Der Herbst wird norsk – Blick in die Vorschauen I

Leser meines Blogs wissen, dass ich zweimal im Jahr einen Überblick über kommende Neuerscheinungen gebe. Einmal für das Frühjahr, einmal für den Herbst. Dieses Jahr wird es ein klein wenig anders sein. Denn für Freunde norwegischer Literatur ist 2019 bekanntlich ein großes Fest. Das skandinavische Land ist unter dem Motto „Der Traum in uns“ Gastland auf der Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober. Mit Blick auf die Fülle an Veröffentlichungen und Veranstaltungen ziehe ich an dieser Stelle erst einmal mit großem Respekt vor allen den Hut, die dazu beitragen. Verlage, Autoren, Übersetzer, Buchhandlungen und den Mitarbeitern von Norla (Norwegian Literature Abroad), die den Gastauftritt initiieren und organisieren. „Der Herbst wird norsk – Blick in die Vorschauen I“ weiterlesen →

Annelies Verbeke „Dreißig Tage“

„Es gibt immer Licht, immer Schatten.“

Alphonse ist ein dufter Typ. Mit ihm ist gut Kirschen essen, womöglich auch Pferde stehlen. Er ist einer, den man sich als Nachbarn wünscht, mit dem man gern ein Bierchen, Weinchen oder ein großes Glas Fassbrause trinken würde. Doch es gibt auch Menschen, die ihn scheel anschauen würden – mit einem Blick der Verachtung, des Hasses. Denn Alphonses Haut ist dunkel, er stammt aus dem Senegal. Dass er in der tiefsten Provinz Flanders lebt, empfindet er als Glück, doch das ist nur von kurzer Dauer. Die flämische Schriftstellerin Annelies Verbeke hat mit „Dreißig Tage“ einen Roman geschrieben, der das Herz des Lesers bricht.

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Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies“

„Alle brauchen einen Ausweg.“

In der Kriminal- und Thrillerliteratur gibt es in der jüngsten Vergangenheit wohl kaum einen so kaputten Ermittler wie Thorkild Aske. Er ist ein Wrack, von körperlichen wie seelischen Wunden und Narben gezeichnet. Mit „Und morgen werde ich dich vermissen“ aus der Feder des Norwegers Heine Bakkeid hat er vor wenigen Jahren die Bühne der Spannungsliteratur betreten. Der erste Fall führte den Ermittler in den hohen, unwirtlichen Norden Norwegens, und auch im zweiten Fall kommt Aske nicht herum, den von ihm ungeliebten Teil des Landes erneut aufzusuchen. Denn ein Serienkiller treibt sein Unwesen, und es gilt, eine junge Frau aufzuspüren, die verschwunden ist. „Heine Bakkeid „Triff mich im Paradies““ weiterlesen →

Backlist #11 – Richard Flanagan „Der schmale Pfad ins Hinterland“

„Denn wenn die Lebenden die Toten loslassen, zählt das Leben nichts mehr.“

Viel ist über den Zweiten Weltkrieg geschrieben worden, unzählige Bücher sind erschienen; Romane, Zeitzeugenberichte und wissenschaftliche Literatur. Doch immer wieder stößt man als Leser auf Ereignisse, von denen man wenig oder noch nichts weiß. War mir persönlich die Brücke am Kwai zwar vom Namen bekannt, auch durch den gleichnamigen Film, wurden mir die Geschehnisse beim Bau der sogenannten Todeseisenbahn in Thailand und Burma erst mit dem Roman „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ umfassend nahe gebracht. Für sein Werk erhielt der Australier Richard Flanagan im Jahr 2014 den renommierten Man Booker Prize.  „Backlist #11 – Richard Flanagan „Der schmale Pfad ins Hinterland““ weiterlesen →

Tom Rachman „Die Gesichter“

„Ein Künstler, Charlie, sieht die Welt anders als normale Menschen (…).“

Der Vater – ein berühmter und gefeierter Künstler, die Mutter – nicht minder begabt, aber erfolglos. Mittendrin – der Sohn. Charles, von allen meist nur Pinch genannt, steht zwischen beiden, blickt zu seinem Vater hinauf, während er seiner Mutter, die ihm die meiste Liebe gibt, weitaus weniger Beachtung schenkt. Tom Rachman hat mit seinem neuen Roman „Die Gesichter“ ein bewegendes und kluges Buch geschrieben, in dem jeder Leser seine Geschichte findet und eine besondere Seite mögen wird.

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Romain Gary „Die Jagd nach dem Blau“

„Im Leben bleiben die Dinge selten heil.“

Sie tragen große Namen: DON QUICHOTE und MONTAIGNE. Manche heißen auch „nur“ WELTFRIEDEN und DICKERCHEN. Über die Grenzen seines Dorfes in der Normandie hinaus ist Ambroise Fleury, ein einfacher Landbriefträger, bekannt für seine selbst gebauten prächtigen Papier-Drachen. Für ihn wird sogar später ein Museum eingerichtet, das von seiner besonderen Leidenschaft erzählt. Über sein Leben berichtet auch sein Neffe Ludo. Im Roman „Die Jagd nach dem Blau“, dem letzten Buch des französischen Schriftstellers Romain Gary (1914 – 1980), ist er Ich-Erzähler und zugleich Held einer berührenden Geschichte über Geradlinigkeit, Hoffnung und eine große Liebe in einer düsteren Zeit. „Romain Gary „Die Jagd nach dem Blau““ weiterlesen →