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt, Millionen junger Männer zur Waffe gerufen werden, um an den Fronten in Europa, Asien und Afrika, auf dem Land, zu Wasser und in der Luft zu kämpfen. Wie Felix Jenkins, der den Untergang eines vom Torpedo versenkten Versorgungsschiffes als einer der wenigen Besatzungsmitglieder überlebt – aber für immer versehrt bleibt.

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Sherwood Anderson – „Winesburg, Ohio“

„Wie die anderen in Winesburg war er verwirrt und wusste nicht, was er tun sollte.“

Am Anfang ist der Schriftsteller, ein alter Mann mit weißem Schnurrbart, am Ende der junge Mann, der vom Schreiben träumt, die Stadt hinter sich lässt und sich von einer möglichen Liebe verabschiedet. Dazwischen liegen gut 20 Geschichten, die miteinander verwoben sind, ein dichtes Netz bilden. In einer Kleinstadt wie Winesburg, und sei sie eben fiktiv, ist das wohl eben so, denn jeder kennt jeden, machen Ereignisse und Entscheidungen schnell die Runde.

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Adam Weymouth – „Wolfspfade“

„Es ist unvorstellbar, dass es Zeiten gab, in denen hier keine Wölfe lebten, denn kein anderes Tier passt so sehr in diese Gegend.“

An einem Tag im Dezember 2011 macht sich Slavc auf den Weg. Er verlässt seine Kinderstube im südwestlichen Slowenien. Mehr als 1.000 Kilometer wird er bei seiner Wanderung zurücklegen. Jeder Schritt des Jungwolfs wird per GPS-Tracker für die Wissenschaft aufgezeichnet. Am Ende findet er in Italien, in den Lessinischen Bergen bei Verona, seine neue Heimat, die er vier Monate später erreicht. Etwa zehn Jahre später begibt sich der britische Journalist und Autor Adam Weymouth auf Slavcs Spuren – ebenfalls zu Fuß.

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Auður Ava Ólafsdóttir – „Eden“

„,Außer dir kenne ich keinen einzigen Menschen, der von einzelnen Wörtern träumt‘, sagt meine Schwester.“

Sie hat einen speziellen Job, ist darin auch anerkannt. Und sie hat ein gutes sicheres Zuhause. Dennoch entscheidet sich Alba Jakobsdottir von einem Tag auf den anderen für eine grundlegende Veränderung in ihrem Leben, das sie nahezu auf den Kopf stellt. Die Linguistin verlässt Reykjavik und zieht aufs Land. Die isländische Schriftstellerin Auður Ava Ólafsdóttir erzählt von einer Frau, die aus ihrem Leben ausbricht und ein besonderes Ziel verfolgt.

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