Ron Rash – „Der Friedhofswärter“

„Es hatte Blackburn immer berührt, dass etwas so Fragiles wie eine Blume die Toten länger ehren konnte als Stein. Länger als die Erinnerungen sogar, viel länger.“

Er ist jung, die Toten und ihre letzte Ruhe sind für ihn Alltag. Blackburn Gant ist gerade mal 16, als er Friedhofswärter in dem kleinen Ort Blowing Rock in North Carolina wird. Es sind die 50er-Jahre. Nach dem großen weltumspannenden Krieg ziehen erneut junge Männer an die Front. Blackburns Freund Jacob kämpft auf der anderen Seite der Erde in Korea. Als er lebend, aber versehrt zurückkommt, ist nichts mehr, wie es war. Ron Rash erzählt in seinem Roman „Der Friedhofswärter“ von einer ungeheuerlichen Intrige, aber auch von bedingungsloser Freundschaft und Loyalität.

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Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer“

„Der Tod schnatterte mir ins Ohr.“

Ob er in der heutigen Zeit womöglich überlebt hätte? 1954 gab es weder Handys für den schnellen Notruf noch Rettungshubschrauber. So stirbt Tony Aquista trotz eines Helfers, der ihn im Straßengraben am Highway aufliest, wenig später im Krankenhaus. Lew Archer, seines Zeichens Privatdetektiv, der eigentlich auf dem Weg nach Sacramento ist, sammelt den jungen Mann in der kalifornischen Pampa nahe der Kleinstadt Las Cruces auf. „Ross Macdonald – „Wer findet das Opfer““ weiterlesen →

Im Duett #6: Percival Everett „James“ & „Erschütterung“

„Hat nich jeder Mensch das Recht, frei zu sein?“, fragte Huck.

1884/85 erschien ein Buch, das wohl in sehr vielen Regalen steht, oft verfilmt wurde und den späteren Ruhm des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (1835-1910) begründet hat: „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“. Dessen Landsmann und Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway stellte das Werk gar an den Anfang der gesamten neueren amerikanischen Literatur. Percival Everett, der mit seinem Roman „Erschütterung“ hierzulande einem breiteren Publikum bekannt wurde, greift die weltbekannte Geschichte nun auf, erzählt deren Geschehnisse allerdings anders: aus der Sicht des Sklaven Jim. Es wird Zeit für einen Autor „im Doppelpack“, denn beide Bücher des US-amerikanischen Autors habe ich nacheinander – quasi in einem Rutsch -, aber vor allem mit sehr viel Begeisterung gelesen.

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Kent Haruf – „Das Band, das uns hält“

„Doch was für ein verschwendetes Leben.“

Colorado. Weites Land. Bergig im Westen, flach im Osten. Zwischen den Rocky Mountains und den Great Plains leben heute etwa 5,8 Millionen Menschen – und Kent Harufs Helden. Alle seine insgesamt sechs Romane hat der US-Amerikaner in der fiktiven Kleinstadt Holt angesiedelt. Mit seinem letzten Roman „Our Souls by Night“, 2017 in deutscher Übersetzung mit dem Titel „Unsere Seelen bei Nacht“ erschienen, setzte seitdem auch hierzulande eine Würdigung seines literarischen Schaffens ein. Zuletzt erschien nun mit „Das Band, das uns hält“ („That Tie that Bind“) sein Debüt aus dem Jahr 1984 in deutscher Übersetzung.

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Edith Anderson – „A Man’s Job“

„Wenn sie uns eins aufs Kinn geben, holen wir aus und schlagen zurück.“

Als nach dem Überfall auf Pearl Harbor die USA im Dezember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintritt, werden Millionen amerikanischer Männer für den Dienst in der Armee einberufen und rekrutiert. Fortan fehlen sie in entscheidenden Bereichen. Ihre Stellen nehmen fortan Frauen ein. Nicht nur in der Rüstungsindustrie, sondern beispielsweise auch bei der Eisenbahn. Über dieses besondere Kapitel amerikanischer Geschichte hat die in New York geborene Journalistin und Autorin Edith Anderson (1915-1999) einen Roman geschrieben, der 1956 erstaunlicherweise in Übersetzung erstmals in der DDR erschien und nun in einer Neuausgabe und -übersetzung wiederentdeckt werden kann.

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Joy Williams – „In der Gnade“

„Alles existiert, um uns etwas zu lehren.“

51 Jahre hat es gebraucht, bis diesem Roman die Reise über den großen Teich gelungen ist. Mehr als ein halbes Jahrhundert an Zeit, die manchem Menschen nicht vergönnt ist. Doch meisterhafte Literatur ist zeitlos, heißt es. Wenngleich man eben in manchen Fällen warten muss, bis sie uns erreicht. 1973 erschien das Debüt „State of Grace“ der damals 29-jährigen US-amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams, die in ihrer Heimat mittlerweile als Kultautorin gilt, aber hierzulande erst entdeckt werden muss.

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