Hoch auf einem Felsrücken am thüringischen Orlatal im elften Jahrhundert errichtet, war sie Sitz der Markgrafen von Thüringen, später der Adelsgeschlechter Brandenstein und Breitenbuch. Seit mehreren Jahren wird an einem neuen, besonderen Kapitel der Burg Ranis geschrieben. In den Händen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten liegend, ist sie vor allem eines: ein Ort der Kultur für jedermann. Nicht nur durch das burgeigene Museum. Seit 1997 richtet der Verein „Lese-Zeichen e.V.“ aus Jena die Thüringer Literaturtage aus – mit einem mehrtägigen Festival auf der Burg Ranis als Höhepunkt. „Wie die Burg Ranis in Thüringen ein Ort der Bücher wurde“ weiterlesen
Trude Teige – „Als Großmutter im Regen tanzte“
„Starke Menschen lassen sich nicht beugen. Sie werden gebrochen oder zerbrechen.“
Tekla liebt Otto. In normalen Zeiten wäre ihre Beziehung akzeptiert worden. Doch ein Krieg ist ein verheerender Ausnahmezustand, den Tekla, die Norwegerin, und Otto, der deutsche Soldat, erfahren. Ihre Liebe ist ein Stigma – für die Familie der jungen Frau und für ihr Land. Ein Schicksal, das sie mit vielen teilt. Wie viele „Tyskerjenten“, „Deutschenmädchen“, es während des Zweiten Weltkriegs in dem nordischen Land gegeben hat, weiß keiner ganz genau. Die Zahlen schwanken zwischen 30.000 bis 100.000. Die norwegische Autorin und Journalistin Trude Teige verarbeitet in ihrem Roman „Als Großmutter im Regen tanzte“ dieses bereits bekannte Thema und verbindet es jedoch mit einer bis heute wenig bekannten Tragödie.
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Dirk Gieselmann – „Der Inselmann“
„Wo hört die Suche auf, wo beginnt die Heimkehr?“
Sie warten und warten. Fast glauben sie, das Ufer am See ist das Ende ihres Wegs, ihrer Flucht. Sie wollen auf den See, auf die Insel. Hans und seine Eltern, die der Stadt und dem Haus den Rücken gekehrt haben, wenige Tage vor dem Weihnachtsfest. Dann kommt er doch: der Fährmann mit dem Kahn, der die Familie Roleder mit ihrem Hab und Gut auf die Insel hinübersetzt. Für Hans wird das Eiland nur für kurze Zeit eine Idylle sein. In seinem Debütroman „Der Inselmann“ erzählt Dirk Gieselmann dessen traurige Geschichte. „Dirk Gieselmann – „Der Inselmann““ weiterlesen
Janet Lewis – „Draußen die Welt“
„Es gab sie noch immer, diese Welt in ihrer erfreulichen Mittelmäßigkeit.“
Ihr Leben ist auf den ersten Blick so unaufgeregt alltäglich. Mary Perrault kümmert sich um Haus und Grundstück, um ihren Mann und die vier Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie in der kalifornischen Provinz, im Santa Clara Valley, malerisch zwischen Bergen, Meer und Marschland und unweit von Sacramento gelegen. Ihr Haus ist ein Hort der Gastfreundschaft und Sicherheit. Doch auch die tragischen Schicksale und die großen Ereignisse der Welt machen nicht Halt vor ihrer Tür. Mit ihrem Roman „Draußen die Welt“ erzählt die amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin Janet Lewis (1899 – 1998) vom Alltag einer amerikanischen Familie sowie den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er-Jahre und Anfang der 30er-Jahre. „Janet Lewis – „Draußen die Welt““ weiterlesen
„Für die Gegenwart sensibilisieren“ – Im Gespräch mit Kjona-Verleger Lars Claßen
Die Leipziger Buchmesse 2023 ist zehn Minuten alt. Die ersten Besucher laufen in Halle 2 über die breiten Gänge und werden per Durchsage zum Messe-Start begrüßt. Nach drei Jahren ohne – ohne Gespräche und Begegnungen, ohne Blick auf Autoren und Verlagsstände – stellt sich angesichts des beginnenden Trubels ein gewisses Glücksgefühl ein. „„Für die Gegenwart sensibilisieren“ – Im Gespräch mit Kjona-Verleger Lars Claßen“ weiterlesen
Christoffer Carlsson – „Unter dem Sturm“
„Dörfer haben ihre Erinnerungen. Sie haben Lebensschicksale und Todesfälle.“
In die Krimi-Literatur scheint ein anderer Ton einzuziehen, ein leiser, indes nicht minder fordernder. In diesen Geschichten gibt es zwar Täter und Opfer, aber keine extremen Grausamkeiten, keine ausufernden Blutlachen, keine wilden Verfolgungsjagden. Es geht darin vielmehr um die Menschen und den Ort, in dem sie leben. Was macht ein Verbrechen mit den Personen, die das Opfer kannten, was mit einer Gemeinschaft, die bereits den Schuldigen gefunden zu haben glaubt? Der schwedische Kriminologe und preisgekrönte Autor Christoffer Carlsson stellt sich in seinem Roman „Unter dem Sturm“ diesen Fragen und erzählt von einer besonderen Beziehung zwischen einem Onkel und seinem Neffen und einem charismatischen Polizisten, den ein Fall viele Jahre nicht loslässt.






