Joachim B. Schmidt – „In Küstennähe“

„Die Leute wissen einen Dreck.“

Ein Altersheim kann ja so ein wunderbares Versteck für einen Kleinkriminellen sein. Lárus ist die rechte Hand des Hausmeisters, seine illegalen Geschäfte betreibt er unauffällig. Er mäht zwar den Rasen, repariert dies und das, doch nebenbei scheffelt Lárus als umtriebiger Drogendealer kräftig Kohle. Das Altersheim Isafjörður ist das perfekte Alibi. Doch eine kaputte Heizung in Zimmer 37-A wird eines Tages sein Leben verändern. Er lernt Grimur, einen alten Fischer, kennen, der den furchteinflößenden Beinamen „Der Schlächter“ trägt. Er wird sein Freund – und unfreiwillig auch sein Mentor. In seinem Debüt „In Küstennähe“ beweist Joachim B. Schmidt seine Vorliebe für kauzige Figuren und ein Herz für ihre teils auch tragischen Lebensgeschichten.

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Helga Flatland – „Zuunterst immer Wolle“

„Aufsässigkeit ist einfacher als Entschuldigung, harte, kalte Distanz einfacher als Scham und Angst.“

Ein einziger Anruf hebt das Leben von Sigrid aus den Angeln. Ihre Mutter Anne erzählt ihr, dass sie an Krebs erkrankt ist. In den kommenden Monaten wird die Ärztin nicht nur mit den furchtbaren Folgen der heimtückischen Krankheit ihrer Mutter konfrontiert. In die Gefühle zwischen Verzweiflung, Trauer und Hoffnung mischen sich schmerzvolle Erinnerungen an ihre Kindheit. In ihrem eindrücklichen Roman „Zuunterst immer Wolle“ nimmt die norwegische Schriftstellerin Helga Flatland das Leben und die vielschichtigen Beziehungen einer Familie mit sehr viel Feingefühl in den Fokus.

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Kristina Gorcheva-Newberry – „Das Leben vor uns“

„Dieses Land ist zu alt und zu störrisch“, sagte meine Großmutter immer (…).“

Sie sind jung, ihr Leben liegt noch vor ihnen. Sie wollen frei sein, die Welt sehen. Doch Anja und ihre Freundin Milka leben in Moskau. Der spätere Umbruch mit Beginn der Ära Gorbatschow und die Folgen von Perestroika und Glasnost liegen noch in gewisser Ferne. Als Leonid Breschnew, der Generalsekretär der KPdSU, 1982 stirbt, sind sie 14 Jahre alt. Kaum einer kommt heraus aus diesem riesigen totalitären Reich namens Sowjetunion. Mit ihrem Debüt „Das Leben vor uns“ schreibt die russisch-amerikanische Autorin Kristina Gorcheva-Newberry über eine Jugend im Kommunismus und ein Land, das seine Kinder frisst. „Kristina Gorcheva-Newberry – „Das Leben vor uns““ weiterlesen

Steffen Schroeder – Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor

„Die Welt ist ein Paradox. Und alles ist möglich.“

Sie gelten als die klügsten Köpfe, zählen zu den bekanntesten Wissenschaftlern ihrer Zeit. Ihre Söhne sind hingegen eingesperrt hinter dicken Mauern. Erwin Planck wird als Widerständler im Zuge des 20. Juli 1944 im Gefängnis Tegel inhaftiert. Eduard Einstein ist Patient der psychiatrischen Anstalt Burghölzli in Zürich. Mit seinem berührenden wie komplexen Roman „Planck oder Als das Licht seine Leichtigkeit verlor“ erzählt der Autor und Schauspieler Steffen Schroeder von zwei berühmten Vätern und ihren besonderen Söhnen – und einer dunklen Zeit.

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Kristin Valla – „Das Haus über dem Fjord“

„Nur Papa sank, kam nie an die Oberfläche, hatte etwas in sich, das ihn schwer machte.“

Es sind nur wenige Sekunden, in denen die zehnjährige Elin ihren Vater und ihre beiden älteren Brüder Thomas und Vegard für immer verliert. Auf dem Weg zu einer Familienfeier kommen sie infolge eines Erdrutsches ums Leben. Das Mädchen und ihre Mutter sind an jenem Tag daheim geblieben. Mehr als 20 Jahre später und nach dem Tod der Mutter kommt die nunmehr erwachsene Elin einem streng gehüteten Geheimnis auf die Spur, das die gesamte Familiengeschichte nicht nur infrage stellt. In ihrem berührenden wie atmosphärischen Roman „Das Haus über dem Fjord“ erzählt die Norwegerin Kristin Valla von Trauer und Schmerz und welche Folgen die Geheimnisse der Eltern auf die nächste Generation haben können.

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Ling Ma – „New York Ghost“

„Wörter verschwanden oft als Erstes, wenn man fieberte.“

Kein Mensch in den himmelhohen Wolkenkratzern, keine Menschenmenge auf den breiten Straßen und den von flirrenden Werbeflächen umsäumten Plätzen. Kein Lärm, keine hektische Betriebsamkeit. New York – eine Geisterstadt. Vor drei Jahren hätten wir den Gedanken wohl als unmögliche Fantasie abgetan, als Traum, als literarische Dystopie angefüllt mit einer beängstigenden, aber unwirklichen Endzeitstimmung. Mit Corona und Lockdown auch in der Stadt, die niemals schläft, wurde dieser Gedanke jedoch real. Bereits zwei Jahre vor Beginn der Pandemie erschien mit „Severance“ das preisgekrönte Debüt von Ling Ma, das unter dem Titel „New York Ghost“ auch hierzulande für reichlich Begeisterung sorgte und von einem tödlichen Erreger erzählt. „Ling Ma – „New York Ghost““ weiterlesen