Linde Hagerup „Ein Bruder zu viel“

„Aber manchmal muss man Dinge tun, von denen man nicht gewusst hat, dass sie möglich sind.“

Manchmal kann die Welt furchtbar gemein und doof sein. Nämlich dann, wenn sich alles und jeder sich gegen einen verschworen hat. Sara hat dieses Gefühl. Dabei war doch bis vor Kurzem alles prima, ja bestens. Mit ihren Eltern, ihrer älteren Schwester Emilie und in der Schule. Doch dann tritt der kleine Steinar in ihr Leben und das ihrer Familie und krempelt dieses von Grund auf komplett um. Die Norwegerin Linde Hagerup hat mit ihrem Kinderbuch „Ein Bruder zu viel“ ein warmherziges, mal heiteres, mal melancholisches Werk geschrieben – für sowohl jüngere als auch ältere Leser.

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Katrine Engberg „Blutmond“

„An manchen Tagen war die Menschheit ein Verein, in dem man nur ungern Mitglied war.“

Ein Toter macht noch keinen Mord. Das scheint die Kopenhagener Polizei zu denken, als im Ørstedpark die Leiche eines Mannes gefunden wird. Er wird zuerst als Obdachloser gehalten, der vermutlich die kalte Januarnacht nicht überlebt hat. Doch die Obduktion bringt Überraschendes ans Tageslicht: Bei dem Toten handelt es sich um keinen Geringeren als den berühmten und glamourösen Modezaren Alpha Bartholdy, der qualvoll an den Folgen einer Säure gestorben ist. Die beiden Ermittler Jeppe Kørner und Anette Werner nehmen ihre Ermittlungen auf. Und auch in ihrem zweiten Fall aus der Feder der dänischen Autorin Katrine Engberg müssen die beiden bei der Suche nach dem Mörder um mehrere Ecken denken.

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Carsten Jensen „Der erste Stein“

„(…) Afghanistan ist eine Erdbebenzone, eine Herausforderung für die menschliche Vernunft.“

Wer über ein Land schreiben will, muss es bereisen. Carsten Jensen besuchte in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mehrfach Afghanistan. Ein Aufenthalt führte den dänischen Autor 2009 in das Militärcamp Price in Helmand, im Süden des Landes an der Grenze zu Pakistan gelegen, wenig später verfolgte er ein Training dänischer Soldaten, die später in das von Krieg und Krisen geschüttelte Land entsendet werden sollten. Seine umfangreichen Recherchen, seine Informationen und Beobachtungen, mündeten schließlich in den Roman „Der erste Stein“, der über einen Zug dänischer Soldaten und ihre schrecklichen Erlebnisse erzählt.

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„Det er den draumen me ber på“ – Norwegens Weg zum Ehrengast

Nach der Leipziger Buchmesse mit Tschechien als Ehrengast geht es nun in den Norden. Norwegen ist das Gastland in Frankfurt. Ein Blick in den Veranstaltungskalender der Frühjahrsmesse erweckte den Eindruck, dass die Skandinavier bereits volle Fahrt aufgenommen haben für ihren großen Auftritt im Oktober. Allein 18 norwegische Autoren waren zu 40 Veranstaltungen in der sächsischen Messestadt zu erleben. Das schon traditionelle Nordische Forum in Halle 4 war größer, da Norwegen auf der Buchmesse mit einem eigenen Stand präsent war. „„Det er den draumen me ber på“ – Norwegens Weg zum Ehrengast“ weiterlesen

Matias Faldbakken „The Hills“

„Gewohnheit ist eine Decke, die sich über das Wesen der Dinge legt (…).“

Hier lässt man sich für eine gewisse Zeit nieder – um zu speisen, zu trinken, zu verhandeln, vielleicht auch zu flirten. Ein Restaurant ist ein Ort des Genusses, der Geschäfte, der Anbahnung und Festigung von Beziehungen. All das sieht der erfahrene Kellner in dem wunderbaren Roman „The Hills“ aus der Feder des Norwegers Matias Faldbakken ganz genau. Er ist Protagonist und Erzähler zugleich, der über die alltäglichen Geschehnisse in dem Restaurant und die plötzlich auftretenden Ereignisse auf seine ganz eigene Art berichtet.  

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Backlist #9 – Einar Már Gudmundsson „Engel des Universums“

„Selbstverständlich verstehe ich die Wirklichkeit ebensowenig wie sie mich.“

Auf der Seite vor dem Beginn des Romans steht eine Widmung, ein Name, zwei Lebensdaten: Pálmi Orn Gudmundsson – geb. 22. April 1949 – gest. 27. Mai 1992. Er war der Bruder von Einar Már Gudmundsson. Seinen Roman „Engel des Universums“ hat der isländische Autor Pálmi gewidmet, der an Schizophrenie gelitten und sich im Alter von 43 Jahren das Leben genommen hat. Wie sich die psychische Erkrankung äußert, wie die Außenwelt darauf reagiert, beschreibt Gudmundsson auf unnachahmliche Art und Weise in seinem Buch „Engel des Universums“, für das er 1995 mit dem renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates, der wichtigsten literarischen Auszeichnung in Skandinavien, gewürdigt wurde. „Backlist #9 – Einar Már Gudmundsson „Engel des Universums““ weiterlesen