Die Lyrik führt ein Nischen-Dasein. Wer in einer Buchhandlung nach einem Band mit Gedichten sucht, sollte entweder eine sehr große und namhafte aufsuchen oder kommt im Fall einer kleineren nicht um eine Bestellung herum. Doch womöglich ist diese Einschätzung gar falsch, weil nur einem einseitigen Blick auf das literarische Geschäft geschuldet. Denn geben die Vielzahl lyrischer Bände und auch der an den Lyriker Jan Wagner vergebene Preis der Leipziger Buchmesse im vergangenen Jahr nicht auch Grund zur Hoffnung? Nun wagt der S. Fischer Verlag (Frankfurt/Main) mit einem neuen Projekt seines Online-Magazins „S. Fischer Hundertvierzehn“ Vorhaben. Es geht eine besondere Verbindung ein – ganz nach dem Motto „Lyrik meets Web“. „„Hundertvierzehn Gedichte“ – ein Projekt des S. Fischer Verlags“ weiterlesen
Kategorie: Große Wörter – Lyrik
Frühlingserwachen – Ein Blick in die Verlagsvorschauen
Das Leben besteht bekanntlich aus Entscheidungen. Manchmal muss eine von zwei Möglichkeiten gewählt werden. Schwieriger wird es, wenn mehrere bestehen. Ob in Lebensphasen oder konkreten Situationen. Bücherfans stehen immer wieder vor der Frage, welches Buch lese ich als nächstes, welche Bücher kaufe ich – angestachelt von Rezensionen in den Medien, Lesetipps von Freunden, Bücherbergen in den Buchhandlungen. Vor allem zweimal im Jahr scheint das Meer aus Möglichkeiten sich zu einem Ozean auszudehnen, in denen Bibliophile jedoch mit Begeisterung hineinspringen. Im Frühjahr und Herbst ist Hochkonjunktur für Neuerscheinungen, die mit Verlagsvorschauen angekündigt werden. „Frühlingserwachen – Ein Blick in die Verlagsvorschauen“ weiterlesen
Wort und Bild – Zoran Drvenkar und Corinna Bernburg „Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln“
„wir werden durch unsere freunde sichtbar unsere selbstzweifel lassen uns verschwinden“
Ein Autor trifft auf eine Fotografin. Gemeinsam planen sie, einen Moment auf ihre ganz eigene Weise zu erfassen. Der Autor mit seinen Worten, die Fotografin mit einem Bild. Es ist fast ein Wettkampf, eine besondere Verbindung. Die Fotografin nimmt eine Szene auf, der Autor soll bis zum Ende des Tages ein Gedicht dazu schreiben. Entstanden ist ein Band, der beglückt – mit wunderbaren Aufnahmen und herausragenden Texten. Und dies ist nur der erste Streich. Nach dem ersten Buch mit 90 Fotografien und Gedichten sollen nach dem Wunsch von Zoran Drvenkar und Corinna Bernburg drei weitere entstehen. „Wort und Bild – Zoran Drvenkar und Corinna Bernburg „Könnte ich meine Sehnsucht nach dir sammeln““ weiterlesen
Unterwegs – Norbert Hummelt „Pans Stunde“
„u. ich war verloren sofern nicht etwas sich am weg begab / ich hörte weinen spürte meine knochen drehte mich um / zu dir u. merkte daß noch das licht an war u. ich alleine lag.“ (radierung)
Es war ein Abend, geschaffen für Lyrik. Der Himmel konnte sich nicht entscheiden, zwischen einem tiefen Blau und einer Schar dickbäuchiger Regenwolken. Darunter zog ein Schwarm Schwalben seine Bahnen. Der Blick der Zuhörer ging nach draußen, während drinnen, im Saal des Naumburger Nietzsche-Dokumentationszentrums, Norbert Hummelt seine Gedichte las. Texte älteren Datums sowie Werke aus seinem 2011 erschienenen Band „Pans Stunde“. Obwohl die Zuhörer auf ihren Stühlen Platz genommen hatten, waren sie in einer besonderen Weise in Bewegung. In einer Vielzahl der Gedichte aus dem aktuellen Band ist das lyrische Ich auf Reisen. „Unterwegs – Norbert Hummelt „Pans Stunde““ weiterlesen
Der Grenzgänger – Thomas Brasch „Die nennen das Schrei. Gesammelte Gedichte“
Naumburg hat Eingang auf Seite 676 gefunden. „Weil ich das Eigene verloren habe“ heißt das Werk. 18 Zeilen voller Furcht und seelischem Schmerz. Keine guten Erinnerungen sind es wohl, die der Dichter, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch (1945-2001) von der Domstadt besaß. Der kurze Text aus dem Nachlass des 2001 verstorbenen Künstlers, vermutlich in den 80er Jahren verfasst, zählt zu den gesammelten Gedichten, die als Band mit dem Titel „Die nennen das Schrei“ nun in einer limitierten Sonderausgabe vom Suhrkamp-Verlag veröffentlicht wurde. „Der Grenzgänger – Thomas Brasch „Die nennen das Schrei. Gesammelte Gedichte““ weiterlesen
Kindheitsmuster – Tomas Tranströmer "Die Erinnerungen sehen mich"
„In mir trage ich meine früheren Gesichter, wie ein Baum seine Jahresringe hat.“
Dichter haben viel zu erzählen, auch über ihre Werke hinaus. Sie erscheinen als mitteilsam, ohne dass ihre Worte jemals als überflüssig gelten. Ihre Beschreibungen, Erzählungen, Reflexionen und Analysen zeigen Bilder der Welt. Wie sie zum Schreiben gekommen sind, warum sie schreiben und welche Rolle dieser künstlerische Akt spielt, sind die interessantesten Fragen, die sich Literaturliebhaber stellen können und müssen. So sind Biografien, vor allem autobiografische Werke eine gute Quelle, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Mehr noch: Sie zeichnen ein Bild des Künstlers selbst, über seine Werke hinaus. „Kindheitsmuster – Tomas Tranströmer "Die Erinnerungen sehen mich"“ weiterlesen





