Paul Garbulski – „Punch“

„Wie kann man durch etwas völlig leer gemacht und ebenso überfüllt werden?“

Irgendwo stehen ein paar Wohnwagen, eine Schießbude, ein Zuckerwattestand. Irgendwo steigt Adrian in einen Ring, um andere zu vermöbeln oder sich selbst vermöbeln zu lassen. Schausteller sind Nomaden, die ihre Zelte im Rhythmus ihres ruhelosen Lebens mal hier mal dort aufschlagen. Paul Garbulski führt in seinem Debüt in diese besondere Welt, ohne jemals einen Ort zu benennen. Ihm geht es vielmehr um die Menschen – mit ihren Geschichten.

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Burkhard Spinnen & Charles Wolkenstein – „Erdrutsch“

„Die Leute wissen, dass es so nicht weitergehen kann, aber sie ändern trotzdem nichts.“

Was für ein verrückter Vogel! Auf einem Steilhang steht ein Mann, der kein Wort sagt, nur Laute eines Eichelhähers von sich gibt und sich merkwürdig verhält. Es ist ein Oktobertag, als der Bergsteiger und Hüttenbetreiber Aurelio Campanna oberhalb des Comer Sees diese bizarre Begegnung macht. Er ruft kurzerhand die Bergrettung. Wenig später stürzt der Hang in die Tiefe. Und dies ist erst der Auftakt einer Reihe weiterer Katastrophen in den Alpen. Nicht jede läuft so glimpflich ab wie diese. Später gibt es Tote an anderen Orten und nahezu in allen Alpenländern. Und immer haben Vögel vor dem Unheil gewarnt. 

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Barbara Kingsolver – „Die Unbehausten“

„Die Welt zerfällt in zwei Lager: die Forscher und die Versüßer.“

Von der kleinsten Hütte bis zum prunkvollen Präsidentenpalast: Häuser erzählen immer wieder Geschichten. Von der Zeit, in der sie bestehen, von den Menschen, die ob kurz oder lang in ihnen wohnen. In ein schon etwas marodes Haus in New Jersey und in zwei Jahrhunderte führt die Amerikanerin Barbara Kingsolver in ihrem Roman „Die Unbehausten“, in dem die Vergangenheit einem vertrauter erscheint, als einem lieb ist.

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Robert Macfarlane – „Sind Flüsse Lebewesen?“

„Fluss schichtet sich auf Fluss. Unten die fließende Erde, oben der fließende Himmel.“

Er hat alte Wege beschritten, Berge erklommen und die Welt unter der Erde erkundet, diesmal geht es mit Robert Macfarlane an und auf das Wasser. Der britische Meister des Nature Writing lädt mit seinem neuesten Werk „Sind Flüsse Lebewesen?“ zu einer Reise auf vier Kontinente und in eine mögliche Zukunft ein. Kann dieser wertvolle Lebensraum per Gesetz und dank einem speziellen Naturvertrag auf besondere Weise geschützt werden?

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Florentine Anders – „Die Allee“

„Auf diese Weise doppelt genäht zu sein, das hat ihn bisher immer gerettet.“ 

Er hat Spuren hinterlassen, prägende Bauten entstanden in Berlin und anderswo. Sein Schaffen wurde mit renommierten Preisen gewürdigt. Dennoch hat Hermann Henselmann (1905-1995), Chef-Architekt Ost-Berlins, das autoritäre Machtsystem der DDR zu spüren bekommen. Viele Bücher gibt es über die DDR, nun erzählt Henselmanns Enkelin, die Journalistin und Autorin Florentine Anders, die Geschichte ihres Großvaters und die seiner Zeit. Dabei gelingt ihr ein beeindruckender Spagat.

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Erika Fatland – „Seefahrer“

„Im portugiesischen Imperium ist die Sonne niemals untergegangen.“

Sie hat die Himalaya-Region bereist und eine Handvoll einstige südliche Sowjetrepubliken. Sie hat die unendlich lange Grenze Russlands erkundet. Und immer hat sie auch darüber geschrieben: Erika Fatlands Bücher verbinden auf einzigartige Weise Geschichte mit Gegenwart, erzählen von nahen wie fernen Ländern, ihrer Kultur und ihren Menschen. Zwischen Januar 2022 und Januar 2024 reiste die norwegische Sozialanthropologin und mehrfach preisgekrönte Autorin auf den Spuren des einstigen portugiesischen Imperiums – und nahezu um die ganze Welt. „Erika Fatland – „Seefahrer““ weiterlesen