Am See – Sylvain Tesson „In den Wäldern Sibiriens“

„Es ist gut zu wissen, dass irgendwo auf der Welt in einem Wald eine Hütte steht, wo etwas möglich ist, das nicht allzu weit entfernt ist, vom Glück zu leben.“

Bücher über Aussteiger, ihre Naturerlebnisse und spirituellen Erfahrungen schießen wie Pilze aus dem Boden. „Ich bin dann mal weg“ ist nicht nur der Titel eines Bestsellers eines Prominenten. Er scheint eine Art Hilfeschrei zu sein angesichts einer immer hektischer werdenden Welt. Wir suchen den Zugang zu einem Leben in Stille und Bescheidenheit. Der französische Autor und Weltenbummler Sylvain Tesson hat sechs Monate in einer Hütte am russischen Baikalsee gelebt und eine andere Daseinsform für sich entdeckt. Am See – Sylvain Tesson „In den Wäldern Sibiriens“ weiterlesen

Amerika – Philipp Meyer „Der erste Sohn“

„Die Menschen verwandeln Erde zu Sand, Obst zu Dornen. Etwas anderes kriegen wir nicht zustande.“ 

Das Land ist weit und unermesslich reich. Es könnte für viele Menschen Heimat bieten, wo sie in Frieden und Eintracht leben. Doch die Gewalt kennt keine Grenzen. Als Eli im Jahr 1836 geboren und der Staat Texas aus der Taufe gehoben wird, liegen im Grenzgebiet die Siedler mit den Mexikanern und den Indianern im Clinch. Blut fließt auf allen Seiten. Er selbst und sein Bruder werden in jungen Jahren von den Comanchen entführt, während Mutter und Schwester während des Überfalls mehrfach vergewaltigt und schließlich getötet werden. Es ist der Beginn eines Lebens voller Erfolge und Verluste, der Beginn einer Familiendynastie, die in den folgenden Jahrzehnten einen unvergleichlichen Aufstieg erleben wird, und die entscheidende Szene zum Auftakt des Romans „Der erste Sohn“ von Philipp Meyer. Amerika – Philipp Meyer „Der erste Sohn“ weiterlesen

Rückkehr nach dem Schrecken – Irène Némirovsky "Feuer im Herbst"

„Das Kriegsgebiet hatte die Männer gepackt, hatte sie zermahlen, und diejenigen, die noch nicht gefressen worden waren, gab es nur ungern wieder her.“

Beide ziehen in den Krieg. Martial als gestandener Arzt mit Unwillen, Bernard als 18-jähriger Jungspund mit reichlich Euphorie. Martial lässt seine Ehefrau Therese zurück, die er kurz vor dem Einzug in die Armee geheiratet hatte, Bernards Eltern können ihren Sohn nicht halten. Wie Europa mit Jubel den Beginn des Ersten Weltkrieges feiert, um später nach einer beispiellosen Vernichtung von Menschen und Land Millionen von Opfern zu betrauern – darüber gibt es bekanntlich viele Bücher. Rückkehr nach dem Schrecken – Irène Némirovsky "Feuer im Herbst" weiterlesen