Roy Jacobsen – „Die Unwürdigen“

„Haste dir nie überlegt, dass wir vielleicht von gar nix ’nen Scheiß kapieren.“

Krieg herrscht. Die deutsche Wehrmacht hält mehrere Länder besetzt – so auch Norwegen seit dem Überfall am 9. April 1940. Verrat, Stiefelgetrampel, Not und Armut gehören zum Alltag. Carl, Olav und Roar wachsen gemeinsam im selben Viertel Oslos auf. Damit ihre Familien über die Runden kommen, überschreiten sie moralische Grenzen: Sie stehlen, brechen in Häuser und Firmen ein, arbeiten für die Deutschen. Der norwegische Schriftsteller Roy Jacobsen wendet sich in seinem neuesten Roman „Die Unwürdigen“ einer nahezu vergessenen Generation zu – den Kindern und Jugendlichen, die allzu schnell erwachsen werden mussten.

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Drago Jančar – „Als die Welt entstand“

„Ach, die Kindheit. Das Entsetzliche sehen, um das Schöne zu erkennen. Die Angst, um dem Mut zu begegnen.“ 

Maribor. Die 50er-Jahre neigen sich dem Ende entgegen. Der Krieg ist mittlerweile längst Geschichte. Seine Spuren sind jedoch noch immer zu sehen – und zu spüren, während ein neues politisches System am Entstehen ist. Mittendrin: Danijel, der junge Held im neuen Roman des slowenischen Schriftstellers Drago Jančar, mit dem er ein eindrückliches Porträt eines Jungen, seiner Familie sowie einer Stadt und eines Landes im Umbruch in einer besonderen Zeit geschrieben hat.

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Lot Vekemans – „Der Verschwundene“

„Leute wollten nur eine gute Geschichte hören, um ihre eigene miese Geschichte zu vergessen.“

Er hat allen den Rücken gekehrt. Seinen Eltern, seinen Geschwistern, seinem Heimatland. Als junger Mann zog es Simon Bekkers von den Niederlanden nach Kanada, um sich ein eigenes Leben aufzubauen, um alle Brücken hinter sich abzubrechen. Nach Jahren der Stille und des Schweigens meldet sich jedoch plötzlich Simons Schwester Hanne. Er soll seinen Neffen Daan aufnehmen. Doch die erste Begegnung führt zu einer Tragödie. Während einer Tour in den Rocky Mountains verschwindet Daan. Mit „Der Verschwundene“ hat die niederländische Schriftstellerin Lot Vekemans einen fesselnden, vor allem aber auch psychologisch tiefgründigen Roman geschrieben.

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Auður Ava Ólafsdóttir – „Hotel Silence“

„Die Stille rettet die Welt.“

Seine Frau Gudrun hat ihn verlassen, die gemeinsame Tochter geht eigene Wege, seine Mutter leidet unter Demenz. Jonas Ebeneser hat seinen Lebensmut verloren. Er will seinem Leben ein Ende setzen. Doch nicht zu Hause, in der vertrauten Umgebung, sondern irgendwo in der Fremde. Still und leise verreist er an einen Ort, wo die meisten Menschen ganz andere Sorgen haben. Denn hier herrscht Krieg. Die isländische Schriftstellerin Auður Ava Ólafsdóttir legt mit ihrem Roman „Hotel Silence“ ein stilles melancholisches Werk vor, das allerdings auch Funken von Hoffnung in sich trägt. „Auður Ava Ólafsdóttir – „Hotel Silence““ weiterlesen →

Tom Kromer – „Warten auf nichts“

„Ich bin ein Mensch und ich habe Hunger.“

Sein Zuhause ist die Straße. Er lebt von der Hand in den Mund, zieht von Suppenküche zu Suppenküche, von Armenhaus zu Armenhaus. Leerstehende Gebäude oder Waggons bieten ihm nur kurzzeitig ein Obdach. Arbeit findet er wie so viele andere keine. Es sind die harten Jahre der Weltwirtschaftskrise, die Zeit der großen Depression nach dem Börsencrash 1929. Der Amerikaner Tom Kromer (1906-1969) hat seine Erlebnisse niedergeschrieben, als er – ganz unten – obdachlos ist, als Hobo durch das Land reist. Sein eindrücklicher Roman „Warten auf nichts“ erschien 1935, geriet in Vergessenheit und kann allerdings nun (wieder)-entdeckt werden; erstmals auch in deutscher Übersetzung. „Tom Kromer – „Warten auf nichts““ weiterlesen →

Hanna Bjørgaas – „Das geheime Leben in der Stadt“

„Wie ein fünf Zentimeter langer Tropfstein hing sie da – friedlich und mit geschlossenen Augen. Eines der geheimnisvollsten Lebewesen der Stadt.“

Erst eine Reise ans Ende der Welt ins tiefste Eis lenkt ihren Blick zurück auf die Schätze der heimatlichen Natur. Zwischen Pinguinen und Robben entdeckt die Biologin Hanna Bjørgaas während einer Schiffstour in die Antarktis die Gewöhnliche Gelbflechte, eine Art, die sie bereits aus ihrer Heimat Norwegen kennt. Statt einer erneuten Expedition in die Ferne beginnt sie vor der eigenen Haustür zu forschen – mit erstaunlichen Ergebnissen. Denn die Natur in der Stadt ist mannigfaltiger als gedacht. Ihr Buch „Das geheime Leben in der Stadt“ öffnet die Augen für das wilde Leben in der Nachbarschaft.

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