Nuruddin Farah – „Im Norden der Dämmerung“

„Es gibt Augenblicke im Leben, wenn sich alles, was man für einen Sieg hält, in der Praxis als Niederlage erweist.“ 

Es sind schon viele Jahren vergangen, als Mugdi und seine Frau Gacalo ihre Heimat Somalia verlassen haben. Mittlerweile lebt der frühere Botschafter mit seiner Frau in Oslo. Das Ehepaar hat sich integriert, die Sprache gelernt, Freunde gefunden. Er übersetzt norwegische Bücher ins Englische, sie arbeitet im Staatsdienst. Trotz des guten und sicheren Lebens in Norwegen zog es ihren Sohn Dhaqaneh indes wieder nach Afrika zurück, wo er sich einer islamistischen Terrorgruppe anschloss und bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam. Gacalo lässt nichts unversucht, die Schwiegertochter Waliya mit ihren Kindern nach Oslo zu holen – gegen den Willen ihres Mannes. Mit „Im Norden der Dämmerung“ hat der somalische Autor Nuruddin Farah einen eindrücklichen Roman geschrieben, der sich den noch immer und weiterhin aktuellen Themen Extremismus und Integration annimmt. Nuruddin Farah – „Im Norden der Dämmerung“ weiterlesen

Ulrike Draesner – „Schwitters“

„Es gibt keinen Ort, der ein Zuhause ist. Man musste ein Zuhause immer erfinden.“

Wenn die Heimat das eigene Leben bedroht, wird die fremde Ferne zum rettenden Land. Doch Kurt will nicht gehen. Hier sind seine Heimat, seine Frau, seine Kunst. Doch sie reden auf ihn ein: Freunde, Kollegen, sogar Helma. In den ersten Tagen des Jahres 1937 setzt er seinen Zweifeln ein Ende. Der Mann, der Künstler, verlässt Frau und Haus und reist dem Sohn Ernst gen Norden hinterher. Es sollte eine Reise ohne Wiederkehr werden. Ulrike Draesner widmet sich in ihrem meisterhaften Roman Kurt Schwitters (1887 – 1948), dem eigenwilligen Künstler der Moderne und Mitbegründer der internationalen Dada-Bewegung, sowie seinen letzten elf Lebensjahren. Ein Buch, das weit mehr erzählt als von einem berühmten Mann, der die Kunst zur Lebensform erhoben hat.

Ulrike Draesner – „Schwitters“ weiterlesen

Joachim B. Schmidt – „Kalmann“

„Unter einem Eisbären ist es dunkel. Und es ist still.“ 

Kalmann trägt Cowboy-Hut, Sheriffstern und eine Pistole – und das im tiefsten Island, das zu den am dünnbesiedelsten Regionen auf der Welt zählt und trotz der allseits beliebten Kriminal-Literatur eine Kriminalitätsrate hat, über die sich andere Länder wohl freuen würden. Doch auch ein kleiner Ort wie Raufarhöfn braucht seinen Helden, einen Beschützer. Selbst wenn er nicht zu den hellsten Köpfen gehört und eher Grönland-Haie jagt als Verbrecher. In seinem neuesten Werk erzählt der Schweizer und auf Island lebende Schriftsteller Joachim B. Schmidt mit Humor, aber auch Melancholie von einem Außenseiter, der über seine Fähigkeiten hinauswächst und ungewollt viel Aufmerksamkeit erhält. Joachim B. Schmidt – „Kalmann“ weiterlesen

Garrett M. Graff – „Und auf einmal diese Stille“

„Aber das hier war jenseits von allem, was man sich überhaupt vorstellen konnte.“

Jeder weiß, was er an diesem Tag gemacht hat, wo er gewesen ist. Der 11. September 2001 hat sich mit seinen schockierenden Ereignissen und Bildern in das Weltgedächtnis gebrannt. Rund 3.000 Menschen starben bei vier Flugzeugentführungen. Drei Maschinen flogen in das World Trade Center (WTC) in New York sowie in das Pentagon, den Hauptsitz des amerikanischen Verteidigungsministeriums in Washington, ein entführtes Flugzeug stürzte in Shanksville (Pennsylvania) nach dem Aufstand von Passagieren ab. Die Bilder der Terroranschläge, die kurz als Nine Eleven bezeichnet werden, gingen um die Welt, vor allem die der brennenden und einstürzenden Doppel-Türme des WTC. In seinem Band „Und auf einmal diese Stille“ vereint der amerikanische Journalist und Autor Garrett M. Graff mehrere Hundert Stimmen zu einer beeindruckenden Oral History dieses bedeutsamen Tages. Garrett M. Graff – „Und auf einmal diese Stille“ weiterlesen

Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Logbuch“

„Es gibt nur noch Segel, Wind und Wellen.“ 

Wer das weite Meer erobern will, braucht Mut – und ein Schiff. Das ist seit Menschengedenken so. Und wer von der Geschichte großer Entdeckungen sowie wagemutiger Reisen erzählen will, kommt an den mal großen mal kleinen Schiffen nicht vorbei. Viele von ihnen haben Geschichte geschrieben und Eingang in das Wissen der Welt gefunden. In ihrem zweiten Gemeinschaftswerk „Logbuch“ versammeln die Autorin Lucia Jay von Seldeneck sowie Illustrator Florian Weiß berühmte und auch weniger bekannte Schiffe – auf besondere Art und Weise. Lucia Jay von Seldeneck & Florian Weiß – „Logbuch“ weiterlesen