Fratze des Krieges – Ralf Rothmann „Der Gott jenes Sommers“

„Die ahnen nicht, wofür man lebt! Wo andere Leute Träume haben, hängen bei denen Würste oder Ritterkreuze.“

Wie nur beginnen, wenn bereits so vieles geschrieben und gesprochen wurde – über jene Zeit, über jenes Buch, das einen bereits bekannten Zwilling kennt. Schrieb Ralf Rothmann in seinem erfolgreichen Roman „Im Frühling sterben“ über die Fronterfahrungen zweier Jugendlicher während des Zweiten Weltkriegs, rückt in seinem neuesten Werk „Der Gott jenes Sommers“ das Leben und Leid der Zivilbevökerung in den letzten Wochen und Monaten vor Kriegsende in den Mittelpunkt, wobei es mit dem jungen Melker Walter eine Wiederbegegnung mit einem Helden aus dem 2015 erschienenen Buch gibt. Fratze des Krieges – Ralf Rothmann „Der Gott jenes Sommers“ weiterlesen

Einer bleibt zurück – Ralf Rothmann „Im Frühling sterben“

„Das ist der Krieg von Zynikern, die an gar nichts glauben, außer an das Recht des Stärkeren. Dabei sind’s  nur Kleingeister und Schwächlinge, ich hab’s im Feld erlebt.“

Es sind nur noch wenige Wochen bis Kriegsende. Walter und sein Freund Friedrich „Fiete“ ahnen es. Die Nachrichten über das Vorrücken der Alliierten und der Russen sprechen eine deutliche Sprache – trotz der immer lauteren Propaganda, die sich schier zu überschlagen scheint. Beide hoffen in ihrem norddeutschen Dorf, wo sie als Melker-Lehrling arbeiten, die letzten Züge des Krieges heil zu überstehen Doch dann werden sie mit gerade mal 17 Jahren für eine Versorgungseinheit der Waffen-SS zwangsrekrutiert. Ralf Rothmann erzählt in seinem neuen Roman „Im Frühling sterben“ keine ausgedachte Geschichte. Der Berliner Autor hat die Erlebnisse seines Vaters in einem autobiografischen Roman verarbeitet, der schmerzt.  Einer bleibt zurück – Ralf Rothmann „Im Frühling sterben“ weiterlesen