Im Duett #6: Percival Everett „James“ & „Erschütterung“

„Hat nich jeder Mensch das Recht, frei zu sein?“, fragte Huck.

1884/85 erschien ein Buch, das wohl in sehr vielen Regalen steht, oft verfilmt wurde und den späteren Ruhm des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (1835-1910) begründet hat: „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“. Dessen Landsmann und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway stellte das Werk gar an den Anfang der gesamten neueren amerikanischen Literatur. Percival Everett, der mit seinem Roman „Erschütterung“ hierzulande einem breiteren Publikum bekannt wurde, greift die weltbekannte Geschichte nun auf, erzählt deren Geschehnisse allerdings anders: aus der Sicht des Sklaven Jim. Es wird Zeit für einen Autor „im Doppelpack“, denn beide Bücher des US-amerikanischen Autors habe ich nacheinander – quasi in einem Rutsch -, aber vor allem mit sehr viel Begeisterung gelesen.

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Rosa Liksom – „Über den Strom“

„Er sagte, der Krieg überrascht ein Volk immer, auch wenn die hohen Herren schon seit Jahren zündeln.“

Sie sind auf der Flucht. Das Mädchen und seine Kühe. Gemeinsam mit weiteren Dorfbewohnern verlässt die junge Ich-Erzählerin das Land, um über den Fluss nach Schweden zu kommen. Wo bereits die Mutter und der Onkel in Sicherheit sein sollen. Die Stiefbrüder sind im Krieg gefallen, der Vater ist noch an der Front. Er hatte der Familie während seines Evakuierungsurlaubs zum Weggang geraten. Das Mädchen ohne Namen ist gerade mal 13 Jahre alt – und auf sich allein gestellt.  „Rosa Liksom – „Über den Strom““ weiterlesen →

Lars Mytting – „Astrids Vermächtnis“

„Ja, Endzeit.“

Am Ende kehrt er noch einmal zum Anbeginn zurück. Der Kreis schließt sich. Wie bei einem Ring oder einer Schlange, die sich in den Schwanz beißt und die einst in das Holz vieler norwegischen Stabkirchen hineingeformt wurde. Und wenn die Midgardschlange, das furchteinflößende Wesen aus der nordischen Mythologie, ihren Schwanz loslässt, beginnt der Weltenbrand, wie es in den uralten Mythen heißt. Skråpånatta wird das Ende aller Tage im letzten Band der Schwesterglocken-Trilogie genannt, das auch den kleinen Ort Butangen im Gudbrandsdalen nicht verschont.

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Christoffer Carlsson – „Wenn die Nacht endet“

„Wem es gelingt, sich von seiner Vergangenheit zu befreien, der erhält ein zweites Leben.“

Es ist kein schönes Ende, leblos in einem Kofferraum eines Autos aufgefunden zu werden. Egal in welchem Alter. Mikael ist gerade mal 18, als er getötet wird. In einer Dezembernacht des Jahres 1999. Nur kurz zuvor hatte er mit Freunden eine Party besucht. Die Einwohner von Skavböke stehen unter Schock. Siri Bengtsson ist neu in dem westschwedischen Dorf. Gemeinsam mit der erfahrenen Polizistin Gerd Pettersson übernimmt sie den Fall, ohne zu ahnen, dass der Täter erst 20 Jahre später gefunden werden soll.

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Mathijs Deen – „Der Retter“

„Wenn man sich gegenseitig nicht mehr hat, hat man niemanden mehr.“

Literarische Helden sind auch nur Menschen. Selbst Kommissare, die jeden Fall dank Erfahrung, Engagement und Raffinesse lösen können, was realen Ermittlern wohl nicht immer gelingt (man möge mich gern korrigieren). Vielleicht kommen sie einem deshalb so nah. Jeder hat eine Marotte, eine spezielle Eigenart – und eine tragische Geschichte in der Vergangenheit, die ihn regelrecht verfolgt. Nicht anders geht es Liewe Cupido, der mit „Der Holländer“, dem Krimidebüt des Niederländers Mathijs Deen, vor zwei Jahren seinen ersten großen Auftritt hat. Nun gibt’s mit „Der Retter“ bereits Teil 3. Ganz nach dem Motto „Gekommen, um zu bleiben“.

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Carlos Franz – „Das verschwundene Meer“

„Wenn Tragödien sich wiederholen, tun sie das als Farce.“ 

Ein Kontinent, ein Ozean und mehr als 12.000 Kilometer liegen zwischen Laura Larcos Heimat Chile und ihrem zweitem Zuhause Berlin. Sie war geflohen, obwohl eine vielversprechende Karriere als jüngste Richterin Chiles vor ihr lag. Doch der Militärputsch 1973 machte damals nicht nur ihre Lebenspläne zunichte. Sie wurde Zeugin und Opfer brutaler Gewalt. In Deutschland kehrte sie der Juristerei den Rücken zu, arbeitet an der Philosophischen Fakultät der Freien Universität. Nun, 20 Jahre später, bringt sie der Ruf ihres früheren Mentors zurück in ihre Heimat.

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